Pressemitteilung vom 02.02.2026 
Montabaur gedenkt der Shoah-Opfer mit Stolperstein-Rundgang
Am 27. Januar, dem Internationalen Holocaust-Gedenktag, versammelten sich zahlreiche Menschen in Montabaur, um den Opfern der Shoah zu gedenken. Trotz widriger Wetterbedingungen nahmen sie an einem Rundgang zu den Stolpersteinen teil, die an das Schicksal der verfolgten jüdischen Bürger erinnern.
Montabaur. Am 27. Januar, dem Internationalen Holocaust-Gedenktag, fanden sich über 50 Menschen am Alten Rathaus in Montabaur ein, um der Opfer der Shoah zu gedenken. Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt und anhaltendem Regen führte Stadtführerin Beatrix Künzer die Gruppe zu mehreren Stolpersteinen in der Stadt.
Das Projekt "Stolpersteine" wurde 1992 von dem Künstler Gunter Demnig ins Leben gerufen. Die kleinen Gedenktafeln sind vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der Opfer des nationalsozialistischen Unrechtsregimes angebracht und tragen deren Namen, Geburts- und Todesdaten sowie Hinweise auf das erlittene Unrecht. Diese Namensnennung ist besonders wichtig, da sie dem Ziel des NS-Staates entgegenwirkt, die Opfer namen- und spurlos verschwinden zu lassen. Zudem markieren die Stolpersteine Orte des Erinnerns in den Städten und Gemeinden.
Bei dem Rundgang konnten nicht alle in Montabaur verlegten Stolpersteine besucht werden. Dennoch verdeutlichte Beatrix Künzer exemplarisch, wie integriert jüdische Bürger einst in die Gesellschaft waren und wie brutal sie daraus entfernt wurden.
Segen auf hebräisch
Im Anschluss an den Rundgang fand in der katholischen Pfarrkirche St. Peter in Ketten eine Andacht statt, bei der aller Opfer der Shoah aus Montabaur namentlich gedacht wurde. Den Abschluss bildete ein Segen durch Pfarrer Steffen Henrich und Pfarrerin Sylvia vom Holt, die den Segen auf Hebräisch sang.
Seit 1998 wird das Shoahgedenken in Montabaur jedes Jahr am 27. Januar von der Katholischen und Evangelischen Kirchengemeinde, der pax christi Gruppe Westerwald und der Katholischen Erwachsenenbildung organisiert. (PM/Red)
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