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Nachricht vom 05.01.2026    

Neujahrskonzert mit dem "Konzertorchester Koblenz" setzte Glanzlicht in Montabaur

Von Wolfgang Rabsch

Bereits zum 13. Mal durfte sich Montabaur über das Neujahrskonzert des Konzertorchesters Koblenz freuen. Auch wenn die Zahl 13 angeblich kein Glück bringen soll, wurde das beim Konzert ad absurdum geführt, denn die Stadthalle in Montabaur war restlos ausverkauft; etwa 750 Gäste dürften im Zuschauerraum Platz genommen haben.

Fotos: Wolfgang Rabsch

Montabaur. Die Karten für das Konzert sind angeblich weggegangen wie „warme Semmeln“ – demzufolge waren keine Tickets mehr vorhanden und keine Abendkasse hatte geöffnet. Weiterhin war festzustellen – auch nach einem Gespräch mit Citymanager Oliver Krämer – dass die Zuschauer nicht nur aus Montabaur und Umgebung das Konzert besuchten, auch darüber hinaus kommen regelmäßig Besucher aus dem gesamten Westerwald. Sage und schreibe 74 Musikerinnen und Musiker marschierten aus dem Foyer kommend zur Bühne und wurden bereits beim Betreten der Stadthalle mit langanhaltendem Beifall begrüßt.

Melanie Leicher, Stadtbürgermeisterin von Montabaur, ist selbst Mitglied im Konzertorchester Koblenz, begrüßte sichtlich erfreut das Publikum und war sich sicher, dass das Konzert in einer schwierigen Zeit Hoffnung und Licht geben könne. Sie dankte allen Unterstützern, ohne die ein Konzert in dieser Größenordnung nicht hätte durchgeführt werden können.

Bernhard Meffert – ein Moderator, wie man ihn sich wünscht
Dann ergriff Bernhard Meffert das Wort, der vom ersten Neujahrskonzert an die jeweilige Moderation übernommen hatte. In einer unnachahmlichen Art gelang es ihm, die jeweiligen Stücke des Konzerts vorzustellen, dabei unterhaltsam und sehr humorvoll auf Besonderheiten hinzuweisen, die in Verbindung mit dem jeweiligen Musikstück von großem Interesse waren. Ein kleines Beispiel: Mit dem „Huldigungsmarsch“ von Richard Wagner huldigte dieser König Ludwig II., weil Wagner 1864 hoch verschuldet war. Johann Strauß hingegen leistete nicht einem, sondern zwei Kaisern – allerdings als Auftragswerk und nicht aus eigener Motivation – den „Kaiserwalzer“. Der Titel verrät es nicht, aber die Mehrzahl ist gemeint, denn es geht hier um Kaiser Franz Joseph I. von Österreich und Kaiser Wilhelm II. von Deutschland. Strauß’ Absicht war, in diesem Werk auf musikalische Art eine Brücke zwischen den beiden Reichen zu schlagen. Anlass des Werks und seiner Premiere war ein Staatsbankett mit beiden Kaisern in Berlin – das war Völkerverständigung im Dreiviertel-Takt, sozusagen.

Früher undenkbar, heute gehört auch Rock und Pop dazu
„‚Quick Mix‘ ist ein ‚Crossover-Projekt‘, ein musikalisches ‚Ja‘ zum Leben. Das Stück vereint Stile wie Funk, Blues, Ska und schließlich auch Pop sowie klassische Elemente und soll einfach nur Freude bereiten“, so kündigte Meffert den „Quick Mix“, arrangiert von Guido Rennert, an. Das Stück ist der Tenorsaxofonistin Judith Höhn-Engers wie auf den Leib zugeschnitten. Meffert ergänzte seine Moderation um die Geschichte, wie sie sich ihren Kindheitstraum erfüllte, ein Tenorsaxofon zu besitzen. Zudem sei der „Quick Mix“ eine absolute Welturaufführung; er versicherte, das Werk habe den Proberaum noch nie verlassen, deshalb habe es auch noch keine andere Person hören können.




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Winnetou „ritt“ durch die Stadthalle
Ein Highlight des Konzerts waren die Interpretationen von Martin Böttchers unvergessener Filmmusik zu den Winnetou- und Old-Shatterhand-Filmen. In der Stadthalle war deutlich zu spüren, dass diese Filmmusik bei vielen Besuchern Erinnerungen an ihre eigene Jugend weckte. Manche Besucher schämten sich ihrer Tränen nicht, denn die Winnetou-Filme waren in den 60er-Jahren für die damalige Jugend einfach unverzichtbar.

Zum Ende des zweieinhalbstündigen Konzerts bewies das Konzertorchester Koblenz nochmals, dass es sich durchaus auch rockig präsentieren kann. Der Mix von Schlagern, die fast jeder kennt, riss alle mit: „99 Luftballons“, „Über sieben Brücken“, „Sonderzug nach Pankow“ und „Freiheit“ von Marius Müller-Westernhagen konnten niemanden kalt lassen. Alle Instrumente kamen zum Einsatz, auch viele Soloeinlagen, die sich zum Ende zu einer gewaltigen musikalischen Hymne vereinten.

Standing Ovation und nicht enden wollender Beifall „zwangen“ das Konzertorchester zu Zugaben, die mit dem fulminanten „Radetzky-Marsch“ endeten. Der Wunsch von Melanie Leicher dürfte in Erfüllung gegangen sein, als sie eingangs prophezeite, das Konzert könne in einer schwierigen Zeit Licht und Hoffnung geben.

Seit Oktober 2003 steht das Konzertorchester Koblenz unter der musikalischen Leitung von Christoph Engers, der ein Orchester von überregionalem Ruf formte. Davon zeugen zahlreiche Konzertreisen, unter anderem in die Vereinigten Staaten von Amerika, nach Kanada, Australien, Brasilien, Frankreich, Skandinavien, Ungarn, Österreich, Malta und Großbritannien.

Das Programm:
– Huldigungsmarsch – Richard Wagner
– Kaiserwalzer – Johann Strauß, arrangiert von Guido Rennert
– Quick Mix – Guido Rennert, Tenorsaxofon: Judith Höhn-Engers
– Große Suite über „Winnetou“ – Martin Böttcher, Prolog, arrangiert von Guido Rennert, Unter Geiern, Hill Billy Tilly, Grand Canyon, Mundharmonika: Frank Eickvonder
– El Camino Real, A Latin Fantasy – Alfred Reed
– Monumentalmusik – diverse, arrangiert von Guido Rennert
– Deutsche Rock/Pop-Legenden – arrangiert von Guido Rennert

Zugaben:
– Mons Solus – Lorenz Eibegger
– Ich gehör nur mir – Gesang: Theresa Keller
– Radetzky-Marsch – Johann Strauß


Mehr dazu:   Veranstaltungsrückblicke  
Lokales: Montabaur & Umgebung
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