Pressemitteilung vom 19.01.2026 
Evangelische Kirche im Rheinland: Rekordeinnahmen und dennoch Sparmaßnahmen
Trotz eines unerwarteten Anstiegs der Kirchensteuer-Einnahmen im Jahr 2025 muss die Evangelische Kirche im Rheinland weiterhin sparen. Die Landessynode hat entschieden, dass einige Kürzungen weniger drastisch ausfallen sollen, als ursprünglich geplant.
Rheinland-Pfalz. Die evangelische Kirche im Rheinland steht vor finanziell herausfordernden Zeiten, obwohl sie 2025 Rekordeinnahmen verzeichnete. Die Landessynode hat beschlossen, dass Einsparungen in Bereichen wie der Flüchtlingsarbeit und der Unterstützung von Menschen in Notlagen abgemildert werden. Oberkirchenrat Henning Boecker erklärte, dass an anderer Stelle im Haushalt gespart werden müsse und dies geprüft werde.
Aufgrund der sinkenden Mitgliederzahlen rechnet die Landeskirche bis 2060 mit einem Rückgang ihrer Kirchensteuerkraft um 65 bis 74 Prozent. Die rheinische Kirche ist mit über zwei Millionen Mitgliedern die zweitgrößte Landeskirche Deutschlands und umfasst Teile von Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz sowie Hessen.
Elternbeiträge auf evangelischen Schulen
Eine bedeutende Sparmaßnahme betrifft die Studentenwohnheime der Kirche. Diese sollen bis 2030 abgestoßen und an andere Träger übergeben werden. Derzeit bieten sie Platz für 381 Studierende. Auch bei den zehn evangelischen Schulen, die von 7.400 Kindern besucht werden, wird gekürzt. Die bisherige jährliche Unterstützung von knapp zehn Millionen Euro soll künftig teilweise durch freiwillige Elternbeiträge ersetzt werden.
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Die Diakonie muss ebenfalls mit einer Reduzierung ihrer Mittel um 20 Prozent rechnen. Präses Thorsten Latzel betonte, dass die Kirche trotz knapperer Ressourcen weiterhin gesellschaftlich engagiert bleiben wolle, insbesondere für die Schwächsten.
Im Gegensatz zu diesem langfristigen Trend brachte das Jahr 2025 Rekordeinnahmen durch einen Anstieg der Kirchensteuern um 7,7 Prozent auf 802 Millionen Euro. Grund dafür waren Einmaleffekte bei Kapitalerträgen, da viele Anleger vor der Einführung von US-Zöllen im April 2025 ihre Depots umschichteten und dabei steuerpflichtige Gewinne realisierten, erklärte Boecker.
(dpa/bearbeitet durch Red)
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