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Nachricht vom 29.09.2025    

Rheinland-Pfalz erlaubt Flussbestattungen: Ein neues Bestattungszeitalter

Mit dem Inkrafttreten eines neuen Bestattungsgesetzes betritt Rheinland-Pfalz Neuland und erlaubt als erstes Bundesland Flussbestattungen. Diese neue Form der Beisetzung bietet eine spannende Alternative zu traditionellen Methoden.

Flussbestattung. Foto: Harald Tittel/dpa

Riol/Trier. Auf dem Oberdeck eines Schiffes steht die Urne auf einem blumengeschmückten Tisch bereit. Bestatterin Ulrike Grandjean nimmt sie in beide Hände und trägt sie hinaus auf das Außendeck, wo sie sie an Seilen über das Geländer hinunter zur Mosel lässt. "So könnte es gehen", sagt Grandjean zu Kapitän Joachim Zimmermann. Dies ist ein erster Probelauf für die bald möglichen Flussbestattungen in Rheinland-Pfalz. Das kürzlich in Kraft getretene Gesetz erlaubt nun diese Art der Beisetzung von einem Schiff aus auf den Flüssen Rhein, Mosel, Saar oder Lahn.

Für die Durchführung sind spezielle Genehmigungen erforderlich, die beim Gesundheitsministerium in Mainz beantragt werden können. Zunächst wird jeder Fall einzeln entschieden, doch eine geplante Durchführungsverordnung soll den Prozess künftig erleichtern.

Interesse an Flussbestattungen besteht
Grandjean und Schiffsbesitzer Zimmermann haben sich bereits intensiv mit den neuen Möglichkeiten beschäftigt. "Der Bestatter hat ja in der Regel kein Schiff", erklärt Grandjean und freut sich über die Zusammenarbeit mit Zimmermann. Sobald das Gesetz umgesetzt ist und alle Genehmigungen vorliegen, kann es losgehen. "Wir haben auch schon Anfragen", berichtet sie.

Zimmermann, der mit seiner Partnerin Petra Bernard seit Jahren auf der Mosel unterwegs ist, merkt bereits großes Interesse an seinem Angebot. "Es haben sich schon 12 oder 13 Bestatter bei mir gemeldet", erzählt er. Sein Schiff, die Telegraaf IV, bisher für Familienfeiern genutzt, scheint ideal für Flussbestattungen geeignet.

Urne muss sich im Wasser rasch auflösen
Die genauen Abläufe sind noch nicht vollständig geklärt, aber der Rahmen steht fest. Die Urne muss aus Zellulose bestehen, damit sie sich nach dem Sinken schnell auflöst. "Beisetzen darf man nur vom Schiff aus, nicht von einer Brücke oder vom Land", erklärt Grandjean. Ob mit oder ohne Angehörige sowie mit oder ohne Fahrt - die Entscheidung liegt bei den Hinterbliebenen. Das Oberdeck bietet Platz für bis zu 60 Personen.




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Grandjean, stellvertretende Vorsitzende des Bestatterverbands Rheinland-Pfalz, sieht in Flussbestattungen eine spannende Alternative, erwartet jedoch, dass sie langfristig nur einen kleinen Teil der Beisetzungen ausmachen werden. Hauptgrund dafür sei die Heimatverbundenheit vieler Menschen.

Eine kostengünstigere Alternative
Flussbestattungen könnten günstiger sein als traditionelle Urnenbeisetzungen, da keine Grabstätte erworben werden muss, so Grandjean. Konkrete Zahlen nennt sie nicht, da die Kosten individuell variieren. Zimmermann selbst zieht diese Bestattungsform für sich in Betracht und hat bereits die Webseite www.flussbestattung-mosel.de erstellt. "Die Asche landet letztendlich im Meer", sagt er.

Viele Menschen aus dem Trierer Raum fühlen sich der Mosel verbunden, erklärt Bootsfrau Bernard. "Das ist die letzte Reise, die wir den Leuten anbieten." Die Anfragen kommen aus ganz Rheinland-Pfalz, von Vallendar über Birkenfeld bis Kaiserslautern. "Ein Bestatter aus Birkenfeld hat schon zwei Verfügungen", berichtet Zimmermann.

Das neue Bestattungsgesetz ermöglicht zudem Tuchbestattungen, die Herstellung von Diamanten aus Asche, das Verstreuen der Asche unter bestimmten Bedingungen oder die Aufbewahrung in der Urne zu Hause. (dpa/bearbeitet durch Red)


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