Vizekanzler Klingbeil eröffnet in Daaden den Landtagswahlkampf
Von Niklas Hövelmann
Mit Vizekanzler Lars Klingbeil konnte der Altenkirchener SPD-Kreisverband ein Schwergewicht der Bundespolitik nach Daaden lotsen. Im Rahmen des Neujahrsempfangs stimmte der Parteivorsitzende seine "Genossen" knapp eine Dreiviertelstunde lang auf den bevorstehenden Landtagswahlkampf in Rheinland-Pfalz ein.
Daaden. Mit Blasmusik des Musikvereins Dermbach wurde am Sonntagmorgen (18. Januar), gegen 10.15 Uhr, der traditionelle Neujahrsempfang des SPD-Kreisverbandes im Daadener Bürgerhaus eröffnet. Zuvor war es beim Einlass aufgrund ausführlicher Sicherheitskontrollen zu längeren Wartezeiten gekommen.
Hintergrund war der erhöhte Sicherheitsbedarf ob der Anwesenheit Klingbeils. So mussten sich alle Gäste im Voraus anmelden und beim Einlass mit ihrem Personalausweis verifizieren. Jacken mussten ebenso an der Garderobe abgegeben werden, wie Taschen. Im großen Saal des Bürgerhauses selbst wimmelte es nur so von Sicherheitskräften. Trotz allem war die Stimmung über die gesamten gut 90 Minuten durchweg relativ locker.
Lockeres Programm mit stimmungsvoller Musik
Programmatisch folgte die obligatorische Begrüßung der Ehrengäste, unter denen sich unter anderen der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Andreas Hundhausen, sowie der Daadener Stadtbürgermeister, Walter Strunk, befanden. Letzterer hielt im Anschluss auch eine kurze Begrüßungsrede.
Zur Einstimmung auf den anstehenden Landtagswahlkampf schloss sich eine kurzweilige Frage-Antwort-Runde mit den beiden SPD-Kandidaten Simone Bätzing-Lichtenthäler und Philip Schimkat an. Hierbei erfuhren die Zuhörer unter anderem, dass Schimkat der Textsicherste auf jeder Schlagerparty ist und Bätzing-Lichtenthäler davon ausgeht, als Demokratin für die helle Seite der Macht zu kämpfen, obgleich sie noch nie einen Star-Wars-Film zu Ende gesehen hat. Vor dem Höhepunkt der Veranstaltung durfte der Musikverein Dermbach mit einem ABBA-Medley noch einmal sein Können unter Beweis stellen.
Klingbeil ruft zur Mäßigung
Sodann war es an der Zeit für die Rede von Lars Klingbeil. Sichtlich gut gelaunt scherzte der 47-Jährige über Gott und die Welt. So erzählte er etwa eine Anekdote vom Morgen. Er hatte in einem Daadener Gasthof genächtigt und morgens mit Bundeskanzler Friedrich Merz telefoniert – jedenfalls solange, bis die örtlichen Kirchenglocken loslärmten und den Anruf erst einmal verzögerten.
Es folgte ein langer freier Vortrag über die Wahl, den Zustand des Landes und die Zukunft der Sozialdemokratie. Aber auch außenpolitisch äußerte sich Klingbeil. So weine er dem venezolanischen Diktator Maduro zwar "keine Träne nach", seine Verhaftung verurteilte er aber dennoch als völkerrechtswidrig. Auch echauffierte er sich sehr über die amerikanische Grönland-Politik, wobei sein Appell, trotz der verhängten Strafzölle gegen die Bundesrepublik hart zu bleiben und sich "nicht erpressen zu lassen", mit einer früheren Bemerkung im Widerspruch stand. So betonte er kurz zuvor, um jeden Industriearbeitsplatz in Deutschland kämpfen zu wollen, war dann aber bereit, enorme wirtschaftliche Schwächungen zugunsten dänischer "Kolonialinteressen" in Kauf zu nehmen. Gegen Ende betonte er noch, wie wichtig es sei, sich nicht durch "Hetze und den Hass" spalten und polarisieren zu lassen, und mahnte gleichsam zur Mäßigung in der eigenen Sprache.
Für seine Rede wurde er im Anschluss mit einem Fässchen "Raiffeisenbier" belohnt, ehe er sich noch einige Zeit für Fotos mit den Gästen nahm. (NH)
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