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Nachricht vom 17.06.2025    

Klimawandel und Jagdgesetz: Kontroverse um Waldumbau in Rheinland-Pfalz

Die Debatte um das neue Landesjagdgesetz in Rheinland-Pfalz hält an. Während einige es als notwendigen Schritt für den klimabedingten Waldumbau sehen, gibt es auch kritische Stimmen. Die Frage, wie Wildtierbestände reguliert werden sollen, steht im Zentrum der Diskussion.

Jäger mit Waffe. Foto: Friso Gentsch/dpa

Mainz. Selbst nach jahrelanger Diskussion und mehrfacher Überarbeitung der Entwürfe bleiben die Meinungen zum geplanten neuen Landesjagdgesetz in Rheinland-Pfalz gespalten. Vertreter des Naturschutzbundes (Nabu), des Gemeinde- und Städtebundes sowie des Waldbesitzerverbandes befürworten die Novelle, während der Landesjagdverband dem Vorhaben aus dem grün geführten Umweltministerium weiterhin kritisch gegenübersteht.

Ein zentrales Ziel der Gesetzesnovelle ist es, die Jagd stärker auf die wegen des Klimawandels notwendige Walderneuerung auszurichten. Zudem soll die Rechte der Grundeigentümer gestärkt werden. Eine wichtige Frage bleibt, wie mit Wild umgegangen wird, um Bissschäden zu reduzieren und wie Abschussvorgaben gemacht und durchgesetzt werden können.

Der Präsident des Landesjagdverbandes, Dieter Mahr, äußerte sich in einer Sitzung des Umweltausschusses des Landtages in Mainz skeptisch. Er betonte, dass ein klimastabiler Wald notwendig sei, jedoch sei der Weg dahin umstritten. Den mittlerweile dritten Entwurf der Novelle bezeichnete er als "Waldbegünstigungsgesetz" und forderte eine erneute Prüfung bestehender Verwaltungswege in den Regionen.



Demgegenüber lobte Jörg-Andreas Krüger, Präsident des Nabu Deutschland, den Gesetzentwurf als grundsätzlich guten Ansatz, um die nötige Naturverjüngung im Wald zu erreichen. Dies erfordere eine gezielte Steuerung der Wildpopulationen. Auch Nikolai Kalinke, Landesgeschäftsführer der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, erkannte an, dass in einigen Regionen ein zu hoher Wildbestand vorliege.

Christian Keimer, Vorsitzender des Waldbesitzerverbandes Rheinland-Pfalz, schloss sich dieser Meinung an und betonte, dass ein "Weiter-so" nicht möglich sei. Für den Waldumbau seien neue Leitbilder im Umgang mit Wildtierbeständen erforderlich. Die lange Dauer der Arbeit an der Novelle erschwere inzwischen das Miteinander vor Ort. Albert Jung vom Gemeinde- und Städtebund, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kaisersesch, sprach sich ebenfalls für eine baldige Verabschiedung des neuen Gesetzes aus. (dpa/bearbeitet durch Red)


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