"Derwisch" (Dernbach) feierte Karneval mit viel Lokalkolorit
Von Wolfgang Rabsch
Ein Dorf feierte sich und den Karneval: Dernbach, von seinen Einwohnern liebevoll "Derwisch" genannt, zeigte einmal mehr, dass es möglich ist, eine heitere Karnevalssitzung auf die Beine zu stellen, die vom ganzen Dorf angenommen wird.
Dernbach. Auf übermäßigen Prunk wurde verzichtet, gerade darum entwickelte sich ein Flair, das alle Besucher mitnahm und begeisterte. Die Turnhalle in Dernbach war fast komplett ausverkauft, die Vorfreude spürbar, denn in Dernbach ist es Tradition, die Feste so zu feiern, wie sie fallen. Organisiert wurde die Sitzung vom Dernbacher Carnevals Verein e.V. 1983 (DCV), der die Veranstaltung unter dem Motto "Das Närrische Jobcenter - Finde deinen Traumjob beim DCV" präsentierte.
Durch die Sitzung führte Ulrike Burchards, ihres Zeichens Vorsitzende des DCV, die in ihrer resoluten, kraftvollen, herzlichen und humorvollen Art die Zügel fest in der Hand hielt. Sie identifiziert sich komplett mit dem Karneval und dem DCV, das war in jedem Moment der Veranstaltung zu spüren. Die Moderatorin konnte ein anspruchsvolles, unterhaltsames Programm präsentieren, das tatsächlich für Begeisterung in der Turnhalle sorgte. Die Akteure auf der Bühne wurden begeistert gefeiert, kein Wunder, denn fast alle hatten ein Heimspiel, weil sie aus Dernbach stammen und ihre eigenen Anhänger mitgebracht hatten.
Ein pralles Programm begeisterte die Narren
Es ist nahezu unmöglich, jeden einzelnen Programmpunkt im Detail zu beschreiben, das würde den Rahmen sprengen. In loser Reihenfolge wechselten die Bühnenauftritte, schön anzuschauende Tanzeinlagen verschiedener Tanzgruppen, Büttenreden, die viele Lacher erzeugten und musikalische Einlagen, die zum Mitsingen animierten.
Die "Mini Garde" des DCV hatte ihren großen Auftritt gleich am Anfang der Sitzung, nachdem Burchards das Publikum begrüßt hatte. Gleich der erste Büttenredner, Robin Bayer Runge, konnte davon berichten, welche Probleme es mit sich bringt, wenn man als Dachdecker mit einer imposanten Größe von 2,05 Metern ausgestattet ist. Die Streiche, die ihm als Azubi die Gesellen im Betrieb spielten, erzeugten viele Lacher, zum Beispiel sollte er in einem Baumarkt einen Eimer Pressluft besorgen. Die 17-köpfige Tanzformation "Passion for Dance" aus Ebernhahn, erntete viel Beifall und Rufe nach Zugaben nach ihrem fantasievollen Tanz. Außerdem erhielten sie die erste Rakete des Abends.
Geschlechterkampf auf offener Bühne?
Natascha Bayer nahm anschließend den Schönheitswahn, aber auch ihre eigenen Probleme mit ihrem Outfit auf den Arm. Auch die Männer bekamen ihr Fett ab, deren Attraktivität, auch unterhalb der Gürtellinie, sie stark anzweifelte. Geschlechterkampf auf offener Bühne kommt immer gut an, wobei die Männer nicht so richtig lachen konnten, was aber von Natascha so beabsichtigt war.
Die "Perlweinschnecken" wurden ebenso mit Beifall überschüttet wie die "Groove Kids"; beide Formationen überzeugten mit schön anzuschauendem Showtanz. Es folgten der Tanz der "Derwischer Funken" und die Büttenrede von Thomas Burchards, der als Sozialarbeiter beim Jobcenter, von einigen haarsträubenden Erlebnissen mit Arbeitssuchenden berichtete. Viel Gelächter erzeugte er, als er von der Generation sprach, deren Merkmale die Ausdrücke "Alder", "Digga" und "Opfer" sind.
Die "6-Bombs" (Andrea Punke, Ulrike Burchards, Ingo Hoschkara und Michael Lohr) trugen einige Lieder vor, die sich liebevoll mit ihrem Heimatdorf "Derwisch" und der Region befassten. Das Männerballett des DCV bewies, dass auch Männer in der Lage sind, anmutig und elegant einen Showtanz abzuliefern. Themen des Männerballetts waren "Hausmeister und Putzfrau", sowie "Batman" und "Superman". Klar, dass die schwer atmenden Männer noch eine Zugabe liefern mussten, stürmisch vom weiblichen Publikum gefordert.
Großes Finale beendete die Sitzung des DCV
Zum großen Finale bat Burchards alle Aktiven des Abends auf die Bühne, die gemeinsam mit dem Saalpublikum das "Derwischer Lied" sangen und so für ein stimmungsvolles Ende des Bühnenprogramms sorgten. Es ist anzunehmen, dass mit dem Finale der Abend nicht beendet wurde, denn in Dernbach enden Feiern erst dann, wenn auch der Letzte gegangen ist.
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