Pressemitteilung vom 28.01.2026 
Philipp Schiefenhövel weckt Interesse und Begeisterung für das Entdecken der heimischen Natur
Am 20. Januar 2026 hielt Diplom-Biologe Philipp Schiefenhövel in der Westerwaldhalle von Rennerod einen Bild-Vortrag über Tierspuren. Er hat Fotos aus seiner naturschutzfachlichen Tätigkeit in der Masgeik-Stiftung und dazu noch viel Anschauungsmaterial mitgebracht. Kinder und Erwachsene führt er regelmäßig draußen auf Spurensuche.
Rennerod. Tierspuren in der Natur sind vielfältig, neben Fährten und Trittsiegeln gibt es Fraßspuren, Kot, Hinterlassenschaften, Nester, Bauten und Behausungen. Gleich zu Beginn des Vortrags bittet der Referent um die Mitarbeit der Zuhörer. "So schläft auch keiner ein", sagt er mit Augenzwinkern. Schon das erste Fundstück hat es in sich und es wurde tatsächlich von einem Naturkundigen erkannt, ein Kalk-Verschlussdeckel (Epiphragma) mit dem sich die Weinbergschnecke im Winter vor Frost und im Sommer vor Austrocknung schützt. Die Bildreihe startet mit verschiedenen Fährten und Trittsiegeln, Zehen werden gezählt, mit und ohne Krallen, herausgestellt werden die Unterschiede der Tiergruppen Katzen-, Hunde-,
Marderartige und schalentragende Wildarten. Jeder im Saal ist aufgefordert einen Tipp abzugeben, anschließend kommt die Auflösung durch ein Bild des Tieres, von dem die Spuren sind. Die Anordnung der Abdrücke lässt auch Rückschlüsse zu, wie das Tier sich bewegt, Geschwindigkeit und Gangart lassen sich ablesen. Typisch ist der Hasensprung, gar nicht so einfach zu zeigen, aber der Referent gibt sein Bestes.
Abgefressene Fichtenzapfen geben Auskunft darüber, wer ihre Samen herausgeholt hat, perfekt bis auf den Stiel abgenagt von Waldmäusen, das Eichörnchen lässt einen Schopf stehen, die Kreuzschnäbel schlitzen nur die Schuppen, während wild zerzauste Zapfen vom Hacken des Spechts kommen. Wildschweine hinterlassen erhebliche Fraßspuren, rollen flächenhaft die Grasnabe wie einen Teppich hoch um Würmer und Käferlarven aus dem Boden zu ziehen. Dagegen sind die Gang-Muster der Borkenkäfer unter der Baumrinde sehr filigran. Sie folgen einem Prinzip, das ihrer Lebensweise und Fortpflanzung entspricht.
Das nächste Kapitel Kotspuren von harmlosen Murmeln der Pflanzenfresser bis zu den weniger appetitlichen Haufen von Marder, Dachs und Wolf nimmt Biologe Schiefenhövel mit Humor. Die Form verrät schon, wie er abgesetzt wurde und Geruchssinn hilft bei der Zuordnung. Als Hinterlassenschaften kommen die Gewölle von Greifvögeln und Eulen in den Blick. Fell, Knochen und Krallen sind feinverpackt im Speiballen. Nimmt man ihn auseinander und fügt die Knochen wie ein Puzzle zusammen, kann der Speiseplan der Beutegreifer entschlüsselt werden. Haare können anhand ihrer Feinstruktur sichtbar im Mikroskop zugeordnet werden.
Schlafplätze von Reh und Hase kann man in Wald und Wiese finden und Maulwurfshügel laden zu Entdeckungen ein. Neben feingewobenen Singvogelnestern beeindrucken besonders die Dachbauten durch ihre Dimensionen. Sehr großflächige über mehrere Jahre genutzte Dachsbauten können neben Dachsen auch vom Fuchs, vom Iltis oder von Kaninchen bewohnt sein. Manche davon gelten als Totfeinde, aber im weitverzweigten Gangsystem der Dachsbauten ist viel Platz und es herrscht Burgfrieden.
Zum Abschluss lädt uns Philipp Schiefenhövel ein, seine umfangreichen Fundstücke anzuschauen. Darunter auch ein Album mit Vogelfedern, die er in großer Zahl mit seinen Kindern gesammelt hat. Die zwei Stunden zur Spurensuche vergingen wie im Fluge mit einigen Lachern, vor allem aber auch mit vielen spannenden Einblicken in die Lebensweisen unserer Tierwelt. (PM)
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