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Pressemitteilung vom 15.09.2025    

Vom verfolgten Jungen zum Pionier der Medizin: Kurt Isselbachers Vermächtnis

In Wirges fand eine bewegende Gedenkveranstaltung zum 100. Geburtstag von Prof. Dr. Dr. Kurt Isselbacher statt. Der Mediziner, der einst aus seiner Heimat vertrieben wurde, hinterließ weltweit Spuren in der Wissenschaft.

Rund 60 Besucher zählte die Ausstellungseröffnung "Die Kirchgänger schauten weg". (Foto: Sabine Hammann-Gonschorek)

Wirges. Rund 60 Personen kamen im Bürgerhaus in Wirges zusammen, um des Lebens und Werkes des international anerkannten Mediziners Prof. Dr. Dr. Kurt Isselbacher zu gedenken. Die Veranstaltung, eröffnet von Schulpfarrer Christof Haxel-Schamuhn, beleuchtete die außergewöhnliche Lebensgeschichte des in Wirges geborenen und später durch das NS-Regime vertriebenen Wissenschaftlers.

Eine zufällige Entdeckung führte zur Organisation dieser Gedenkfeier und einer begleitenden Ausstellung mit dem Titel "Die Kirchgänger schauten weg". Andrea Stockschläder las aus Isselbachers Autobiografie "Don't Call Me Cookie", in der er seine Kindheit und den Pogrom von 1933 beschreibt. Die Familie Isselbacher wurde damals gewaltsam aus ihrem Haus vertrieben, bevor sie 1936 in die USA fliehen konnte.

Isselbacher wurde in den USA ein Pionier der Gastroenterologie und Krebsforschung und gründete das Massachusetts General Hospital Cancer Center in Boston.




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Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus
Landtagspräsident Hendrik Hering hob die Bedeutung der Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus hervor und lobte das Projekt für seine emotionale Wirkung. Dr. Uli Jungbluth erläuterte den historischen Kontext des Pogroms in Wirges und betonte die Gleichgültigkeit der damaligen Nachbarn.

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung vom Landesmusikgymnasium Montabaur. Das Projekt "Lebensmelodien" präsentierte Stücke, die in Gettos und Konzentrationslagern entstanden sind.

Die Ausstellung ist noch bis zum 25. September im Bürgerhaus in Wirges zu sehen und wird anschließend an die Theodor-Heuss-Realschule plus in Wirges weitergegeben. (PM/Red)


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