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Nachricht vom 30.06.2025    

Literarisch-musikalisches Tangofest im Hofcafé Heinzelmännchen

Von Helmi Tischler-Venter

Ein literarisch-musikalischer Genuss mit kulinarischer Pauseneinlage im Hofcafé Heinzelmännchen in Marienthal war Teil des Westerwälder Literatursommers, der unter dem Titel "Forever young?" läuft. Programmleiterin Katharina Roßbach wies darauf hin, dass der argentinische Tango Jugendlichkeit verkörpert. Birte Bornemann und Volker Höh boten am Sonntagabend eine perfekt abgestimmte Text- und Tango-Melange.

Fotos: Helmi Tischler-Venter

Marienthal. Der argentinische Schriftsteller Pedro Orgambide schrieb "Ein Tango für Gardel", eine Romanbiografie, die sich mit dem Leben von Carlos Gardel auseinandersetzt, einem argentinischen Mythos und dem berühmtesten Tangosänger aller Zeiten. Das Werk ist eine Hommage an Gardel und den Tango, eine musikalische und literarische Reise durch das Leben einer Legende. An seiner Statue in Buenos Aires, die Gardel in typischer Geste mit Zigarette zeigt, sind immer frische Blumen und brennende Zigaretten. Der Spruch daran lautet: "Er singt jeden Tag besser".

Birte Bornemann trug mit angenehmer Stimme, malerischer Mimik und Gestik Teile aus dem Roman vor. Der Gitarrist Volker Höh ergänzte den Wortvortrag mit einfühlsamen Tango-Melodien auf seiner 1925 gebauten Gitarre, der "ältesten Dame im Saal" und begleitete Bornemanns Gesang.

Am Anfang des Programms stand eine Hymne von Gardel an seine Gitarre: "Guitarra mía" (Meine Gitarre) ist einer seiner bekanntesten Tangos, der von Bornemann mit kräftiger Stimme gesungen wurde.

Im Roman berichtet "der Verbrannte", ein Überlebender des Flugzeugabsturzes, bei dem Gardel 1935 starb, im Rückblick von dem unruhigen Leben des "kleinen Franzosen", dessen Schicksal es war, ständig hin und her zu reisen. Als uneheliches Kind aus Toulouse wanderte er mit seiner Mutter nach Buenos Aires aus. Immer wieder pendelte er zwischen Argentinien und Frankreich. Er lernte Künstlergrößen wie Enrico Caruso, Federico García Lorca, Charlie Chaplin, Astor Pantaleón Piazzolla und schließlich sogar den Prinzen von Wales kennen.



Gardel fand ein Zuhause in den Bordellen von Buenos Aires, hatte verschiedene Geliebte, setzte sein Vermögen auf Pferde, drehte jeden Monat einen Film und war sich mit Charlie Chaplin einig: "Wir bringen die Menschen, die wir fürchten oder verachten, zum Lachen." Der Mann mit dem schwarzen Poncho, seine wiederkehrende Todesahnung, tauchte auf, kurz bevor er starb.

"Mi noche triste", gesungen zur Musik des Tangos, berührte die Zuhörer ebenso wie "Mi Buenos Aires querido", "por una cabeza" und weniger populäre Lieder. Ein sehr schmackhaftes Büffet mit würzigen argentinischen Spezialitäten rundete den genussvollen Abend ab. htv


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