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Nachricht vom 16.01.2026    

Präses Latzel warnt vor gefährlicher Vermischung von Politik und Religion

Der rheinische Präses Thorsten Latzel hat in seinem Jahresbericht vor der Synode in Bonn eindringlich vor der Instrumentalisierung des Glaubens gewarnt. Er kritisierte scharf die Verquickung von Politik, Populismus und Religion, die sich seiner Meinung nach nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland zeigt.

Auftakt der Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland. (Foto: Thomas Banneyer/dpa)

Bonn. Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Thorsten Latzel, äußerte deutliche Kritik an der politischen Nutzung von Religion. In den USA, so Latzel, gehörten Evangelikale zu den treuesten Unterstützern von Präsident Donald Trump. Dessen Darstellung als "messianische Rettergestalt" sei für ihn "völlig fremd, fernab von allem, was wir glauben, leben, lehren". Auch in Deutschland sieht Latzel Gefahren durch sogenannte Christfluencer, die die Nähe zu rechtsextremen Parteien wie der AfD suchten. "Wir erleben eine Verquickung von Politik, Populismus und Religion, die sich noch verstärken kann", warnte er.

Latzel kritisierte zudem US-Vizepräsident JD Vance, der das harte Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde ICE gegen Migranten theologisch rechtfertige. "Jesus ist kein Gewährsmann nationalistischer Politik", betonte Latzel. Weder Imperialismus noch Nationalismus ließen sich christlich rechtfertigen, sie seien Ausdruck menschlicher Gier, sprich: Sünde. Stattdessen hätten Völker- und Menschenrechte christliche Wurzeln und sollten ökumenisch gestärkt werden.




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Angesichts globaler Konflikte sprach sich Latzel gegen eine "Militarisierung des Denkens" aus. Es sei notwendig, nicht nur Verteidigungsfähigkeit, sondern vor allem Friedensfähigkeit zu entwickeln. "Wir müssen lernen, aus Kriegen und Konflikten herauszufinden, und verhindern, dass es dazu überhaupt kommt." Er wandte sich gegen die Hochrüstung von Staaten, die auf Kosten anderer wichtiger Aufgaben gehe. "Es ist vielmehr ein Wahnsinn, welche Unsummen weltweit gegenwärtig in Rüstung investiert werden, während wir eigentlich alle unsere Kräfte für den gemeinsamen Kampf gegen Klimawandel und Armut bräuchten", sagte Latzel. Er sieht die Menschheit auf einem falschen Kurs.

Die Synode der rheinischen evangelischen Kirche tagt noch bis Dienstag. Die zweitgrößte evangelische Landeskirche zählt über zwei Millionen Mitglieder und erstreckt sich über Teile Nordrhein-Westfalens, Rheinland-Pfalz, Hessens und des Saarlands. (dpa/bearbeitet durch Red)


Mehr dazu:   Kirche & Religion  
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