Werbung

Pressemitteilung vom 27.01.2026    

Krankenkasse sieht keinen signifikanten Anstieg von Krankenmeldungen per Telefon

Der Bundeskanzler hat den Krankenstand in Deutschland ins Visier genommen. Besonders in Rheinland-Pfalz wird die Situation nun genauer unter die Lupe genommen. Eine Krankenkasse hat die aktuellen Zahlen analysiert und schlägt Maßnahmen zur Senkung der Fehltage vor.

Telefonische Krankschreibung. (Foto: Hannes P Albert/dpa)

Mainz. Nach der Kritik von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am vermeintlich zu hohen Krankenstand in Deutschland hat die Krankenkasse DAK die Zahlen für Rheinland-Pfalz untersucht. Im Jahr 2025 waren DAK-versicherte Beschäftigte durchschnittlich an 20,8 Kalendertagen krankgeschrieben. Diese Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben, jedoch liegt sie über dem Bundesdurchschnitt, wo DAK-Versicherte nur 16,6 krankheitsbedingte Fehltage pro Kopf hatten. Baden-Württemberg wies bundesweit den geringsten Arbeitsausfall auf.

Die DAK teilte mit, dass psychische Erkrankungen im vergangenen Jahr die Hauptursache für Krankschreibungen in Rheinland-Pfalz waren. Sie führten 2025 zu 391 Fehltagen je 100 Versicherte - ein Anstieg von 7,5 Prozent im Vergleich zu 2024. Atemwegserkrankungen wie Bronchitis folgten mit 389 Fehltagen je 100 Versicherte, während Muskel-Skelett-Probleme wie Rückenschmerzen bei 366 Tagen je 100 Versicherte lagen. Letztere blieben im Gegensatz zu den psychischen Erkrankungen stabil. Die Analyse basiert auf Daten des Berliner IGES Instituts, das rund 144.000 erwerbstätige DAK-Versicherte in Rheinland-Pfalz auswertete.



Bundeskanzler kritisiert hohen Krankenstand
Bundeskanzler Friedrich Merz kritisierte den seiner Meinung nach zu hohen Krankenstand und forderte die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung. CSU-Chef Markus Söder unterstützte diesen Vorschlag: «Das Blaumachen muss reduziert werden.» Rainer Lange, Leiter der DAK-Landesvertretung in Rheinland-Pfalz, hingegen betonte: «Für Rheinland-Pfalz brauchen wir eine umfassende Analyse der Gründe für den dauerhaft hohen Krankenstand - erst dann können wir wirksame Maßnahmen ableiten.»

Kein Zusammenhang mit telefonischer Krankenmeldung erkennbar
Lange hält die telefonische Krankschreibung für sinnvoll, da sie Praxen sowie Patienten besonders in Grippe- und Erkältungswellen entlastet. Hausärzte bestätigen dies. Laut Auswertungen des IGES-Instituts sei kein signifikanter Anstieg des Krankenstands durch die Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung erkennbar. Große Chancen sieht Lange im betrieblichen Gesundheitsmanagement: «Gute Arbeitsbedingungen und eine starke Unternehmenskultur sind zentrale Hebel, um den Krankenstand zu senken», sagte er.
(dpa/bearbeitet durch Red)


Mehr dazu:   Gesundheitsversorgung   Politik & Wahlen  
Feedback: Hinweise an die Redaktion

WW-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Rheinland-Pfalz


Kritik an GKV-Reform: Dr. Christoph Gensch fordert Bund zur Kostenübernahme auf

Die geplanten Einsparungen im Gesundheitswesen stoßen auf heftige Kritik. Dr. Christoph Gensch, Vorsitzender ...

Fliegerbombe in Dernau: Entschärfung startet nach erfolgreicher Evakuierung

In Dernau im Ahrtal wurde eine 250-Kilo-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Rund 600 Menschen ...

Wirtschaftliche Verflechtungen: Rheinland-Pfalz und seine WM-Gegner

Die Fußball-Weltmeisterschaft bringt nicht nur sportliche Begegnungen, sondern auch wirtschaftliche Verbindungen ...

Ermittlungen nach Großbrand in Bad Ems: Hoher Sachschaden

In Bad Ems ist es zu einem folgenschweren Brand gekommen, der die Feuerwehr am Morgen auf Trab hielt. ...

Evakuierung in Dernau: Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt

Am Freitag steht Dernau im Ahrtal eine großangelegte Evakuierungsaktion bevor, nachdem bei Sondierungsarbeiten ...

Rheinland-Pfalz setzt auf KI: Effizienter Arbeiten in der Landesregierung

Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) wird für die Landesregierung in Rheinland-Pfalz zu einem ...

Weitere Artikel


RZ-Winterwandertag in Hachenburg: Ein Erlebnis für die ganze Familie

Am 8. März erwartet Wanderfreunde ein besonderes Ereignis im Westerwald. Der RZ-Winterwandertag bietet ...

Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen: Vision oder Realität?

Die Jungen Liberalen Rheinland-Pfalz, die Liberalen Frauen RLP sowie die FDP-Kreisverbände Mayen-Koblenz ...

Energieversorger warnt vor Betrügern an der Haustür

In der Region um Koblenz häufen sich Berichte über Personen, die sich als Mitarbeitende der Energieversorgung ...

Raser-Unfälle auf Autobahnen: Ein Risiko für alle Verkehrsteilnehmer

Auf den Autobahnen in Rheinland-Pfalz kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen durch Raser, ...

Neue Wege der Erinnerungskultur: "Zweitzeugen" bewahren Holocaust-Erinnerungen

Die Zahl der Holocaust-Überlebenden nimmt stetig ab, was die Frage aufwirft, wie ihre Erinnerungen auch ...

Rheinland-Pfalz setzt vollständig auf die elektronische Strafakte

Mit der Einführung der elektronischen Strafakte in Rheinland-Pfalz wird ein wichtiger Schritt in Richtung ...

Werbung