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Pressemitteilung vom 28.10.2025    

Ahrtal: Eltern eines Flutopfers kündigen Klageerzwingungsverfahren gegen Ex-Landrat an

Die Eltern einer jungen Frau, die bei der verheerenden Ahrtal-Flut ums Leben kam, geben sich mit dem Ende der Ermittlungen gegen den ehemaligen Landrat von Ahrweiler nicht zufrieden. Sie planen nun rechtliche Schritte, um eine Anklage zu erzwingen.

Keine Ermittlungen gegen Ex-Landrat Jürgen Pföhler - Eltern von Flutopfer empört. (Foto: Arne Dedert/dpa)

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Eltern von Johanna, die im Alter von 22 Jahren bei der Ahrtal-Flutkatastrophe starb, lehnen das Ende der Ermittlungen gegen den früheren Landrat Jürgen Pföhler ab. Ralph und Inka Orth kündigten an, ein Klageerzwingungsverfahren einzuleiten.

"Mit Empörung" nahmen die Eltern die Entscheidung der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz zur Kenntnis, die Beschwerde gegen die Einstellung der Ermittlungen zurückzuweisen. Sie kritisierten, dass die Begründung einen "Schutzschild um den Verantwortlichen" aufbaue und die wahren Ursachen ausblende.

Vorwürfe gegen die Staatsanwaltschaft
Die Eltern werfen der Staatsanwaltschaft gravierende Fehler vor. "Wir sehen dem Klageerzwingungsverfahren sehr positiv entgegen", erklärten sie. Ihnen sei die Akteneinsicht viel zu spät gewährt worden, unabhängige Gutachten seien ignoriert und eingebrachte Beweismittel ohne Prüfung abgelehnt oder deren Echtheit bezweifelt worden. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte die Beschwerden abgewiesen, da die Ermittlungen vollständig geführt worden seien und die Bewertung der Ermittlungsergebnisse der Sach- und Rechtslage entsprochen habe.



Ralph und Inka Orth widersprechen dieser Einschätzung: "Unsere Tochter Johanna und mindestens 134 weitere Menschen sind nicht deshalb gestorben, weil die Flut unvorhersehbar gewesen wäre. Sie sind gestorben, weil sie falsch oder zu spät gewarnt wurden - und weil derjenige, der Verantwortung trug, seine Pflicht im vollen Bewusstsein der Konsequenzen verletzte."

Das Klageerzwingungsverfahren soll die Staatsanwaltschaft zur Anklage zwingen und ein systematisches Ignorieren der Opferrechte thematisieren. Bei der Flutkatastrophe im Juli 2021 kamen in Rheinland-Pfalz 136 Menschen ums Leben, davon 135 im Ahrtal. Eine Person aus der Ahr-Region wird weiterhin vermisst.
(dpa/bearbeitet durch Red)


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