Rolling-Stones-Tribute-Band „Fingerprint File“ crashte den Legends Club in Montabaur
Von Wolfgang Rabsch
Die Rolling Stones zählen zu den größten Rockbands der Musikgeschichte. Im Westerwald sorgte nun die Tribute-Band „Fingerprint File“ für ein Live-Erlebnis, das dem Original in nichts nachstand. Der Legends Club in Montabaur wurde zum Schauplatz eines Abends voller Energie und Nostalgie.
Montabaur. Viele Tribute-Bands weltbekannter Rockformationen haben längst den Westerwald für sich entdeckt, ihren Idolen musikalischen Tribut zu zollen. So haben bereits „Motörblast“ (Motörhead), „Metakilla“ (Metallica), „Night Fever“ (Bee Gees), „AB/CD“ (AC/DC), „Demon’s Eye“ (Deep Purple) und „Kissin’ Time“ (Kiss) in unserer Region unzählige Fans begeistert. Der WW-Kurier hatte von den Konzerten dieser Bands berichtet.
Von den Rolling Stones war bis dato leider nichts zu vernehmen, weil ihr Musikstil kaum oder nur sehr schwerlich zu imitieren ist. „Fingerprint File“, eine siebenköpfige Band aus dem Raum Mainz-Frankfurt, hat sich vollkommen der schwierigen Aufgabe gewidmet. Man muss ihren Mut bewundern, dass sie ihre hervorragenden musikalischen Fähigkeiten voll einsetzen, um den Hits der Rolling Stones mit vielen freien Interpretationen ein neues Gewand zu verleihen. Nahe am Original, trotzdem erkennbar: der eigene Sound von „Fingerprint File“. Endlich war es gelungen, „Fingerprint File“ in den Westerwald zu verpflichten. Verantwortlich dafür zeichneten die Betreiber des Legends Clubs in Montabaur-Elgendorf.
Wie beschreiben sich „Fingerprint File“ selbst? Unsere gemeinsame Liebe zur Musik der Rolling Stones hat uns zusammengebracht. Wir sind mit den Rock-’n’-Roll-Klassikern der Stones aufgewachsen und haben an den Lippen von Mick Jagger gehangen. Für Altrocker ist unser Sound eine Zeitreise zurück in die Vergangenheit und für die Jungen ein Feuerwerk aus Licks und Sounds, die auch heute noch so frisch wie vor 50 Jahren klingen. Das Motto unserer Band lautet „It’s only Rock’n’Roll – but we like it“. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Zu Ehren der Stones hat die Band kein Wortspiel beim Bandnamen mit den Originalen benutzt, sondern einen eher unbekannten Hit gewählt – nämlich „Fingerprint File“.
Auch ältere Semester können Party feiern
Am gestrigen Samstag (24. Januar 2026) war es endlich so weit, als die Band ihr erstes Konzert im Westerwald präsentierte. Mit freundlichem Beifall wurde die Band empfangen, wobei im Publikum unverkennbar große Vorfreude auf das Konzert zu verspüren war. Kein Wunder, denn beim Rundblick im gut besuchten Legends Club war unschwer festzustellen, dass der überwiegende Teil der Besucher zur Ü60-Generation zählte. Das Alter tat der Stimmung insgesamt keinerlei Abbruch, denn gerade diese Generation hat die Anfänge der Stones miterlebt – in der Phase der wilden 60er- und 70er-Jahre (Sex, Drugs und Rock’n’Roll). In Gesprächen vor dem Konzert war feststellbar, dass die Fans davon ausgehen, dass man die echten Stones nicht mehr live sehen wird. Nach dem Tod von Schlagzeuger Charlie Watts liegt seit einiger Zeit auch der 80-jährige Keith Richards im Krankenhaus. Aus diesem Grund wurde auch die komplette Welttournee 2026 gecancelt. Umso dankbarer zeigten sich die Fans, ein Live-Konzert mit den Hits der Rolling Stones erleben zu dürfen.
Viele Coverbands versuchen bei den Konzerten, ihren Idolen nicht nur musikalisch, sondern auch im äußeren Erscheinungsbild zu ähneln. So nicht bei „Fingerprint File“, bei denen äußerlich überhaupt nichts an die Stones erinnerte. Für die Band stand merklich im Vordergrund, den vollen Sound der Stones zu interpretieren. Das gelang zu 100 Prozent, denn in der gemütlichen Clubatmosphäre des Legends Clubs konnte sich der teils krachende Sound in seiner ganzen Dynamik entfalten. Das Feeling war viel intensiver als bei großen Stadionkonzerten, da die Band unmittelbar vor dem Publikum stand und man die Bandmitglieder fast berühren konnte. Daher war auch die Intensität der Interpretationen unmittelbar zu spüren – aber auch zu beobachten, mit welcher Energie und Leidenschaft alle auf der Bühne agierten.
„Fingerprint File“ sind mit Leib und Seele „Stoner“
Es wäre nicht fair, einzelne Bandmitglieder herauszupicken, um deren musikalische Fähigkeiten hervorzuheben. Die Band spielte wie aus einem Guss und steigerte sich immer weiter, je länger das Konzert dauerte. Leadsänger Mirko Zander, der den Part von Mick Jagger innehatte, holte das Letzte aus sich heraus – schweißtriefend und stimmgewaltig sang er, auch teilweise fast schreiend, ins Mikrofon. Wunderbar ergänzt, auch im Duett mit Sängerin Claudia Wittner, begeisterte die Band speziell bei den Stones-Klassikern „Sympathy for the Devil“, „Gimme Shelter“ und „Midnight Rambler“. Der Song „Midnight Rambler“ kann als Highlight des Konzerts bewertet werden, da in der zehnminütigen Performance alle bis an ihre Grenzen gingen. Es hört sich übertrieben an, aber die Band agierte wie in Trance – wahrscheinlich berauscht vom eigenen Sound. Da die Stones eigentlich aus dem Genre Blues heraus entstanden sind, entzog sich „Fingerprint File“ auch diesem Musikstil nicht und interpretierte den Blues auf ihre eigene Art. Die Setlist des Abends ist auf den anhängenden Fotos zu sehen.
Der Legends Club hatte sich schnell in eine Tanzfläche verwandelt – bei den Songs der Stones ist es fast unmöglich, die Beine stillzuhalten. Am Ende des Konzerts hatte das Publikum nur eine Möglichkeit, sich dankbar zu zeigen – nämlich grenzenlosen Jubel der Band zu schenken. Die „Fingerprint File“ dürfen hoffentlich alsbald wieder im Westerwald ihr Können unter Beweis stellen.
Ein Wort noch zum Legends Club: Der WW-Kurier hatte trotz des Betriebs im Club Gelegenheit, kurz mit den Betreibern, dem Ehepaar Sabine und Uwe Pfaff, zu sprechen, das seit 2022 die Location führt. Beide legen großen Wert auf „Retro“ – bei der Auswahl ihrer Musik und auch der Einrichtung des Clubs. Viele Sesselgarnituren laden zum Verweilen und zum Genießen ein, man kann wunderbar chillen. Getragen wird der Legends Club vom Verein „Westerwald Legends e.V.“, der beim Amtsgericht Montabaur eingetragen ist. Das nächste Highlight findet am 28. Februar 2026 um 20 Uhr statt – bei der STUDIO54 NIGHT, wenn legendäre 70/80er-Dance- & Disco-Hits zum Feiern einladen.
„Fingerprint File“ spielte in folgender Besetzung
Mirko Zander (Vocals, Mundharmonika), Alex Scholtes (Guitar), Mark von Schenck (Guitar), Peter Kegel (Drums), Andreas Valentin (Bass), Claudia Wittner (Backvocals), Thomas Kerz (Saxofon) und Thilo Brauss (Keyboard)
Lokales: Montabaur & Umgebung
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