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Pressemitteilung vom 28.09.2025    

Tour gegen das Vergessen: Radsportler besichtigen bedrückende Mahnmale aus der NS‑Zeit

80 Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus engagiert sich das Radsportteam Equipe EuroDeK mit einer besonderen Aktion. Auf einer zweitägigen Rundfahrt erinnern sie an die Opfer der NS-Euthanasie. Die Tour führt zu historischen Stätten und wird von emotionalen Begegnungen begleitet.

Ort des Grauens in Weilmünster. (Foto: Uli Schmidt)

Montabaur/Nassau. Das Radsportteam Equipe EuroDeK erinnerte mit einer Tour an zwei Tagen eindrucksvoll an die schrecklichen Verbrechen der NS-Zeit. Bei ihrer Rundfahrt standen die Opfer der Euthanasie im Fokus. Unterstützt von den Unternehmen Westerwald Bank und MANN-Energie startete die Tour auf dem Gelände der Stiftung Scheuern in Nassau. Dort begrüßte Pfarrer Gerd Biesgen die Teilnehmer zu einem "Erinnerungsfrühstück". Er erinnerte daran, dass etwa 1.500 Menschen aus Scheuern als Euthanasie-Opfer nach Hadamar gebracht wurden. Landtagspräsident Hendrik Hering dankte den Radlern für ihre wichtige Aktion.

Die erste Etappe führte zur Euthanasie-Gedenkstätte in Hadamar, wo Birgit Sucke über die Geschichte der Tötungsanstalt berichtete, in der ab 1941 etwa 15.000 Menschen ermordet wurden. Die Teilnehmenden besichtigten die Gaskammer, einen Seziertisch und die Reste des Krematoriums. In Weilmünster, einem weiteren zentralen Tatort der NS-Euthanasie, führten zwei junge Ehrenamtliche durch die Erinnerungsstätte. Nicht nur Menschen mit Behinderung und psychisch Kranke seien der Euthanasie grausam zum Opfer gefallen, sondern auch solche, die anders dachten, als es die Nazi-Regierung der Bevölkerung mit ihrer Propaganda in die Köpfe trieb. Viele, die aus der Norm fielen, fanden hier einen Hungertod.




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"Jetzt werde ich auch beseitigt!"
Bei der Schilderung einiger Einzelschicksale schienen sogar die vorbeifliegenden Vögel zu verstummen, beispielsweise als eine Mutter beim Abtransport mit einem grauen Bus zu ihrer Tochter in Vorahnung sagte: "Jetzt werde ich auch beseitigt!" Beendet wurde der Rundgang durch das weitläufige Gelände der heute überwiegend leerstehenden Vitos-Klinik bei einem von Schülern geschaffenen Gedenk-Kunstwerk.

Am zweiten Tag besuchten die Equipler Weilburg. Der Verein "Weilburg erinnert e.V." führte die Gruppe über einen Weg des Erinnerns. Vorsitzender Markus Huth hob die Wichtigkeit der Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit hervor. Martina Zimmermann erinnerte daran, dass es nach 1942 kein jüdisches Leben mehr in Weilburg gab.

Zum Abschluss der Tour empfing Dr. Moritz Jungbluth die Gruppe im Landschaftsmuseum Westerwald in Hachenburg. Er präsentierte Exponate, die vom früheren jüdischen Leben in der Region zeugen. Heimathistoriker Dr. Uli Jungbluth sprach über die Verhältnisse während der Nazizeit im Westerwald und warnte vor dem Wegsehen als Strategie.

Landtagspräsident Hendrik Hering und Sponsor Markus Mann zeigten sich beeindruckt von der erfolgreichen Thementour und den gewonnenen Eindrücken. (PM/Red)


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