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Nachricht vom 24.01.2026    

Die Trockensitzung in Staudt erfüllte alle Erwartungen

Von Wolfgang Rabsch

"Chapeau", Staudt: was die kleine Ortsgemeinde gestern (23.Januar) zum Auftakt der Karnevalssitzungen in der VG Wirges geliefert hat, das nötigt höchsten Respekt ab. Der Ortsgemeinde Staudt gelang es erneut, eine Trockensitzung in der Alten Kirche auf die Beine zu stellen, die in ihrem Rahmen seinesgleichen sucht.

Fotos: Wolfgang Rabsch

Staudt. In Staudt wird der Karneval nicht durch eine Karnevalsgesellschaft gefördert und unterstützt. Nein, die Organisation der Trockensitzung liegt allein in den Händen der Ortsgemeinde, vertreten durch Bürgermeister Sven Normann, der mit seinem Team die Planung durchführt. Die Trockensitzung kann als Dorffest tituliert werden, da die Veranstaltung durch und für die Bewohner von Staudt gestaltet wird.

Die Location, in der die Trockensitzung stattfindet, ist durch ihre besondere Attraktivität und einen gewissen Charme unvergleichlich in der Region. Die Alte Kirche wurde als Kapelle 1865 erbaut und in den Jahre 1922/23 in ihrer jetzigen Form erweitert. Die zu eng gewordenen räumlichen Verhältnisse zwangen die Kirchengemeinde zum Neubau einer Kirche in 1958. Danach diente die Kirche als Lager und wurde 1985 unter Denkmalschutz gestellt und wird seitdem zu Feiern und kulturellen Anlässen genutzt. Der äußere Rahmen war somit geschaffen, um eine grandiose Trockensitzung zu feiern. Trockensitzung heißt nicht, dass die Besucher während der Feier auf dem Trockenen sitzen bleiben müssen, denn es ist ihnen erlaubt, Getränke und Speisen mitzubringen. Demzufolge hatten viele Männer schwer zu tragen – da die Taschen, die sie zu tragen hatten, mit Köstlichkeiten prall gefüllt waren.

Ein Programm, das begeisterte und die Besucher mitriss
Das ehemalige Kirchenschiff war bis in den letzten Winkel besetzt, selbst eine “Kirchenmaus“ hätte keinen Platz mehr bekommen. Auch auf der Empore standen Besucher dicht gedrängt, um dem Programm zu folgen.

Das Programm war an Vielfalt kaum zu überbieten, da es alles beinhaltete, was von einer Karnevalssitzung erwartet wird. Viele Tanzeinlagen, Büttenreden, Sketche und Musik. Aufgrund der Vielzahl der abwechslungsreichen Programmpunkte ist es leider nicht möglich, jeden einzelne Programmpunkt ausgiebig zu beschreiben. Den Anfang machte die Musikgruppe “Blechgefühl“, die sich umbenannt hat und den früheren Namen “Fanfarenzug Staudt“ abgelegt hat. “Mer losse de Dom in Kölle“ und “Rucki Zucki“ waren ideal gewählt, um die Besucher auf Temperatur zu bringen. Die Moderation lag in den bewährten Händen von Eli Falke und Johannes Selbach, die souverän durch das Programm führten. Eli fiel durch ihr Kostüm auf, denn sie hatte sich in “Cindy aus Marzahn“ verwandelt. Die Kindertanzgruppen “Tanzalarm Staudt“ und die “Blauen Funken“ begeisterten die Besucher mit ihren artistischen und akrobatischen Tanzeinlagen. Beide Tanzgruppen wurden zu Zugaben “gezwungen“ und durften sich über tosenden Beifall und die ersten “Raketen“ freuen.

Pfarrer Fuchs hatte weltliche Ansichten
Als ein Höhepunkt der Trockensitzung kann die Büttenrede von Pfarrer Andreas Fuchs von der St. Bonifatius-Kirche in Wirges erwähnt werden, den man mit Fug und Recht als einen der weltlichsten Pfarrer weit und breit bezeichnen kann. Ein kleiner Ausschnitt aus seiner Büttenrede: "Eine Frau, deren Ehemann fremdgegangen und leider verstorben war, wurde von ihr ohne das letzte Hemd im Sarg beerdigt. Nach einiger Zeit bekam sie Gewissensbisse, ließ den Sarg wieder ausbuddeln, um nachzuschauen. Der Sarg war leer, jedoch fand sie einen Zettel vor, auf dem das Folgende stand: Du kannst es nicht fassen, ich kann es nicht lassen, bin drei Gräber weiter bei der Frau Schneider." Dazu sang Pfarrer Fuchs ein Lied, dessen Text man nur erahnen konnte, da er wie ein pubertierender Teenager seine Stimmlage von Hoch zu Tief wechselte. Mit der aktuellen Politik hatte es der Gottesmann wohl auch nicht so sehr, denn er zog Trump, Putin, Ursula von der Leyen und Alice Weidel kräftig durch den Kakao. Die Besucher waren begeistert und dankten mit einer kräftigen Rakete.



Die Showtanzgruppe “Die Chillies“ aus Hilgert führte den Showtanz “Top Gun“ vor und Oliver Neuroth, der neben seinen Geschichten aus Staudt, auch ein neues Lied kreierte, das lautstark mitgesungen wurde, auf Staudter Platt “Ich hon, ich hon, ich hon suvill Sorje, doch dat stürt mich naut, denn ich sein aus Staudt“ (Ich habe so viele Sorgen, doch das stört mich nicht, denn ich bin aus Staudt). Bei der Müllentsorgung blickte Oliver auch nicht mehr durch, viele verschiedene Tonnen, gelb, grau, braun, dazu gelbe Säcke. Oliver hat eine praktikable Lösung für dieses Problem gefunden, er schaut immer nach, was der Nachbar rausstellt.

Nach der Pause konnten die Tanzgruppen der “Las Hormigas“ aus Horressen und des “CCKK Koblenz“ ihr Können unter Beweis stellen und wurden, jeweils mit Zugaben, entsprechend gefeiert. Eli Falke nahm sich in ihrer Büttenrede selbst auf den Arm, als sie das Thema “Fettleibigkeit“ zum Thema hatte, mit beißender Selbstironie. Chiara Blech und Madlen Schumacher zeigten als Solo-Tanzmariechen ihre außerordentlichen tänzerische Fähigkeiten. Im letzten Programmpunkt der Trockensitzung gaben die “Live Steins“ richtig Gas, als sie mit Malle – und Partyhits einen grandiosen Schlusspunkt unter der Trockensitzung setzten.

Party bis zum Morgengrauen?
Damit war aber die Trockensitzung nicht endgültig beendet, denn nun wurden die Besucher von DJ Marco Stuhl beschallt, dem es gelang, die Sitzordnung aufzuheben, weil nun die Tanzfläche im Mittelpunkt des Geschehens stand. Wann die Trockensitzung endgültig beendet war, konnte während des Schreibens dieses Artikels noch nicht ermittelt werden.


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