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Pressemitteilung vom 07.02.2026    

Streuobstwiesen schützen: Warum jetzt der richtige Zeitpunkt für die Mistelbekämpfung ist

Der Spätwinter bietet ideale Bedingungen für die Pflege von Streuobstwiesen. Neben dem fachgerechten Schnitt von Apfel- und Birnbäumen rückt ein oft unterschätztes Problem in den Fokus. Die Mistel bedroht zunehmend die Gesundheit ganzer Obstbestände.

Apfelbaum mit starkem Mistelbefall. (Foto: Marcel Weidenfeller)

Westerwald. Der Spätwinter und das zeitige Frühjahr gelten als beste Zeit, um hochstämmige Obstbäume auf Streuobstwiesen zu schneiden. Apfel- und Birnbäume benötigen als Kulturpflanzen regelmäßige Pflegemaßnahmen, um vital zu bleiben und langfristig Erträge zu sichern. Neben dem klassischen Baumschnitt spielt dabei auch die Entfernung von Misteln eine zentrale Rolle, die in den vergangenen Jahren vielerorts vernachlässigt wurde.

Gefahr für Obstbäume und Streuobstbestände
Die Laubholz-Mistel breitet sich in vielen Regionen stark aus, insbesondere in Rheinland-Pfalz, dem Saarland und in Hessen. Häufig wird fälschlicherweise angenommen, die Mistel stehe unter Naturschutz. Diese Annahme hat dazu beigetragen, dass ihre Bestände deutlich zugenommen haben. In Streuobstwiesen führt der starke Befall dazu, dass Bäume unter dem Gewicht der Misteln zusammenbrechen, anfälliger für Windwurf werden oder durch den Halbschmarotzer so stark geschwächt sind, dass ganze Bestände vom Absterben bedroht sind.

Die Mistel entzieht dem Wirtsbaum Wasser und Nährstoffe. Bei starkem Befall leidet nicht nur die Vitalität, sondern auch die Fruchtbildung erheblich. In vielen Fällen sind die oberen Kronenbereiche bereits vollständig verloren, was langfristig zum vollständigen Ausfall der Obstproduktion führen kann.

Konsequente Entfernung als einzige wirksame Maßnahme
Eine nachhaltige Bekämpfung der Mistel ist nur durch konsequentes Entfernen der befallenen Äste möglich. Dabei ist es erforderlich, den Ast mindestens 20 bis 30 Zentimeter unterhalb des Ansatzes der Mistel abzuschneiden. Nur so lässt sich verhindern, dass die Mistel erneut austreibt. Das bloße Abschneiden der sichtbaren Pflanzenteile reicht nicht aus, da die Mistel tief in das Holz eindringt.

Wird die Baumpflege regelmäßig durchgeführt, kann in weniger stark befallenen Fällen auch das Ausbrechen der Mistel helfen. Dadurch wird die Bildung von Beeren verhindert, über die sich die Pflanze weiter ausbreitet. Über mehrere Jahre hinweg wird die Mistel so geschwächt, bis sie schließlich abstirbt. Voraussetzung für einen nachhaltigen Erfolg ist jedoch, dass diese Maßnahmen nicht nur punktuell, sondern möglichst flächendeckend erfolgen.




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Grenzen der Sanierung und Bedeutung von Fachwissen
Einige Obstbäume sind bereits so stark befallen, dass nur ein radikaler Rückschnitt helfen kann. Diese Maßnahme ist jedoch nur bei Bäumen sinnvoll, die noch über ausreichend Vitalität verfügen. Mit entsprechender Erfahrung im Baumschnitt und fachlichem Sachverstand besteht dann die Möglichkeit, den Baum wieder zu stabilisieren und seine Lebensdauer um Jahrzehnte zu verlängern. Ohne fundierte Kenntnisse besteht jedoch die Gefahr, den Baum zusätzlich zu schädigen.

Winterzeit macht Befall besonders sichtbar
Gerade im Winter treten Misteln deutlich in Erscheinung. Nachdem die Blätter der Obstbäume abgefallen sind, sind die kugelförmigen Mistelbüsche leicht zu erkennen. Häufig zeigt sich ein so starker Befall, dass die obere Kronenhälfte nahezu geschlossen wirkt. Diese Bereiche sind für die Obstproduktion meist bereits verloren, und nicht selten stirbt der Baum wenige Jahre später vollständig ab.

Wer Streuobstwiesen weiterhin als wichtigen ökologischen Baustein, als Lebensraum für zahlreiche Arten und als Obstlieferanten erhalten möchte, sollte die Mistel konsequent und unabhängig von der Jahreszeit bekämpfen. Die blattlose Zeit im Winter eignet sich dafür aus praktischen Gründen besonders gut. Die Mistel unterliegt keinem besonderen Schutz nach der Bundesartenschutzverordnung und darf daher entfernt werden. (PM/bearbeitet durch Red)


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