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Nachricht vom 10.10.2025    

Rheinland-Pfalz: Jugendliche drängen auf mehr politische Mitsprache

In Rheinland-Pfalz engagieren sich viele Jugendliche bereits politisch, doch der Wunsch nach mehr Einfluss ist groß. Trotz bestehender Jugendvertretungen sehen junge Menschen noch ungenutztes Potenzial.

Jugendparlament in einem Landtag. (Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/ZB)

Mainz. In vielen Städten und Gemeinden von Rheinland-Pfalz sind Jugendliche bereits aktiv in kommunalpolitische Prozesse eingebunden. Sie engagieren sich in Jugendparlamenten, wie etwa in Trier, Worms oder Kaiserslautern, sowie in Jugendräten in Koblenz und Speyer. Der Vorsitzende des Dachverbandes der kommunalen Jugendvertretungen Rheinland-Pfalz, Yannick Becker, berichtete, dass derzeit rund 60 Jugendvertretungen im Land bekannt seien. Diese Zahl sei seit der Änderung der Gemeindeordnung im Jahr 2023 gestiegen.

Jedoch sieht Becker noch Verbesserungspotenzial bei der Schaffung neuer Gremien. Er betonte, dass nicht jede Kommune eine feste Jugendvertretung benötige, aber es nach wie vor viele Regionen gebe, in denen das Thema kaum diskutiert werde. Theresia Hansen von der Geschäftsstelle des Verbandes ergänzte, dass jede Gemeinde verpflichtet sei, Jugendliche angemessen zu beteiligen. Oft fehle es jedoch an pädagogischer Begleitung, da es an finanziellen Mitteln für hauptamtliche Unterstützung mangele.

Junge Menschen interessieren sich besonders für die Mitgestaltung von Freizeit- und Begegnungsstätten, die Organisation von Festen und Aktionen sowie Diskussionen über regionale Themen wie den öffentlichen Nahverkehr oder die Wiedereinführung der Wehrpflicht.



Ministerin Binz im Dialog
Jugendministerin Katharina Binz hob bei der Vorstellung des Kinder- und Jugendberichts im März hervor, dass viele junge Menschen ein starkes Interesse an gesellschaftlicher und politischer Mitgestaltung hätten. Der Bericht zeigt jedoch, dass sich viele in politischen Prozessen nicht ausreichend gehört fühlten. Im Rahmen von Jugendkonferenzen tauschte sich Binz mit jungen Menschen über deren Ideen und Wünsche für mehr Partizipation aus.

Auch im Hinblick auf die Landtagswahl am 22. März 2026 wird das Engagement der Jugendlichen deutlich. Die Landesschülervertretung startet eine Kampagne unter dem Motto "Nicht ohne uns", um auf die Bedeutung ihrer Stimme bei Bildungsthemen hinzuweisen.

Die Landesregierung hat bereits Schritte unternommen, um die politische Teilhabe junger Menschen zu fördern. Im Rahmen der Landesjugendstrategie "JES!" wurden 48 neue Stellen geschaffen. Dennoch betonte Ministerin Binz, dass die Beteiligungsrechte weiter ausgebaut werden müssten, um die Demokratie zu stärken.

Der Dachverband plant eine Kampagne, um die neuen Rechte bekannter zu machen, da viele Kommunen die Beteiligung junger Menschen noch als freiwillige Leistung betrachten. (dpa/bearbeitet durch Red)


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