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Pressemitteilung vom 23.10.2025    

Rheinland-Pfalz in Alarmbereitschaft: Was der Kranichzug mit sich bringt

Die alljährliche Kranichwanderung gen Süden bringt nicht nur spektakuläre Naturschauspiele mit sich, sondern auch die Sorge vor der Ausbreitung der Vogelgrippe. Insbesondere in Rheinland-Pfalz wächst die Furcht vor dem hochansteckenden Virus.

(Foto: Patrick Pleul/dpa/ZB)

Rheinland-Pfalz. Auch im Südwesten Deutschlands befürchten Tierschützer und Behördenvertreter eine Ausbreitung der Vogelgrippe unter Kranichen und anderen Arten. An der Mecklenburgischen Seenplatte und in Brandenburg wurden bereits hunderte tote Kraniche entdeckt. Diese könnten das hochansteckende Virus nun auch nach Rheinland-Pfalz tragen. Die Staatliche Vogelschutzwarte in Brandenburg spricht von einem "in dieser Größenordnung bislang einmaligen Ausbruch einer Wildtierseuche".

In Mainz hat die Vogelschutzwarte des Landesamtes für Umwelt bisher keine Meldungen über verstorbene Vögel erhalten. Allerdings gibt es Informationen über einen starken Ausbruch der Vogelgrippe in Hessen. "Damit wächst natürlich die Wahrscheinlichkeit, dass über kurz oder lang auch Rheinland-Pfalz betroffen sein wird", sagte Christian Dietzen, wissenschaftlicher Mitarbeiter.

Verdacht bestätigt
Das Friedrich-Loeffler-Institut bestätigte den Verdacht einer Infektion mit dem Vogelgrippevirus H5N1 bei Kranichproben aus mehreren Bundesländern. Die zentrale Wildvogel-Auffangstation des Saarlandes in Püttlingen nimmt derzeit keine Tiere mehr auf. "Aus Sicherheitsgründen haben wir einen Aufnahmestopp verhängt", erklärte Jennifer Stein. In der Station befinden sich aktuell knapp 30 Stadt- und Ringeltauben.



Der Verein Tiernotruf Saarland verzeichnet seit Dienstag zahlreiche Meldungen zu geschwächten und verletzten Kranichen und nimmt ebenfalls keine Vögel mehr auf. Thorsten Jochum, Gründer und Vorsitzender des Vereins, warnt: "Im Grunde können wir eine Pandemie auslösen, wenn wir sie aufnehmen würden."

Dreifelder Weiher
Rheinland-Pfalz wird nicht als Hotspot für die Vogelgrippe eingeschätzt, da Kraniche hier nur kurze Rast-Stopps einlegen. Dennoch sind um den Dreifelder Weiher bis zu 1.000 Exemplare zu sehen. Laut Christian Dietzen stehen die großen Kranichdurchzüge noch bevor. "Ein Kaltlufteinbruch und die ersten Fröste sind der Zeitpunkt, wenn ein großer Aufbruch beginnt", so Dietzen.

Das saarländische Umweltministerium rät, tote oder kranke Vögel umgehend der Veterinärbehörde zu melden und Vorsichtsmaßnahmen wie das Tragen von Handschuhen einzuhalten. Geflügelställe sollten nach Kontakt mit verendeten Wildvögeln für 48 Stunden gemieden werden. (dpa/bearbeitet durch Red)


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