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Pressemitteilung vom 27.01.2026    

Raser-Unfälle auf Autobahnen: Ein Risiko für alle Verkehrsteilnehmer

Auf den Autobahnen in Rheinland-Pfalz kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen durch Raser, die mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs sind. Eine aktuelle Unfallstatistik zeigt die Risiken deutlich auf.

Gefährliche Geschwindigkeit. (Quelle: Pixabay)

Mainz. Auf der Autobahn 61 bei Stromberg im Kreis Bad Kreuznach ereignete sich am Samstagabend (24. Januar) ein schwerer Unfall. Ein gerade einmal 20-jähriger Fahrer verlor vermutlich bei Tempo 200 in einer Kurve die Kontrolle über sein hochmotorisiertes Fahrzeug und kollidierte mit dem Auto einer 50-jährigen Frau, die dabei schwer verletzt wurde. An dieser Stelle ist eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h erlaubt.

Überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit ist laut Statistiken die Hauptursache für tödliche Verkehrsunfälle. Im Jahr 2024 war dies in Rheinland-Pfalz bei fast 30 Prozent der Unfälle mit Todesfolgen der Fall. Zudem gehen etwa 20 Prozent der Unfälle mit Verletzten auf nicht angepasste Geschwindigkeit und unzureichenden Sicherheitsabstand zurück. "Diese Zahlen machen deutlich, wie schnell aus einem kurzen Moment der Unachtsamkeit eine Tragödie werden kann", sagt Manfred Wirsch, Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrats. Besonders auf Autobahnen sei zu schnelles Fahren eine der Hauptunfallursachen.

300 km/h für Klicks in den sozialen Medien!
In den sozialen Medien kursieren derzeit Videos von Rasern, die "ein hochgradig unverantwortliches und rücksichtsloses Verhalten" zeigen, so Wirsch weiter. "Wer mit 300 km/h über unsere Autobahnen fährt, gefährdet nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch das Leben aller anderen Verkehrsteilnehmer. Und das alles nur, um Aufmerksamkeit und Klicks zu bekommen." Bei einer Geschwindigkeit von 300 km/h liegt der Bremsweg je nach Fahrzeugtyp zwischen 300 und 500 Metern, während er bei Tempo 130 rund 100 Meter beträgt. Dieser enorme Unterschied verdeutlicht die Gefährlichkeit solcher Fahrten. Die bekannten Fälle betreffen überwiegend junge Männer, die ihre extremen Geschwindigkeiten filmen und in sozialen Medien verbreiten.



Diskussionen um Tempolimit
Ein generelles Tempolimit ist seit langem politisch umstritten. Laut ADAC sind bundesweit rund 30 Prozent des Autobahnnetzes dauerhaft oder zeitweise tempomäßig begrenzt, zudem gibt es Baustellenbereiche. Derzeit gilt eine empfohlene Richtgeschwindigkeit von 130 km/h. Seit 2020 setzt sich der Deutsche Verkehrssicherheitsrat für ein generelles Tempolimit von 130 km/h auf deutschen Autobahnen ein. Auf geeigneten und sicheren Streckenabschnitten könnten höhere Höchstgeschwindigkeiten vorgesehen werden, erklärt Wirsch. Einheitliche Tempolimits würden nicht nur die Verkehrssicherheit erhöhen, sondern auch die rechtliche Grundlage für extrem schnelle Fahrten - und deren mediale Inszenierung - entziehen.
(dpa/bearbeitet durch Red)


Mehr dazu:   Blaulicht   Auto & Verkehr  
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