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Pressemitteilung vom 11.11.2025    

Gedenkstättenbesuch in Hadamar: Eine Reise gegen das Vergessen

Am 9. November reisten fünf Vereine aus dem Buchfinkenland zur Gedenkstätte Hadamar, um an die Opfer der NS-Euthanasie-Verbrechen zu erinnern. Die Teilnehmer erhielten erschütternde Einblicke in die Geschichte der Tötungsanstalt.

Der Aufenthalt in der Tötungsanstalt lässt sich nur schwer ertragen. (Foto: Uli Schmidt)

Buchfinkenland/Hadamar. Am 9. November, einem bedeutenden Datum der deutschen Geschichte, organisierten fünf Vereine und Organisationen aus dem Buchfinkenland eine Gemeinschaftsfahrt zur Gedenkstätte für die Opfer der NS-Euthanasie-Verbrechen in Hadamar. Der VdK-Ortsverband Stelzenbach, der Förderverein des Seniorenzentrums Ignatius-Lötschert-Haus, die Spielvereinigung Horbach, der Westerwald-Verein Buchfinkenland und das Familienferiendorf Hübingen luden dazu ein. Uli Schmidt erklärte auf der Hinfahrt den Zweck der Fahrt: "Wir wollen euch nicht schockieren, sondern nur dazu beitragen, dass so etwas Schlimmes nie wieder in Deutschland und bei uns im Westerwald passiert!"

Fast 50 Personen wurden von Birgit Sucke und Olaf Neumann durch die Gedenkstätte geführt. Neumann betonte die Bedeutung solcher Besuche: "Wir dürfen sonst hier überwiegend Schulklassen begrüßen, schön dass auch Gruppen von Erwachsenen zu uns kommen und sich mit dem hier Geschehenen auseinandersetzen wollen." Sucke informierte über den geplanten Umbau der Gedenkstätte, der mehr Platz und bessere museumspädagogische Möglichkeiten bieten soll.

Schreckliche Morde im Keller
Ende 1940 wurde die Landesheilanstalt Hadamar von den Nationalsozialisten in eine Tötungsanstalt umgewandelt. Bis August 1941 wurden dort über 10.000 Menschen ermordet. Nach einer Unterbrechung begannen 1942 erneut Morde, bei denen bis März 1945 weitere 4.500 Menschen ums Leben kamen. Besonders verstörend war der Besuch des weitgehend erhaltenen Tötungsbereichs im Keller, wo die Opfer in einer als Duschraum getarnten Gaskammer ermordet wurden.



In einer abschließenden Gesprächsrunde diskutierten die Teilnehmer über ihre Eindrücke. Eine Teilnehmerin fragte entsetzt: "Was waren das für Menschen, die hier arbeiteten und Unschuldigen so viel Leid zufügen konnten?" Abstumpfung und Verrohung wurden als mögliche Erklärungen genannt. Karl-Josef Müller berichtete von einem ihm bekannten tragischen Euthanasiefall. Alle waren sich einig: "Wir müssen dafür sorgen, dass das Grauen von damals nicht vergessen wird."

Weitere Gedenkfahrten geplant
Auf der Rückfahrt wurde über weitere Gedenkfahrten nachgedacht, etwa zum KZ Buchenwald. Michael Nagel dankte allen Teilnehmenden und betonte: "Alle von uns können etwas dazu beitragen, dass sich so etwas nicht wiederholt." Interessierte können sich per E-Mail an uli@kleinkunst-mons-tabor.de melden. (PM/Red)


Lokales: Montabaur & Umgebung
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