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Pressemitteilung vom 29.01.2026    

Kontroverse um Windkraft im Märkerwald: Naturschutzinitiative erhebt Einspruch

Die geplante Errichtung von Windenergieanlagen im Dierdorf-Märkerwald sorgt für heftige Diskussionen. Die Naturschutzinitiative e.V. (NI) hat in einer ausführlichen Stellungnahme ihre Bedenken geäußert und warnt vor schwerwiegenden Folgen für Mensch und Natur.

Rother Weiher und Ölsbach: Auch in diesem ökologisch hochwertigen Gebiet sollen die
geplanten WEA im Märkerwald gebaut werden. (Foto: Catrin Heinze/Naturschutzinitiative e.V.)

Dierdorf. In einer umfangreichen Stellungnahme hat die Naturschutzinitiative e.V. (NI) ihre Ablehnung der geplanten acht Windenergieanlagen im Dierdorf-Märkerwald begründet.

Harry Neumann, Landesvorsitzender der NI, erklärte: "Mit den inzwischen acht genehmigten Anlagen im Maischeider Land bei Dierdorf und weiteren neun geplanten Anlagen in Dierdorf-Sessenhausen wird mit insgesamt 25 Windenergieanlagen ein gigantisches und naturfeindliches Industriegebiet entstehen, das die Lebensräume für Mensch und Tier irreversibel zerstören wird."

Weiter kritisierte Neumann die geplante Rodung von fast 13 Hektar Wald für den Windpark Maischeider Land als verantwortungslos.

Keine Vereinbarkeit mit der Landesplanung
Die NI bemängelt insbesondere einen Planungswildwuchs. Laut dem "Fachbeitrag Artenschutz" des Landes sei klar definiert, wo aus natur- und artenschutzrechtlichen Gründen keine Windenergieanlagen errichtet werden sollen. Diese Vorgaben würden jedoch von den Planern ignoriert, so der Vorwurf der NI. Beim Windpark Dierdorf-Märkerwald stehe lediglich eine Anlage in einem Bereich, der im Regionalen Raumordnungsplan als Vorranggebiet für Windkraft ausgewiesen werden solle. Die meisten Anlagen des Windparks Märkerwald sowie des Vorhabens Dierdorf-Sessenhausen befänden sich in Zonen zum Schutz des Rotmilans oder würden Wälder beanspruchen, die für Fledermäuse bedeutend sind.

Windenergie in Kernzonen des Naturparks
Die Beanspruchung von Lagen in Kerngebieten des Naturparks sieht die NI als nicht genehmigungsfähig an. Diese Gebiete dienen der Erholung und dem Naturerlebnis. Zwei Anlagen des Windparks Märkerwald betreffen solche Kernzonen. Dipl.-Biologe Immo Vollmer betont: "Eine Industrialisierung des Waldes mit den hier geplanten Windkraftanlagen ist nicht mit den für diese Zonen festgelegten Zielen zu vereinbaren."



Wasserschutzgebiete betroffen
Bei mehreren geplanten Anlagen äußert die NI erhebliche Bedenken zum Schutz von Oberflächen- und Grundwasser. Eine Anlage werde so nahe an einem Wasserschutzgebiet der Kategorie 2 geplant, dass man dieses zur Versorgungssicherheit der Dierdorfer Bevölkerung aufgeben müsste.

Biotopvernetzung verschlechtert sich für Wildkatze und andere Arten
Der Wald nördlich und südlich der Autobahn A3 ist ein Vernetzungsraum für Arten wie die Europäische Wildkatze. Gabriele Neumann, Wildkatzenexpertin, erklärt, dass ihr dreijähriges Forschungsprojekt ein Meideverhalten von Wildkatzen gegenüber Windenergieanlagen gezeigt habe. "Ein Waldgebiet, in dem mindestens 25 WEA errichtet werden sollen, wird von den Wildkatzen sicherlich weiträumig gemieden", so Neumann.

Abschließend warnen Harry Neumann, Immo Vollmer und Gabriele Neumann davor, dass die Belange der Natur und der Menschen schutzlos wirtschaftlichen Interessen ausgeliefert seien. (PM/Red)


Mehr dazu:   Windkraft  
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