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Nachricht vom 11.01.2026    

Grandiose Jubiläums-Herrensitzung der "Närrischen Ritter" in Herschbach

Von Wolfgang Rabsch

Eigentlich sollte man als neutraler Beobachter und Berichterstatter mit Superlativen sparsam umgehen. Häufig wird man selbst von der Begeisterung der Besucher und der Qualität der Veranstaltung mitgerissen. Dann ist es einfach unmöglich, sich mit lobenden Worten bedeckt zu halten.

Impressionen. (Alle Fotos: Wolfgang Rabsch)

Herschbach. Die Närrischen Ritter in Herschbach hatten für die Jubiläumsveranstaltung der 35. Herrensitzung ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Die Hergispachhalle in Herschbach war selbstverständlich, wie immer, bis auf den letzten Platz restlos ausverkauft. Wer von der fantastischen Stimmung im Saal nicht mitgerissen wurde, der war eindeutig fehl am Platz und geht wahrscheinlich zu Hause zum Lachen in den Keller.

Als pünktlich um 14.11 Uhr die Show begann, hatten die ausschließlich männlichen Besucher ausreichend Zeit zum "Vorglühen" gehabt, denn bereits ab 12 Uhr wurden die Tore der Halle geöffnet, sodass die Stimmung zum Programmstart schon prächtig angeheizt war.

Nachdem die Närrischen Ritter umjubelt in den Saal einmarschiert waren, stellte sich der neue Präsident Philipp Kuhlmann vor. Vorab kann ihm bescheinigt werden, dass er seine Feuertaufe blendend bestanden hat und souverän durch die Herrensitzung moderierte. Zum Programm ist zu sagen, dass die Veranstalter eine weise Entscheidung getroffen hatten, die Wortbeiträge vorzuziehen und Musik und Tanz später zu bringen, denn mit zunehmendem Alkoholkonsum, stieg auch der Lärmpegel. Trotzdem herrschte, wie bereits erwähnt, eine prima Stimmung, die einer Karnevalssitzung würdig war.

Natalia begeisterte mit ihrer Attraktivität
Die einzelnen Programmpunkte wurden von Natalia angekündigt, die ähnlich einem Nummerngirl bei Boxkämpfen, den Namen des nachfolgenden Comedians, oder der Tanzgruppe, auf einem kleinen Banner ankündigte. Natalia tat dies natürlich nicht hochgeschlossen bis zum Hals, das ist verständlich und wurde auch erwartet. Sie begeisterte die Herren im Saal mit ihrer Attraktivität und ihrer Bekleidung, mal in Dessous und dann wieder im knappen Bikini. Es war ein ästhetischer Anblick, den Natalia den lechzenden Männern bot.

"Ausbilder Schmidt" ist für die Wehrpflicht
Los ging es mit "Ausbilder Schmidt", der nicht zum ersten Mal in Herschbach auftrat. "Ausbilder Schmidt" ist bekannt "wie ein bunter Hund" durch unzählige Auftritte im Karneval und allen TV-Comedy-Shows. Militärisch stramm legte "Ausbilder Schmidt" ohne viel Geplänkel los, knöpfte sich einen langhaarigen Besucher in der ersten Reihe vor: "Das ist hier eine Herrensitzung. Warum bist du hier?" In seiner Kompanie hatte der Ausbilder einige Rekruten der GenZ, die ihn fragten: "Chef, kann ich Mama mitnehmen, ich bin noch nicht abgestillt?", oder: "Chef, ich kriege die Fischdose nicht auf." Darauf der Ausbilder ungehalten: "Blödsinn, das ist eine Handgranate." Der Ausbilder wollte mit einem Panzer nach Holland fahren, wurde aber an der Grenze zurückgewiesen. Deshalb hängte er einen Wohnwagen an den Panzer, und schon durfte er einreisen. Mit dem Gendern hatte er es auch zu tun, als ihn sein Sohn fragte, was ein Transvestit sei. Seine Antwort: "Frag Mama, DER weiß das." Er sei auch bereits bei seiner Geburt ein harter Kerl gewesen, denn er habe seine Nabelschnur selbst durchgebissen. Nach vier Monaten wäre sein erstes Wort "besetzt" gewesen, das zweite Wort lautete "Frankreich". So ging es Schlag auf Schlag weiter, ohne Zugabe durfte der "Ausbilder" nicht die Bühne verlassen.



Disco und Showtanz, das passte
Die Tanzgruppe der "Sugar Girls" aus Euskirchen begeisterte mit einer unglaublichen Tanz-Show. Die Synchronität der 35-köpfigen Gruppe faszinierte die Besucher. Bei dem Auftritt wurde auch die Schwerelosigkeit getestet, denn einige Mädchen wurden meterhoch nach oben geschleudert. Ein toller Auftritt, der mit jubelndem Beifall und der Forderung nach einer Zugabe belohnt wurde.

Die "Heddemer TwiXX" entfachten Disco-Feeling, als sie wie Puppen auftraten und sich in die Stars der Szene verwandelten. Modern Talking, Andreas Gabalier, PUR, Roland Kaiser, Maite Kelly und Neil Diamond präsentierten die Hits aus vergangener Zeit. Tatsächlich wurde im Saal gesungen, gehüpft und getanzt.

Die "Westerwaldsterne" aus Uckerath begeisterten erneut mit einem Show-Tanz vom Allerfeinsten. Fulminante Flugeinlagen, geschmeidige Hebefiguren und rhythmisches Tanzen erzeugten lautes Jubeln im Saal, eine Zugabe wurde erzwungen.

Der Kreisligatrainer vom letzten Platz
Thorsten Bär, alias "Uwe, der Kreisligatrainer", imitiert Jogi Löw, Rainer Calmund, Olli Kahn sowie Mario Basler und strapaziert dabei die Lachmuskeln der Fans. Persönlich wurde Uwe, als er von seiner Familie sprach: "Ich hatte insgesamt etwa 180 Sekunden Glück in meiner Ehe. In dieser Zeit zeugte ich zwei Kinder. Mein Sohn wird 'Messi' gerufen, das hat aber nichts mit Fußball zu tun. Sogar RTL 2 hat die Dreharbeiten für ihre Dokumentation abgebrochen." Mit seiner Mannschaft belegt Uwe seit Jahren in der Kreisliga den letzten Platz, das wäre aber nicht so schlimm, denn er sagt seinen Jungs immer wieder: "Durst ist schlimmer als ein verlorener Zweikampf".

Musikalisch begleitet wurde die Herrensitzung durch die Hausband "Kölsch Club" und "Tante Käthe", die Band aus Köln, die sich im dortigen Karneval fest etabliert hat und auch in Herschbach zum Ausklang der Herrensitzung, die Männer noch einmal richtig in Schwung brachte.

Ein Hesse liebt den Westerwald
Zutreffend ist das Lob von "Hessen-Manni", im Original hessischen Dialekt "gebabbelt", der unmittelbar neben dem Verfasser dieses Artikels saß. "Hessen-Manni" war mit 14 Kumpels aus Wölferlingen angereist. Er meinte (schwer verständlich durch Aussprache und Alkohol): "Ich Ich bin in Frankfurt geboren und danach viel rumgekommen, habe jetzt in der Nähe von Westerburg ein Häuschen erworben und bin begeistert vom Westerwald. Wenn ich die Art zu leben, zwischen Frankfurt und dem Westerwald vergleiche, dann muss ich sagen, das ist eine sehr unterschiedliche Lebensweise, weil hier auch viele Einflüsse des rheinischen Frohsinns spürbar sind. Hui Wäller, Allemol." (WR)


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