Halbjahreszeugnisse in Rheinland-Pfalz: Wie Eltern auf unerwartete Noten reagieren sollten
Zeugnistag kann für viele Schüler und ihre Familien eine stressige Zeit sein. In Rheinland-Pfalz gibt der Deutsche Kinderschutzbund wertvolle Tipps, wie Eltern mit unerwartet schlechten Noten umgehen können.
Mainz. Mit Bauchschmerzen nach Hause zu kommen, weil eine Vier in Deutsch auf dem Halbjahreszeugnis steht? Das sollte nach Meinung des Deutschen Kinderschutzbundes in Rheinland-Pfalz nicht passieren. Eltern wird geraten, an einem Zeugnistag wie diesem Freitag zunächst tief durchzuatmen, falls die Noten der Kinder nicht den Erwartungen entsprechen.
Zeigt ein Kind plötzlich Leistungseinbrüche, muss das nicht an mangelnder Anstrengung liegen, erklärt der Kinderschutzbund. Häufig spielen das Umfeld, aktuelle Entwicklungsphasen oder unerkannte Lernschwächen eine Rolle. Wichtig sei es, ruhig zu bleiben und in einem offenen Gespräch herauszufinden, wie es dem Kind geht und ob es etwas belastet.
Strafen wie Fernseh- oder Handyverbot bewirken oftmals nichts. Statt zu schimpfen oder mit Drohungen zu reagieren, könnten Eltern Motivation und Selbstvertrauen stärken. Kinder seien oft selbst enttäuscht über ihre Leistungen. Erfolgserlebnisse außerhalb der Schule, etwa im Sport oder in der Musik, geben ihnen Sicherheit und helfen, schulische Herausforderungen besser zu meistern, argumentiert der Kinderschutzbund. Außerdem bietet das zweite Halbjahr die Chance, neue Wege auszuprobieren. Im Gespräch könnten Eltern und Kinder gemeinsam überlegen, wie Unterstützung aussehen kann. Zu besseren Leistungen können laut Kinderschutzbund etwa eine auf das Kind zugeschnittene Lernroutine oder Nachhilfe führen.
Manchmal sei das Thema Schule in der Familie schon so angespannt, dass Gespräche schnell eskalieren. In solchen Fällen empfiehlt der Kinderschutzbund Rheinland-Pfalz, externe Unterstützung zu suchen. Die kostenfreie "Nummer gegen Kummer" (116 111) bietet Kindern und Jugendlichen anonym Rat von geschulten Beraterinnen und Beratern. Klaus Peter Lohest vom Kinderschutzbund Rheinland-Pfalz betont: "Elterliche Zuneigung sollte niemals an schulische Leistungen geknüpft werden. Das Wochenende nach der Zeugnisvergabe ist der richtige Zeitpunkt, Kinder emotional aufzufangen, statt sie durch Schimpfen oder Verbote weiter zu verunsichern." (dpa/bearbeitet durch Red)
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