Werbung

Nachricht vom 25.11.2025    

Brandgefahr auf der Bühne: Max Frischs "Biedermann und die Brandstifter" in Montabaur

Von Mariam Nasiripour

Das Amateurtheater "die oase" präsentiert mit "Biedermann und die Brandstifter" von Max Frisch ein Stück, das nichts an seiner Aktualität verloren hat. Die Regisseurin Renate Richter sieht in dem Drama Parallelen zur heutigen Welt.

Biedermann (rechts) erwischt die beiden Hausierer und Brandstifter auf seinem Dachboden. Dort haben sie Kanister und Fässer mit Benzin versteckt. Damit sie sein Haus verschonen, will sich Biedermann mit den beiden anfreunden und sie sogar zum Essen einladen. (Foto: Mariam Nasiripour)

Montabaur. Als ein "Lehrstück ohne Lehre" betitelt das Amateurtheater "die oase" ihr neuestes Stück "Biedermann und die Brandstifter" von Max Frisch aus dem Jahr 1958. "Das Stück ist auch heute noch genauso aktuell wie zu seiner Entstehungszeit", sagte die Regisseurin Renate Richter. Überall gebe es Brandherde, die von Brandstiftern gelegt wurden, die die Welt ins Chaos stürzen wollen. Der Saal des Theaters war an diesem verschneiten Sonntagabend (23. November 2025) bis auf den letzten Platz gefüllt.

Ein Wolf im Schafspelz
In dem Stück geht es um die wohlhabenden Biedermanns, die ein behütetes, sicheres und gutes Leben führen. Bis sie eines Tages Besuch von einem scheinbar harmlosen Obdachlosen bekommen. Dieser stellt sich Biedermann als Boxer vor und versteht es dessen Mitleid zu erregen. Aus Höflichkeit nimmt Biedermann ihn bei sich auf. Der Zuschauer wird Zeuge, wie der junge Mann den Fabrikanten manipuliert und sich bei ihm einschleimt. Er suggeriert dem Hausbesitzer, dass dieser keiner von den spießigen Bürgern sei, der sich faule Ausreden einfallen lasse, um den Obdachlosen nicht bei sich aufnehmen zu müssen.

Der Obdachlose lässt sich ohne Scheu vom Hausmädchen Anna bewirten. Im Gespräch mit dem Obdachlosen erzählt Biedermann von den vielen Bränden in der Stadt, die von Hausierern gelegt wurden. Da sei es verständlich, dass die Menschen misstrauisch seien gegenüber Obdachlosen, so Biedermann. Davon lässt sich der Obdachlose nicht beeindrucken und wickelt den ahnungslosen Biedermann immer mehr um den Finger. Biedermanns Mutter ist vom neuen Hausgast wenig beeindruckt und möchte, dass ihr Sohn den Mann wieder auf die Straße setzt.

Diese Aufgabe erteilt Biedermann seiner Mutter am nächsten Morgen, da er zu seinem Anwalt muss, um geschäftliche Dinge zu besprechen. Doch auch sie wird vom Obdachlosen manipuliert, der die richtigen Worte findet, um sie davon zu überzeugen, dass sie nicht möchte, dass er wieder geht. Er bringt sie sogar so weit, dass sie sich bei ihm entschuldigt, weil er den Eindruck bekommen habe, dass sie ihn nicht im Haus haben möchte. Kaum hat sich der Obdachlose bei den Biedermanns eingenistet, klingelt seine Freundin an der Tür.




Stellenanzeigen | WesterwaldJobs

Sachbearbeiter (m/w/d) Organisation und Verwaltung

Verbandsgemeindeverwaltung Altenkirchen-Flammersfeld
57610 Altenkirchen (Westerwald)

Fachkraft Wohnstätte Einzelfallhilfe (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Bildungsbegleitung (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57610 Altenkirchen

Gruppenleitung (m/w/d) in der Werkstatt

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Koch/Köchin (m/w/d) Großküche

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Mehr Westerwald Jobs entdecken    |    ⇒ Stellenanzeige schalten


Zusammen schaffen sie zwei Kanister und drei Fässer mit Benzin auf den Dachboden. Das Publikum bekommt den Eindruck, dass es sich bei den beiden um die Hausierer und Brandstifter in der Stadt handelt. Doch diesmal lassen sich die beiden etwas mehr Zeit und stecken das Haus nicht gleich am ersten Abend in Brand. Das scheint auch Biedermann langsam klar geworden zu sein, nachdem er die beiden auf seinem Dachboden mit den Fässern erwischt hat. Deswegen schlägt er seiner Mutter vor, die beiden Eindringlinge zu einem Büffet einzuladen und sich mit ihnen anzufreunden. Vielleicht verschonen sie danach sein Haus.

Wird das Haus in Brand gesetzt?
Als Erzähler und Beobachter treten drei Feuerwehrleute auf, die nachts Wache schieben und schon auf den nächsten Brand warten. Doch zwei Nächte hintereinander passiert nichts. Sie sind es auch, die Biedermann davor warnen, dem Obdachlosen leichtfertig zu vertrauen. Doch dieser will nichts davon hören. An dieser Stelle gibt es eine Pause und das Publikum hat die Möglichkeit, sich etwas zu Trinken zu holen und sich auszutauschen.

Und genau an dieser Stelle wollen auch wir einen Cut machen und den Schluss nicht vorwegnehmen. Denn das Amateurtheater "die oase" spielt das Stück noch an sechs weiteren Abenden. Wer also wissen möchte, ob Biedermann sein Haus retten kann oder es den Hausierern zum Opfer fällt, werden die Zuschauer schon selbst herausfinden müssen.


Mehr dazu:   Veranstaltungsrückblicke   Kultur & Freizeit  
Lokales: Montabaur & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

WW-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Kultur


Eine Nacht voller Glanz und Gloria: Travestie-Kunst in Rommersdorf

Das Dragduo Gina Colada & Glinda Glanz performte am Freitagabend, 10. Juli, mit Eleganz und Stimmkraft ...

Villa Musica feiert 40-jähriges Jubiläum mit Starbesetzung

Die Villa Musica Rheinland-Pfalz begeht ihr 40-jähriges Bestehen mit einem beeindruckenden Konzertprogramm. ...

Farbenkraft im Schloss Namedy: Kunst, die die Seele berührt

Die Künstlergruppe Farbenkraft lädt zu einer besonderen Ausstellung in das Schloss Burg Namedy ein. Vom ...

Freudige Erwartung bei Besuchern der Veranstaltungsreihe "Treffpunkt Alter Markt"

Die Besucher freuen sich, dass es wieder losgeht. Und sie ließen sich die Laune vom Nieselregen nicht ...

Rock the Forest 2026 in Rengsdorf: Primal Fear und Brainstorm am Start

ANZEIGE | Am 24. und 25. Juli 2026 verwandelt sich der Waldfestplatz Rengsdorf erneut in einen Treffpunkt ...

Faszinierende Eiswelten im Stöffel-Park: Ulrich Perschs Fotografie-Ausstellung

Im Stöffel-Park in Enspel gibt es erneut eine Ausstellung zu entdecken. Der Fotograf Ulrich Persch zeigt ...

Weitere Artikel


Kennzeichendiebstahl auf Parkplatz in Westerburg

In Westerburg kam es am Abend des Dienstags (25. November 2025) zu einem Diebstahl auf dem Parkplatz ...

Ärztemangel im Westerwald: "Die Bedarfsplanung ist längst überholt"

Die Menschen im Westerwald sind unzufrieden mit der medizinischen Versorgung. Doch wer ist dafür verantwortlich ...

Auffahrunfall auf der Südbrücke sorgt für Stau in Koblenz

Am frühen Morgen des Mittwochs (26. November 2025) ereignete sich auf der Südbrücke in Koblenz ein Verkehrsunfall, ...

Erweiterung des Solarparks Görgeshausen: Spatenstich für den dritten Bauabschnitt

Am Montag (24. November) fiel der Startschuss für die Erweiterung des Solarparks in Görgeshausen. Die ...

Traditioneller Nikolaus-Flohmarkt in Geisweid lockt mit Trödel und Charme

Am Samstag, 6. Dezember 2025, wird der letzte Geisweider Flohmarkt des Jahres veranstaltet, passend zum ...

Annabelle Scherhag: Erfolgreiche Unternehmensnachfolge im Wassersportzentrum Koblenz

Annabelle Scherhag aus Koblenz wurde mit dem Gründerinnenpreis Rheinland-Pfalz 2025 in der Kategorie ...

Werbung