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Pressemitteilung vom 09.01.2026    

CDU Westerwald erinnert an Konrad Adenauer: Ein Mahnmal der Geschichte

Anlässlich des 150. Geburtstags von Konrad Adenauer veranstaltete die CDU Westerwald eine Gedenkfeier an der Nistermühle bei Hachenburg. Der Ort, an dem sich Adenauer einst vor den Nationalsozialisten versteckte, steht heute als Symbol für Mut und Menschlichkeit.

Die CDU Westerwald vor der Adenauer-Gedenktafel an der Nistermühle bei Hachenburg. (Foto: Fotostudio Röder-Moldenhauer)

Hachenburg. Mit einer feierlichen Gedenkveranstaltung an der Konrad-Adenauer-Gedenkstätte auf der Nistermühle bei Hachenburg würdigte die CDU Westerwald den 150. Geburtstag des ersten Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland. Neben Ralf Seekatz MdEP, Harald Orthey MdB, Janick Pape MdL und Dr. Stephan Krempel legte die CDU-Kreisvorsitzende Jenny Groß MdL gemeinsam mit zahlreichen lokal engagierten Christdemokraten eine Blumenschale nieder.

Die Erinnerungsstätte, die der CDU-Kreisverband vor 50 Jahren errichten ließ, befindet sich an dem historischen Ort, an dem sich Konrad Adenauer im September 1944 vor den Nationalsozialisten versteckt hielt, bevor er verhaftet und in das Gefängnis Brauweiler bei Köln gebracht wurde.

Mutige Haltung gegen das NS-Regime
Jenny Groß erinnerte in ihrer Ansprache an Adenauers mutige Haltung im Widerstand gegen das NS-Regime. Sie würdigte ihn als eine der prägenden Persönlichkeiten der deutschen Nachkriegsgeschichte, die sich mit Entschlossenheit für ein freiheitliches, demokratisches und wiedervereinigtes Deutschland in einem geeinten Europa einsetzte. Als Vorsitzender der CDU Deutschlands formte er die Partei zu einer Volkspartei, die Menschen unterschiedlicher Konfessionen, gesellschaftlicher Gruppen und beruflicher Hintergründe zusammenführte.

Der heutige Besitzer der Nistermühle, Klaus Victor, zeigte sich erfreut darüber, dass die Geschichte Adenauers bis heute mit dem Ort verbunden bleibt. Viele Wanderer hielten regelmäßig an der Gedenkstätte inne, um sich mit diesem Kapitel der Zeitgeschichte auseinanderzusetzen. Seine Tochter Rebekka Victor gab einen kurzen historischen Überblick über die Mühle und die Ereignisse im September 1944. Unter dem Decknamen "Dr. Weber" fand Adenauer damals in der abgelegenen Mühle Zuflucht, bevor er von den Nationalsozialisten entdeckt wurde.

Jenny Groß erinnerte zudem an Gerhard Krempel, den ehemaligen CDU-Kreisvorsitzenden und Mitinitiator der Gedenkstätte, der im November 2025 verstorben ist. Krempel habe einst scherzhaft angemerkt, Adenauer sei im Räucherkamin "so schwarz" und "so alt" geworden - "gut geräuchert eben". Die CDU Westerwald sei ihm für seine Initiative dankbar, die zur Schaffung eines dauerhaften Erinnerungsortes führte. Ihr Dank galt ebenso der Familie Victor, die die Gedenkstätte bis heute pflegt.



Schutz geboten trotz hohen Risikos
Harald Orthey betonte in seiner Rede, dass Adenauer beim damaligen Mühlenbesitzer Josef Roedig Schutz gefunden habe. Roedig habe aus Menschlichkeit gehandelt und nicht nach dem Risiko gefragt. "Dass wir heute in Frieden und Freiheit leben, ist nicht selbstverständlich", sagte Orthey. "Es ist das Erbe von Menschen, die wie Adenauer durch das Dunkel gegangen sind und danach die Kraft hatten, unser Land neu aufzubauen."

Mit Blick auf die aktuelle Weltlage fragte Orthey, wie Adenauer wohl heute reagieren würde. Er sei überzeugt, dass der "Alte", wie Adenauer liebevoll genannt wurde, Ruhe bewahren und den moralischen Kompass nicht verlieren würde. Freiheit bedeute Arbeit, so Orthey weiter. Adenauer würde daran erinnern, das Verbindende über das Trennende zu stellen und die Werte des Grundgesetzes entschlossen zu verteidigen.

Orthey bezeichnete die Nistermühle als Mahnmal der Geschichte und Ort der Hoffnung. Sie zeige, dass es selbst in dunkelsten Zeiten Menschen wie Josef Roedig gebe, die das Licht der Menschlichkeit bewahren.

Als Überraschungsgäste hatte Familie Victor bei der Gedenkfeier auch Hermann Bonacker und dessen Frau Donna eingeladen. Maria Bonacker, Hermanns Mutter, hatte 1976 als Zeitzeugin über Adenauers Aufenthalt berichtet. Gemeinsam mit ihrem späteren Ehemann hatte sie 1949 den Mühlenbetrieb vom kinderlosen Ehepaar Roedig übernommen, bevor die Familie Victor 1960 den landwirtschaftlichen Betrieb erwarb. (PM/Red)


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