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Nachricht vom 10.10.2025    

Burg Dattenberg und Antoniusquelle: Mittelalterliches Erbe am Rhein

Von Katharina Kugelmeier

Hoch über dem Rheintal thront die mittelalterliche Burg Dattenberg, während etwas weiter im Tal die heilsame Antoniusquelle seit Jahrhunderten sprudelt. Die kleine Ortsgemeinde im Kreis Neuwied vereint auf einzigartige Weise Geschichte, Natur und Tradition. Besucher erwarten imposante Burgruinen aus dem 13. Jahrhundert, eine schlossartige Villa und eine der ältesten Wasserstellen der Region - ein perfektes Ziel für kulturinteressierte Wanderer und Geschichtsfreunde.

Burg Dattenberg in Dattenberg. (Foto: Katharina Kugelmeier)

Dattenberg. Die Geschichte der Burg Dattenberg reicht bis in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts zurück, als die niederadlige Familie von Dattenberg hier ihren Stammsitz errichtete. Um 1220 entstanden die ersten Befestigungsanlagen auf dem strategisch günstig gelegenen Bergsporn über dem Rheintal. Die Burg galt als Herrschaftszentrum der Familie von Dadenberg, die erstmals 1242 urkundlich erwähnt wird. Bereits um 1320 wechselte die Anlage den Besitzer: Wilhelm von Dattenberg verkaufte die Burg an das Erzstift Köln, das sie als Burglehen von Altenahr weiterverlieh. Diese Verbindung zu Kurköln prägte die weitere Geschichte der Anlage über mehrere Jahrhunderte.

Von der mittelalterlichen Wehranlage sind heute noch beeindruckende Reste erhalten: der runde Bergfried mit seinen charakteristischen Bruchsteinmauern, Teile der Umfassungsmauer und ein in den Fels gehauener Halsgraben zeugen von der einstigen Wehrhaftigkeit. Der zwölf Meter hohe Bergfried ist das markanteste Überbleibsel und kann von außen besichtigt werden. Besonders eindrucksvoll sind die rekonstruierten Wehranlagen, die einen lebendigen Eindruck von der mittelalterlichen Befestigungstechnik vermitteln. Nach dem Ende des 17. Jahrhunderts verfiel die Burg zur Ruine, deren romantische Ausstrahlung bis heute Besucher anzieht.

Foto: Katharina Kugelmeier

Das heutige Erscheinungsbild der Burganlage wird dominiert von einer weithin sichtbaren schlossartigen Villa mit zwei verschieden gestalteten Türmen. Diese repräsentative Erweiterung geht auf den Berliner Baumeister Adolf Fuchs zurück, der das Anwesen 1887 erwarb und um 1890 ein vorhandenes Landhaus zu dem imposanten Bauwerk erweiterte. Fuchs, der auch die Flaschenfabrik in Sinzig baute, erkannte das Potenzial dieses "verwunschenen" Stücks von Dattenberg und schuf eine einzigartige Verbindung von mittelalterlicher Ruine und historistischer Architektur. Die Villa diente seit den 1920er Jahren verschiedenen Zwecken: als katholisches Mädchenheim, Landjahrlager oder auch Schullandheim und ist heute wieder in Privatbesitz.

Am Fuß des Burgbergs, im Tal zwischen den beiden Siedlungskernen Dattenbergs, liegt eine weitere historische Besonderheit: der Antoniusbrunnen, auch "Born" genannt, ist die älteste Wasserstelle des Ortes. Diese natürliche Quelle sprudelt ganzjährig mit starker Schüttung in einen steinernen Trog und wird seit Jahrhunderten von Einheimischen und Wanderern geschätzt. Über der heute verschlossenen Brunnenstube steht in einer Nische die Statue des Heiligen Antonius, des Schutzpatrons der Herrlichkeit Dattenberg. Die Geschichte dieses Standbildes ist eng mit der Ortsgeschichte verbunden: Um 1850 schnitzte der Schreiner Franz Ronig eine neue Statue, die 1978 durch eine Skulptur des Dattenberger Missionars Karl Siebertz ersetzt wurde.




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Foto: Katharina Kugelmeier

Der Antoniusbrunnen war über Jahrhunderte ein zentraler Ort des dörflichen Lebens. Bis in die 1930er Jahre floss das überschüssige Wasser in steinerne Tröge, in denen die Frauen des Ortes ihre Wäsche spülten. In der Nähe des Brunnens sprudelte einst eine weitere Quelle, das "Augenbörnchen", dessen Wasser man heilende Wirkung bei Augenentzündungen zuschrieb. Heute ist das Gelände rund um den Antoniusbrunnen liebevoll neugestaltet und lädt Besucher zur Wasserentnahme ein. Besonders im Sommer dient die Quelle Wanderern als willkommene Erfrischung.

Die Qualität des Quellwassers wurde in jüngerer Zeit untersucht. Die Analyse durch den VRS-Gewässerschutz e.V. ergab erfreuliche Ergebnisse: Das Wasser ist frei von coliformen Keimen und erfüllt bei den Nitratwerten die Anforderungen der Trinkwasserverordnung. Es eignet sich hervorragend zum Tränken von Tieren oder zum Befüllen von Planschbecken. Der etwas erhöhte Nitratgehalt deutet zwar auf Nährstoffeinträge im Einzugsbereich hin, liegt aber noch im unbedenklichen Bereich.

Foto: Katharina Kugelmeier

Beide Sehenswürdigkeiten - Burg und Antoniusquelle - sind wichtige Stationen auf dem Rheinsteig und anderen Wanderwegen der Region. Die Burg Dattenberg mit ihren mittelalterlichen Ruinen und der historistischen Villa erzählt von mehr als 800 Jahren wechselvoller Geschichte, während die Antoniusquelle die Kontinuität dörflichen Lebens und die Bedeutung natürlicher Wasserquellen für die Menschen verdeutlicht. Zusammen bilden sie ein eindrucksvolles Ensemble, das Geschichte, Architektur und Natur auf harmonische Weise verbindet.

Vom Wanderparkplatz der Burg, welcher außerhalb des Ortes und unterhalb der Burg liegt, muss man noch einige Höhenmeter erklimmen. Feste Schuhe sind dabei von Vorteil. Parkmöglichkeiten direkt bei der Burg gibt es nicht, da das Gelände im Privatbesitz ist. Allerdings gibt es auch im und um den Ort verschiedene Möglichkeiten, das Auto abzustellen und den restlichen Weg ohne viele Höhenmeter zurückzulegen.

Informationen:

Burg Dattenberg: Burgstraße 2, 53547 Dattenberg, Besichtigung von außen möglich
Antoniusquelle: Am Ortseingang im Tal, frei zugänglich
Öffnungszeiten: Burg von außen jederzeit, Antoniusquelle rund um die Uhr zugänglich
Wanderwege: Rheinsteig, Rheinhöhenweg, Premiumwanderweg "Linzer Basaltschleife"
Veranstaltungen: Burgfest (meist erster Samstag im Juli), Winzerfest (erstes Oktober-Wochenende)

Hinweis: Öffnungszeiten, Preise oder Fahrpläne bitte tagesaktuell prüfen!

Weitere Infos


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