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Nachricht vom 19.02.2026    

Kandidatin für die Landtagswahl 2026: Jana Gräf (FDP)

Am Sonntag, 22. März, stehen die rheinland-pfälzischen Landtagswahlen 2026 an. Doch wer sind die Direktkandidierenden, denen wir unsere Stimme geben sollen, was sind ihre Vorstellungen und Ziele für unsere Region? Die Kuriere haben nachgefragt und allen die gleichen Fragen geschickt. Hier die Antworten von Jana Gräf (FDP)

Jana Gräf (Foto: Johannes Höhr)

Wahlkreis Montabaur. Unverfälscht und echt sollen die Antworten der Kandidierenden zur Landtagswahl sein. Deshalb sind alle Antworten original zitiert, ohne Bewertung, ohne Kommentar, ohne Kürzung oder Anmerkung. Außerdem sind jegliche stilistische Hervorhebungen innerhalb der Antworten des Kandidierenden ebenfalls von diesen gesetzt. Die Aussagen der Politiker spiegeln nicht die Meinung der Kuriere wider, sondern ausschließlich die des Kandidierenden. Hier sind die Antworten von Jana Gräf (FDP).

Wofür haben Sie sich bisher politisch engagiert – und wieso?
Mein politischer Schwerpunkt liegt auf einem handlungsfähigen Staat und starken
ländlichen Räumen.
Ich will, dass Infrastruktur funktioniert, Gesundheitsversorgung verlässlich ist und unsere Regionen echte Entwicklungschancen haben. Gute medizinische Versorgung darf keine Frage der Postleitzahl sein. Deshalb setze ich mich für klare Strukturen in der Krankenhauslandschaft und eine langfristige Stärkung der ärztlichen Ausbildung im nördlichen Rheinland-Pfalz ein.

Aus meiner Zeit als Soldatin bringe ich zudem das Thema gesellschaftliche Resilienz mit. Ob Energieversorgung, Krisenvorsorge oder staatliche Handlungsfähigkeit, Strukturen müssen auch in schwierigen Zeiten tragen. Ein Staat, der nur reagiert, reicht nicht. Er muss vorausschauend gestalten.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Zukunft des ländlichen Raums: leistungsfähige Infrastruktur, Glasfaser bis ins Dorf, verlässliche Mobilität und starke kommunale Strukturen. Gleichwertige Lebensverhältnisse sind kein Schlagwort, sondern Voraussetzung für wirtschaftliche Stärke und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Forstpolitik ist für mich ein zentrales Herzens- und Zukunftsthema. Unsere Wälder sind Klimaschützer, Wirtschaftsfaktor und Lebensraum zugleich. Ich stehe für einen aktiven, klimaangepassten Waldumbau statt ideologischer Stilllegung. Nachhaltige Forstwirtschaft bedeutet nutzen, entwickeln und Wertschöpfung sichern, vom kommunalen Wald bis zum Sägewerk. Gleichzeitig müssen die gesellschaftlichen Leistungen des Waldes fair vergütet werden. Deshalb setze ich mich für eine "Markthalle der Waldleistungen" ein: Wer CO₂ bindet und Gemeinwohl leistet, muss dafür auch bezahlt werden.

Gesellschaftspolitisch stehe ich für Selbstbestimmung und Rechtssicherheit. Mit der Abschaffung des § 219a StGB haben wir Liberale einen wichtigen Schritt erreicht. Für mich bleibt es richtig, auch § 218 weiterzuentwickeln - hin zu einem klaren medizinischen Rahmen ohne Stigmatisierung von Frauen oder Ärzten.

Ich mache Politik, um zu entwickeln, nicht um zu verwalten. Für einen Staat, der
entscheidet, aber auch Freiraum gibt, Verantwortung übernimmt und die Menschen im
ländlichen Raum ernst nimmt.

Was muss sich in Rheinland-Pfalz dringend verändern?
Wir brauchen insgesamt mehr Tempo und Verbindlichkeit. Rheinland-Pfalz braucht klare Prioritäten, feste Fristen und eindeutige Verantwortlichkeiten, besonders bei Infrastruktur, Cybersicherheit und einer verlässlichen Energieversorgung als Fundament für Staat, Wirtschaft und kritische Infrastruktur. Der Staat muss sich auf seine Kernaufgaben konzentrieren: Sicherheit, Bildung, Gesundheit und leistungsfähige Infrastruktur. Dafür braucht es schlanke Verfahren, klare Zuständigkeiten und konsequente Umsetzung statt lähmender Prozessbürokratie. Gleichzeitig müssen wir den ländlichen Raum ernst nehmen. Gleichwertige Lebensverhältnisse bedeuten, gleicher Zugang zu schnellem Internet, medizinischer Versorgung, Bildung und sicheren Verkehrswegen, auch im Westerwald. Und wir brauchen eine neue Kultur des Vertrauens: weniger Detailsteuerung aus Mainz, mehr Verantwortung vor Ort. Kommunen, Unternehmen und Vereine wissen oft am besten, was funktioniert. Rheinland-Pfalz darf nicht länger verwalten, wir müssen entwickeln, ermöglichen und vorangehen.

Was sollte sich ändern, damit die Gesundheitsversorgung im Wahlkreis stabil und zuverlässig bleibt?
Die medizinische Versorgung im Wahlkreis 6 steht unter Druck: weite Wege zu Fachärzten, Personalmangel und Unsicherheit bei Klinikstandorten. Für mich ist klar: Gute Gesundheitsversorgung ist kein Luxus, sondern Grundlage gleichwertiger Lebensverhältnisse, gerade im ländlichen Raum.

Die Freien Demokraten stehen für eine strukturierte Weiterentwicklung statt planloser Schließungen. Wir brauchen leistungsfähige, spezialisierte Krankenhausstandorte mit klaren Profilen, ergänzt durch wohnortnahe Grund- und Notfallversorgung. Kliniken, gerade im ländlichen Raum und unserer Region, müssen sich sinnvoll ergänzen, statt in Konkurrenz zu stehen.

Ich will zudem die ärztliche Ausbildung im nördlichen Rheinland-Pfalz stärken, denn wo ausgebildet wird, bleiben Fachkräfte oft auch. Gleichzeitig setzen wir als FDP auf moderne Versorgungsmodelle wie Telemedizin, mobile Angebote und digitale Vernetzung, eine Linie, die wir in Rheinland-Pfalz bereits konsequent vorangetrieben haben.

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Bürokratieabbau in Praxen und Kliniken. Ärztinnen und Ärzte sollen Zeit für Patientinnen und Patienten haben, nicht für immer neue Dokumentationspflichten. Mit gezielter Fachkräftegewinnung, besseren Arbeitsbedingungen und schnellerer Anerkennung ausländischer Abschlüsse stärken wir zudem Pflege und Medizin dauerhaft.

Mein Ziel ist klar: eine verlässliche, moderne und wohnortnahe Gesundheitsversorgung, auch im Westerwald.

Was sind aus Ihrer Sicht die dringendsten Infrastrukturprobleme in Ihrem Wahlkreis (Straßen, Brücken, ÖPNV, digitale Netze) – und welche drei Projekte würden Sie in der nächsten Legislaturperiode priorisieren?
Als Kreistagsmitglied erlebe ich täglich, was funktioniert und was nicht. Der Westerwaldkreis hat in den vergangenen Jahren deutliche Fortschritte beim Straßenbau gemacht. Seit die FDP 2016 das Verkehrsministerium übernommen hat, sind die Investitionen in den Straßenbau auf Rekordniveau gestiegen. Das Land fördert den kommunalen Straßenbau über das Landesverkehrsfinanzierungsgesetz, und die Kreise können ihre Mittel gezielt dort einsetzen, wo der Bedarf am größten ist. Der Landesbetrieb Mobilität arbeitet dabei eng mit den Kommunen zusammen und ermöglicht flexible Planungen, sodass wir unsere Straßenbauprojekte effizient umsetzen können. Diese Systematik hat uns nach vorn gebracht, und genau das will ich weiter vorantreiben.

Die drei dringendsten Projekte für unseren Wahlkreis:
Lückenloser Glasfaserausbau
Schnelles Internet ist entscheidend für Familien, Unternehmen und Zukunftschancen im ländlichen Raum. Wo weiße Flecken verschwinden, entstehen Perspektiven.

Sanierung maroder Straßen und Brücken nach Dringlichkeit
Viele Landesstraßen und Brücken sind sanierungsbedürftig. Wir müssen dort
investieren, wo der Zustand es verlangt - nicht nach starren Plänen, sondern nach
realem Bedarf und Priorität.

Attraktiver und verlässlicher ÖPNV
Ein funktionierender Nahverkehr mit verlässlichen Taktungen, modernen Fahrzeugen und digitalen Buchungsoptionen ist Teil einer zukunftsfähigen Mobilität, die alle erreicht. Infrastruktur ist keine Frage der Ideologie, sondern der Realität vor Ort. Tempo, Fokus und pragmatische Lösungen sind unser Kompass.

Wo sehen Sie die Grenzen der Koexistenz von Wolf und Weidetierhaltung, und unter welchen Bedingungen befürworten Sie die Entnahme einzelner Tiere? Wie sollte das Spannungsfeld zwischen Naturschutz, Tierwohl, Wolfsvorkommen und der Sicherung der Weidetierhaltung in Rheinland-Pfalz künftig politisch ausbalanciert werden?
Koexistenz zwischen Wolf und Weidetierhaltung hat dort ihre Grenzen, wo trotz fachgerecht umgesetzten Herdenschutzes wiederholt Übergriffe stattfinden, wo Schutzmaßnahmen objektiv nicht flächendeckend umsetzbar sind oder wo sich die Wolfsdichte regional so entwickelt, dass Konflikte strukturell unvermeidbar werden. Wir haben in Deutschland sehr unterschiedliche Landschaftsräume, vom Offenland bis zum bewaldeten Mittelgebirge. Was in flachen Regionen praktikabel ist, lässt sich im Westerwald mit seinen Hanglagen, Waldstrukturen und kleinteiligen Weideflächen nicht eins zu eins übertragen. Pauschale Vorgaben greifen hier oft an der Realität vorbei. Unter diesen Bedingungen befürworte ich die Entnahme einzelner Tiere, aber ausschließlich auf klarer, rechtssicherer Grundlage. Das bedeutet: wiederholte Rissereignisse trotz zumutbarer Schutzmaßnahmen, Verlust der Scheu vor Menschen oder eine regionale Bestandsentwicklung, die den günstigen Erhaltungszustand überschreitet. Entscheidend sind Transparenz und Messbarkeit. Deshalb fordere ich ausdrücklich Nachbesserungen im Bundesjagdgesetz: Der Bundesgesetzgeber muss quantifizierte Schwellenwerte definieren, ab wann ein regionales Bestandsmanagement zulässig ist. Ohne solche klare Zahlen bleibt jede Entscheidung angreifbar.

Ebenso braucht es im Bundesgesetz eine bundeseinheitliche Klarstellung zur Beweisführung, insbesondere unter welchen Voraussetzungen bei wiederholten Übergriffen auf eine vorherige DNA-Einzelanalyse verzichtet werden kann. Unterschiedliche Auslegungen zwischen den Ländern führen zu Rechtsunsicherheit und langwierigen Verfahren. Das hilft weder dem Naturschutz noch den Tierhaltern.

Das Spannungsfeld zwischen Naturschutz, Tierwohl und Weidetierhaltung lässt sich nur mit einer klaren politischen Balance lösen: wirksamer und realistisch ausgestalteter Herdenschutz, rechtssicheres und quantifiziertes Bestandsmanagement, sowie eine verbindliche Finanzierung durch den Bund nach dem Konnexitätsprinzip. Wer den Ländern zusätzliche Aufgaben überträgt, muss auch für eine auskömmliche Finanzierung sorgen.

Meine Position ist eindeutig: Der Wolf bleibt eine geschützte Art. Aber Schutz braucht differenzierte, regional praktikable Regeln, klare gesetzliche Kriterien und politische Verlässlichkeit. Ohne verbindliche bundesgesetzliche Nachbesserungen bleibt das Bestandsmanagement unvollständig und die Belastung für Weidetierhalter dauerhaft
bestehen.

Welche drei wirtschaftspolitischen Schwerpunkte wollen Sie in Rheinland-Pfalz setzen, um Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen, insbesondere im industriellen Mittelstand und bei Start-ups?
Für mich stehen drei wirtschaftspolitische Schwerpunkte im Mittelpunkt, um Arbeitsplätze in Rheinland-Pfalz zu sichern und neue zu schaffen, gerade im industriellen Mittelstand und bei Start-ups.

Erstens: Wachstum ermöglichen statt bremsen.
Ich will schnellere, digitale Genehmigungsverfahren, klare Fristen und weniger Bürokratie. Unsere Unternehmen brauchen Planungssicherheit - kein Dickicht aus Vorschriften. Wir müssen Gewerbe- und Industrieflächen entwickeln, Prozesse beschleunigen und Investitionen erleichtern. Wer investieren will, darf nicht an Verwaltungshemmnissen scheitern.

Zweitens: Fachkräfte sichern und Potenziale nutzen.
Arbeitsplätze entstehen dort, wo qualifizierte Menschen arbeiten. Ich setze mich für eine starke berufliche Bildung, moderne Ausbildungsstrukturen und eine enge Verzahnung von Mittelstand, Forschung und Innovation ein. Gleichzeitig müssen Anerkennungsverfahren schneller und unbürokratischer werden, damit Fachkräfte zügig im Arbeitsmarkt ankommen.

Drittens: Infrastruktur und Energie verlässlich aufstellen.
Industrie, Handwerk und Start-ups brauchen eine sichere Energieversorgung, leistungsfähige Netze und eine moderne digitale Infrastruktur. Gerade im ländlichen Raum entscheidet das über Wettbewerbsfähigkeit. Ich will, dass Rheinland-Pfalz vom Verwaltungs- zum Entwicklungsland im positiven Sinne wird - mit klarer Priorität auf Investitionen und Umsetzung.

Mein Ansatz ist klar: Arbeitsplätze entstehen nicht durch Subventionen allein, sondern durch gute Rahmenbedingungen. Ich will ein Rheinland-Pfalz, das Unternehmergeist fördert, Innovation zulässt und Mittelstand wie Start-ups gleichermaßen stärkt.



Was ist Ihr Konzept, damit der Strukturwandel (Klimaschutz, Digitalisierung, Fachkräftemangel) nicht zulasten der ländlichen Räume geht?
Für mich ist klar: Der Strukturwandel darf nicht dazu führen, dass ländliche Räume abgehängt werden. Gerade hier entstehen große Chancen, wenn wir die Herausforderungen Klimaschutz, Digitalisierung und Fachkräftemangel als Impuls für Entwicklung begreifen und nicht als Belastung.

Erstens: Digitalisierung zur Grundlage gleichwertiger Lebensverhältnisse machen.
Schnelles Internet und leistungsfähige digitale Netze sind kein "Nice to have", sie sind Geschäfts- wie Lebensgrundlage. Ich setze mich dafür ein, dass der glasfaserbasierte Ausbau im gesamten Land dauerhaft beschleunigt wird. Nur wer digitale Infrastruktur hat, kann am Arbeitsmarkt, an modernen Arbeitsformen und zukunftsfähigen Geschäftsmodellen teilhaben.

Zweitens: Klimaschutz mit wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit verbinden - technologieoffen und innovationsorientiert.
Klimaschutz darf nicht bedeuten, Wachstum zu hemmen, sondern muss Antrieb für Innovation sein: für Energieeffizienz in Unternehmen, klimafreundliche Produktionssysteme, erneuerbare Energieprojekte und smarte Mobilität. Diese innovationsfördernde Ausrichtung unterstützt auch den Mittelstand vor Ort dabei, robust in die Zukunft zu gehen.

Drittens: Fachkräfte stärken und länger halten.
Fachkräftemangel trifft vor allem ländliche Regionen besonders hart. Ich will, dass Ausbildung, Weiterbildung und Anerkennungsverfahren für Fachkräfte schneller, effizienter und moderner werden. Dazu gehört, dass wir Berufsorientierung, berufliche Bildung und Kooperationen zwischen Unternehmen, Schulen und Hochschulen stärken und die Rahmenbedingungen für Pendelnde, Rückkehrer und Zuziehende verbessern, etwa durch mehr flexible Mobilität, Betreuungsangebote und digitale Arbeitsplätze.

Mein Leitgedanke dabei ist: Strukturwandel darf nicht bedeuten "Abbau", sondern muss heißen: Zukunft entwickeln im ländlichen Raum, mit digitalen Chancen, Innovationskraft und starken lokalen Netzwerken. Rheinland-Pfalz darf kein Land mit zwei Geschwindigkeiten werden. Stadt und Land brauchen gleiche Chancen auf Wohlstand, Arbeit und attraktive Lebensverhältnisse.

Wie wollen Sie die Bildungspolitik in Rheinland-Pfalz in den kommenden fünf Jahren gestalten – insbesondere mit Blick auf Unterrichtsqualität, Lehrkräftegewinnung, Inklusion, Digitalisierung der Schulen und Entlastung von Schülern und Lehrkräften?
Bildung ist die beste Zukunftsinvestition. Sie entscheidet darüber, ob Kinder und Jugendliche ihre Talente entfalten können, unabhängig davon, wo sie aufwachsen. Gerade im ländlichen Raum muss Schule nicht nur erreichbar sein, sondern exzellent in Inhalt, Betreuung und Perspektive.

Unterrichtsqualität und verlässliche Lehrkräfteversorgung
Zu viel Unterricht fällt aus, weil Lehrkräfte durch Verwaltung und Stellvertretungen gebunden werden. Mein Ziel ist eine verlässliche Lehrkräfteversorgung in allen Regionen. Wir brauchen attraktive Arbeitsbedingungen, weniger Bürokratie im Schulalltag und eine klare Priorität: Lehrkräfte sollen unterrichten können, statt Formulare auszufüllen. Dazu gehört eine bessere Planung von Stundenkontingenten, weniger Querbelastungen und mehr personelle Kapazität dort, wo sie gebraucht wird.

Lehrkräftegewinnung und -bindung
Um jungen Lehrerinnen und Lehrern Perspektiven zu geben, müssen wir Ausbildung, berufliche Anerkennung und spätere Einsätze attraktiver gestalten. Deswegen fordern wir als FDP gezielte Maßnahmen zur Gewinnung und Förderung von Lehrkräften, insbesondere in strukturschwachen Regionen. Dazu gehören praxisnahe Referendariate, flexible Arbeitszeitmodelle, Mentoring-Programme und Anreize für Tätigkeit in ländlichen Schulstandorten.

Digitalisierung und zeitgemäßer Unterricht
Digitale Prozesse gehören zum Bildungsalltag, nicht als Selbstzweck, sondern als Werkzeuge für besseren Unterricht. Schulen brauchen stabile digitale Infrastruktur, Geräte, Fortbildung der Lehrkräfte und pädagogische Konzepte. Darüber hinaus setze ich mich für KI-gestütztes Lernen, individualisierte Förderprogramme und digitale Lehr- und Lernplattformen ein, die sowohl Lehrkräfte entlasten als auch Schülerinnen und Schülern zugeschnittene Lernwege eröffnen.

Inklusion und individuelle Förderung
Inklusion bedeutet, dass alle Schülerinnen und Schüler entsprechend ihren Stärken und Bedürfnissen optimal gefördert werden. Das erfordert differenzierte Unterrichtsangebote, Multiprofessionalität in den Schulteams und passgenaue Unterstützungsstrukturen vor Ort. Wir dürfen Inklusion nicht verwalten, sondern müssen sie so ausgestalten, dass sie gelingt, mit klaren Ressourcen, Ausbildung von Sonderpädagogik-Fachkräften und kooperativen Schulformen.

Verzahnung schulischer und beruflicher Bildung
Berufliche Bildung darf nicht als "Nebenweg" wahrgenommen werden. Ich setze mich dafür ein, dass schulische und berufliche Bildung enger verzahnt werden, sei es durch duale Lernwege, Kooperationen mit lokalen Unternehmen oder praxisnahe Ausbildungsangebote in der Schule selbst. Das stärkt Jugendlichen Perspektiven und sichert Fachkräfte für unsere mittelständische Wirtschaft. Eine starke Schule muss qualitativ hochwertig, digital modern, personell gut ausgestattet und regional verlässlich sein. Nur so können wir Bildungsungleichheiten abbauen, Talente fördern und Rheinland-Pfalz fit machen für die Zukunft, ökonomisch wie gesellschaftlich.

Deshalb sind Sie in die Partei eingetreten, für die Sie als Kandidatin antreten:

Ich bin der FDP beigetreten, weil sie für mich die einzige Partei ist, die Freiheit und Verantwortung konsequent zusammendenkt. Freiheit ohne Verantwortung führt ins Chaos, Verantwortung ohne Freiheit in die Bevormundung. Die FDP traut den Menschen zu, ihr Leben selbst zu gestalten, fordert aber gleichzeitig ein, dass jeder für sein Handeln einsteht.

Als junge Soldatin und Vorgesetzte habe ich früh gelernt, was es bedeutet, Verantwortung zu tragen, für Entscheidungen, für Menschen, für Strukturen. Und ich habe gesehen, wie wichtig es ist, dass der Staat dort stark ist, wo es wirklich zählt: Sicherheit, Bildung, Infrastruktur und Gesundheit. Gleichzeitig habe ich erlebt, wie lähmend überbordende Bürokratie sein kann. Die FDP ist für mich die einzige Partei, die den Staat auf seine Kernaufgaben konzentrieren will und ansonsten den Menschen vertraut. Genau diese Haltung brauchen wir auch weiterhin in Mainz.

Worüber können Sie lachen?
Über ehrliche, selbstironische Menschen, die ihre Fehler zugeben können. Und über meinen Mann, der mich mit gutem Humor immer mal wieder erdet, wenn ich zu sehr in politischen Details versinke. Guter Humor ist für mich, wenn man nicht alles todernst nehmen muss, aber trotzdem ernst bei der Sache bleibt.

Was löst bei Ihnen Frust aus oder macht Sie sogar wütend?
Verschleppte Entscheidungen frustrieren mich. Wenn allen klar ist, was getan werden muss, aber niemand den Mut hat, es umzusetzen, aus Angst vor Kritik oder aus Bequemlichkeit. Wenn Probleme verwaltet statt gelöst werden. Wenn Bürokratie wichtiger wird als der Mensch, für den der Staat eigentlich da sein sollte. Und wenn Menschen, die sich engagieren, im Ehrenamt, in Vereinen, in der Wirtschaft und im Alltag, mit immer neuen Vorschriften überzogen werden, statt Unterstützung zu bekommen.

Welche Schlagzeile würden Sie gerne mal lesen?
"Westerwald macht den Unterschied - Direktmandat für Jana Gräf, FDP legt in
Rheinland-Pfalz deutlich zu" Diese Schlagzeile würde ich gerne lesen, weil sie zeigt, dass der Westerwald Verantwortung übernimmt und politisches Gewicht gewinnt. Ein Direktmandat für mich und ein starkes Ergebnis für die FDP im Landtag würden bedeuten: mehr Einfluss für unsere Region und mehr Gestaltungskraft für Rheinland-Pfalz. Es wäre das Signal, dass die Menschen eine Politik wollen, die entwickelt statt verwaltet.

Was betrachten Sie als Ihre größte Fehleinschätzung bezogen auf Ihre eigene politische Arbeit und/oder Partei?
Ich habe lange gedacht, dass gute Argumente und sachliche Fakten in der Politik automatisch überzeugen. Das war eine Fehleinschätzung. Politik ist auch Kommunikation, Emotion und Vertrauen. Es reicht nicht, recht zu haben, man muss Menschen mitnehmen und ihnen vermitteln, warum eine Entscheidung richtig ist. Das habe ich gelernt und habe mich hier weiterentwickelt: Heute erkläre ich nicht nur, was richtig ist, sondern höre viel mehr zu, um die Ängste und Sorgen der Menschen ernst nehmen zu können. Daraus entsteht Politik, die den Menschen wirklich dient.

Deshalb sollten die Wähler mir ihre Stimme geben:
Ich stehe für Politik mit Weitblick und Bodenhaftung. Aufgewachsen im Westerwald, geprägt durch Logistik in der Bundeswehr und heute tätig im Ausbildungs- und Veränderungsmanagement von IT-Lösungen in einem Bundesministerium. Ich habe früh gelernt: Verantwortung heißt, Entscheidungen zu treffen, wenn es darauf ankommt, und verlässliche Strukturen zu schaffen. Meine Überzeugung ist klar: Ein Staat, der alles regeln will, verliert den Blick für das Wesentliche. Er muss sich auf seine Kernaufgaben konzentrieren und den Menschen zutrauen, ihr Leben selbst zu gestalten. Freiheit funktioniert nur mit Verantwortung. Ich bringe eine Perspektive in die Politik ein, die ich in Mainz stärken will: die der Entwicklerin statt der Verwalterin. Mir geht es um Verlässlichkeit, Planbarkeit und klare Zuständigkeiten. Gerade der ländliche Raum braucht eine Politik, die Sicherheit gewährleistet, Infrastruktur ermöglicht und Vertrauen in die Menschen setzt.

________________________

Kurzer Steckbrief

Wohnort: Höhr-Grenzhausen
Geburtsdatum: 1989
Familienstand: verheiratet

Beruflicher Lebenslauf/Ausbildung: Ehemalige Zeitsoldatin bei der Bundeswehr, Schwerpunkt Logistik; seit 2020 Bundesbeamtin im IT-Bereich eines Bundesministeriums; tätig im Ausbildungs- und Veränderungsmanagement
Politischer Werdegang: 2019 bis 2020 Mitglied im Ausschuss für Jugend, Soziales, Sport, Gesundheit und Demographie Stadt Daun; 2019 bis 2020 Mitglied Schulträgerausschuss VG Daun; seit 2020 Mitglied im Bundesvorstand Liberale Frauen; seit 2021 Mitglied im Kreisvorstand der FDP Westerwald; 2021 Landtagskandidatin (Wahlkreis 5); seit 2023 Kreisvorsitzende der FDP Westerwald; seit 2023 Landesvorsitzende Liberale Frauen Rheinland-Pfalz; seit 2023 stellvertretende Vorsitzende des Bundesfachausschusses Landwirtschaft und Ernährung der FDP; seit 2024 Mitglied des Kreistags Westerwaldkreis; seit 2025 Mitglied im Rechts- und Umweltausschuss des Landkreistages Rheinland-Pfalz; seit 2025 Mitglied im Landesvorstand der FDP Rheinland-Pfalz; 2026 - Landtagskandidatin (Wahlkreis 6, Listenplatz 10)
Gesellschaftliches Engagement und Vereinsaktivitäten: Aktive Jägerin; seit 2009 Mitglied im Komitee Fastnachtzug e.V. Höhr-Grenzhausen; seit 2011 Mitglied im Original Marinechor Blaue Jungs aus Bremerhaven

Hobbys: Jagd, Reisen, Karneva
Drei Lieblingsorte im Wahlkreis: Der Köppel- für den Weitblick über den Westerwald; Die Westerwälder Seenplatte - Natur und Erholung direkt vor der Haustür; Die Altstadt und das Schloss von Montabaur - Geschichte und Gegenwart verbinden
sich hier.
Vorbilder: Vorbilder sind für mich Menschen, die Verantwortung übernehmen, ohne zuerst zu fragen, was sie persönlich davon haben. Unternehmerinnen und Unternehmer, die Arbeitsplätze schaffen und Risiken tragen. Ehrenamtliche, die ihre Freizeit für die Gemeinschaft einsetzen. Und Menschen, die unbequeme Wahrheiten aussprechen, auch dann, wenn es politisch nicht opportun ist.

Ein politisches Vorbild war für mich Gerhart Baum. Er stand über Jahrzehnte für Rechtsstaatlichkeit, Bürgerrechte und eine klare liberale Haltung. Sein Satz "Wir müssen hin zu einer Politik, die den Wandel erklärt und gestaltet, statt die Menschen vor ihm bewahren zu wollen" beschreibt für mich genau das, was Politik leisten muss: Orientierung geben, Verantwortung übernehmen und Zukunft aktiv formen. Und seine letzten Worte, "Seien wir nicht gleichgültig und frustriert, sondern engagiert und kritisch optimistisch. Halten wir zusammen und geben der Freiheit eine Chance.", sind für mich mehr als ein Zitat. Sie sind ein Auftrag.

Ganz persönlich hat mich auch mein Vater geprägt. Er war ein Mensch mit großem Optimismus und der festen Überzeugung, dass man Probleme anpacken muss, statt über sie zu klagen. Von ihm habe ich gelernt, Verantwortung zu übernehmen und nach vorne zu denken, gerade in schwierigen Zeiten. Diese Mischung aus Haltung, Mut und Zuversicht trägt mich bis heute.
Kontaktdaten zur Veröffentlichung: E-Mail: jana.graef@fdp-westerwald.de; Website: https://jana-graef.wahl.freie-demokraten.de; Social Media: graef_rlp

Eine kurze Übersicht aller Direktkandidierenden für den Westerwaldkreis finden Sie hier.(Red)


Mehr dazu:   FDP   Landtagswahl 2026   Politik & Wahlen  
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