Pressemitteilung vom 02.01.2026 
Angespannter Finanzlage: Kreistag Westerwald beschließt Haushaltsplan 2026
Der Westerwälder Kreistag hat den Haushalt für das Jahr 2026 verabschiedet. Trotz enger finanzieller Spielräume werden Investitionen in Bereiche wie Straßenbau und Bildung geplant. CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Stephan Krempel warnt jedoch vor weiteren finanziellen Erwartungen.
Westerwaldkreis. Der Kreistag des Westerwaldkreises hat den Kreishaushalt für das Jahr 2026 mit großer Mehrheit beschlossen. Landrat Achim Schwickert erläuterte zuvor die Eckdaten des Haushaltsplans. Die finanzielle Lage sei so angespannt, dass der Landkreis erstmals wieder Investitionskredite aufnehmen müsse. Dennoch wird auf eine Erhöhung der Kreisumlage verzichtet, um die Ortsgemeinden und Städte zu entlasten. Geplante Investitionen umfassen unter anderem den Ausbau von Kreisstraßen, die Modernisierung von Schulen sowie Maßnahmen im Brand- und Katastrophenschutz. Gleichzeitig belasten hohe Ausgaben im Sozial- und Jugendamt die Finanzen zusätzlich. Schwickert fordert eine Reform des komplexen Finanzierungssystems im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).
Kein Erkenntnisproblem, sondern ein Lösungsdefizit
CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Stephan Krempel kritisierte die ausufernden kommunalen Haushaltsdefizite und machte deutlich, dass die Ausgaben ungebremst steigen. "Wir haben kein Erkenntnisproblem mehr, wir haben allerdings ein massives Lösungsdefizit", erklärte er. Die steigenden Kosten seien gesetzlich vorgeschriebene Pflichtausgaben und keine freiwilligen Leistungen oder strategischen Entscheidungen der Gremien.
Krempel sprach auch die hohen Kosten bei öffentlichen Gebäuden und die wachsende Zahl an Personalstellen an. Er forderte eine kritische Überprüfung der Aufgaben und appellierte an seine Kollegen im Kreistag: "Machen wir es wie ein Privatunternehmen, stellen wir uns der Aufgabenkritik und fragen uns ehrlich, was eventuell nicht mehr gebraucht wird."
Trotz der Herausforderungen lobte Krempel die gute Zusammenarbeit im Kreistag und erinnerte an erfolgreiche Projekte wie die Rettung des Hachenburger Krankenhauses. Diese Zusammenarbeit sei ein Grund zur Zufriedenheit, auch in schwierigen Zeiten. (PM/Red)
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