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Pressemitteilung vom 07.02.2026    

NABU warnt: Spatzen in Rheinland-Pfalz deutlich seltener gesichtet

Die "Stunde der Wintervögel" verzeichnete in diesem Jahr eine Rekordbeteiligung, jedoch zeigt sich ein besorgniserregender Abwärtstrend bei den gesichteten Vögeln. Besonders betroffen sind die Spatzenarten.

Foto: Pixabay

Mainz/Berlin. Mehr als 145.000 Menschen haben bei der "Stunde der Wintervögel" am zweiten Januarwochenende mitgemacht und mehr als 3,27 Millionen Vögel in über 102.000 Gärten und Parks gezählt. "Das ist das drittbeste Teilnehmenden-Ergebnis aller 16 Zählungen und ein Plus von etwa 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Auch in Rheinland-Pfalz nahmen mit über 7.500 Menschen deutlich mehr an der Aktion teil als im letzten Jahr", freut sich Naturschutzreferentin Klara Harres vom NABU Rheinland-Pfalz. Sie vermutet: "Schnee und Frost haben für das passende Winter-Feeling gesorgt, sodass viele Menschen Lust hatten, sich mit den Wintervögeln im Garten zu beschäftigen."

Weniger erfreulich sind die Ergebnisse der Zählung. Mit im Schnitt gesichteten 32 Vögeln wurden noch nie so wenig Individuen pro Garten oder Park gemeldet wie in diesem Jahr.

Zur ersten Zählung 2011 waren noch 45,8 Vögel im Durchschnitt gemeldet worden. "Über die vielen Jahre Stunde der Wintervögel lässt sich leider ein stetiger Abwärtstrend beobachten", stellt Harres fest. "Damit reihen sich auch häufige Arten, wie Amseln, Meisen, Finken und Spatzen in den zunehmenden Schwund der Vogelbestände ein, wenn es auch hier nicht so dramatisch abwärts geht, wie das bei den Agrarvögeln der Fall ist."

Spatzenverluste auch in Rheinland-Pfalz
Besonders auffällig ist der große Rückgang der beiden Spatzenarten. Bundesweit wurden sie 15 Prozent (Haussperling) und 10 Prozent (Feldsperling) seltener gesichtet als im Vorjahr. Am stärksten betroffen ist Berlin: Die Sichtungen des Feldsperlings lagen in diesem Jahr um 30 Prozent niedriger als 2025, beim Haussperling sind es sogar 45 Prozent weniger. Auch in Rheinland-Pfalz wurden 18 Prozent weniger Haussperlinge und acht Prozent weniger Feldsperlinge gemeldet. "Wo all die Spatzen hin sind, müssen wir nun genauer untersuchen", so Harres. "Klar ist, dass Brutplatz- und Nahrungsmangel seit Jahren ein Problem für die beiden Arten sind."




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Wo Verlierer sind, gibt es auch Gewinner: Kohlmeise, Blaumeise, Amsel, Buchfink und Rotkehlchen kamen bundesweit teils deutlich häufiger als im Vorwinter an die Futterhäuser. Auf diese fünf Arten entfällt in nahezu allen Regionen der Löwenanteil an Zunahmen. Von den mittelhäufigen Arten zeigten unter anderem Schwanzmeisen, Goldammern und Zaunkönige Beobachtungsanstiege.

Trotz seines Negativtrends liegt der Haussperling bundesweit immer noch ganz vorn in der Rangliste der am häufigsten gesichteten Vögel. Es folgen Kohlmeise, Blaumeise, Amsel und Feldsperling. Auch in Rheinland-Pfalz liegt der Haussperling vorn, gefolgt von Kohlmeise, Blaumeise, Amsel und Star.

Die "Stunde der Wintervögel" ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion und wird vom NABU und seinem bayerischen Partner LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) durchgeführt. Die Aktion liefert in enorm hoher Auflösung Daten zur Winter-Bestandsentwicklung häufiger Arten des Siedlungsraums. Je größer die Teilnahmezahlen und je länger die Zeitreihe, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse. Die nächste Zählaktion ist die "Stunde der Gartenvögel" und findet vom 8. bis 10. Mai statt.

Mehr Informationen zur Aktion sind unter der Website Stunde der Wintervögel verfügbar. (PM/Red)


Mehr dazu:   Naturschutz  
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