Werbung

Nachricht vom 11.04.2012    

Mehr als 1000 Drogendelikte im Westerwaldkreis

Wer glaubt, dass es in den ländlichen Regionen drogenfrei zugeht und die modernen Designer-Drogen mit verheerenden Folgen für die Nutzer nur Berlin oder Frankfurt zuzuordnen sind, irrt. Im Westerwaldkreis gibt es alle harten Drogen. Das Forum für soziale Gerechtigkeit hatte in die Kliniken Wied eingeladen, um das Thema Drogen- und Suchtproblematik zu diskutieren, und für eine bessere Vernetzung der Hilfsangebote sowie für mehr Zusammenarbeit zu werben.

Staatssekretärin Jacqueline Kraege, Uli Schmidt vom Forum Soziale Gerechtigkeit, Prof. Dr. Wilma Funke, Kliniken Wied, und Reiner Kuhmann vom Diakonischen Werk, (von links) zeigten sich zufrieden mit der Veranstaltung, die wichtige Impulse in die Region bringen soll. Foto: Forum

Westerwaldkreis. Es war ein Abend so ganz nach den Vorstellungen des Forums Soziale Gerechtigkeit: Betroffene und Fachleute diskutieren mit Vertretern von Verbänden und Politik sowie vielen weiteren Interessierten ein drängendes sozialpolitisches Thema. Und das in angenehmer und sachlicher Atmosphäre. Dabei ging es in den Kliniken Wied um ein überaus ernstes und im Westerwald oft verdrängtes Thema: Die Gefahren der Drogensucht! Wie ernst, zeigt eine neue Untersuchung, nach der jedes 5. Kind in einem drogen- und suchtbelasteten Elternhaus aufwächst.

Der Ort für diese öffentliche Veranstaltung des Forum Soziale Gerechtigkeit hätte mit den "Kliniken Wied" bei Hachenburg nicht besser gewählt werden können. Die Einrichtung bietet an zwei Standorten 214 Therapieplätze zur Behandlung von Abhängigkeitsstörungen und damit verbundenen psychosomatischen und körperlichen Erkrankungen. Wie wichtig die Kliniken auch für die Region sind, zeigt die Tatsache, dass ein großer Teil der jährlich 900 Patientinnen und Patienten aus dem Westerwald kommt.
Prof. Dr. Wilma Funke stellte als therapeutische Leiterin der Kliniken deren umfassendes Therapieangebot von psychosozialer Therapie bis zu Arbeits- und Sporttherapie, Ernährungsberatung und begleitender klinischer Sozialarbeit vor. „Die Vernetzung in der Region ist zudem ein wichtiger Hilfebestandteil für unsere Patienten“, so Dr. Funke. Bei einem Rundgang konnten sich die zahlreichen Gäste dann von den Rahmenbedingungen, der herrlichen Lage und den vielfältigen Freizeitmöglichkeiten überzeugen.

„Alle Drogen, die in einer Großstadt zu bekommen sind, gibt es auch im Westerwald“. Mit dieser Feststellung macht Reiner Kuhmann, langjähriger Drogenberater beim Diakonischen Werk in Westerburg, schon am Anfang seines Vortrages klar, dass dies im Westerwaldkreis kein Randproblem ist. Er hat es als Berater mit jährlich etwa 2.500 meist jungen Menschen zu tun, die Kontakt zu Drogen haben. Nach seiner Ansicht haben sich die Folgen des Konsums verschlimmert, da beispielsweise Cannabisprodukte heute einen höheren Wirkstoffgehalt haben. Auch berichtete er davon, dass Mädchen verstärkt zu Amphetaminen greifen, da sich diese nebenbei „positiv“ auf die Figur auswirken.




Stellenanzeigen | WesterwaldJobs

Kita - Assistenz (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57555 Mudersbach

Mitarbeiter/-in (m/w/d) für die Essensausgabe an Außenstellen

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57537 Mittelhof

pädagogische Fachkraft (m/w/d) in Vollzeit

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57518 Alsdorf

Hilfskraft (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

pädagogische Fachkraft (m/w/d) in Teilzeit

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57518 Alsdorf

Mehr Westerwald Jobs entdecken    |    ⇒ Stellenanzeige schalten


Auch aus der Kriminalitätsstatistik zitierte Kuhmann: es gab 2011 im Kreis vier Drogentote und 1.039 Rauschgiftdelikte. Außerdem wurde 301 Fahrern wegen Drogen im Straßenverkehr die rote Karte gezeigt. Der erfahrene Berater sieht im engen Zusammenwirken von Beratungsstellen, klinischer Therapie und Selbsthilfe einen wichtigen Ansatz.

Aus dem Mainzer Sozial- und Gesundheitsministerium war Staatssekretärin Jacqueline Kraege nach Wied gekommen. „Veranstaltungen wie die heutige tragen in hohem Maße dazu bei, dem Thema Drogen- und Alkoholsucht in der Region einen höheren Stellenwert zu geben und die Zusammenarbeit der Akteure vor Ort zu verbessern“, so der Gast aus der Landeshauptstadt. Ihr besonderer Dank galt den im Haus und der Region tätigen Selbsthilfegruppen.
Mit dem „Freundeskreis Westerwald“ brachte eine davon wichtige Erfahrungen und Anregungen in das Gespräch ein. „Schon im Kindergarten sollte darauf geachtet werden, dass Feiern alkoholfrei durchgeführt werden“, so eine Angehörige des Freundeskreises.

„Besonders in der Drogen- und Suchtpolitik ist es wichtig, aufeinander zuzugehen und gemeinsame Probleme und Lösungen zu erkennen“, so der Sprecher des Forum Soziale Gerechtigkeit, Uli Schmidt (Horbach). Er dankte allen Beteiligten und äußerte die Hoffnung, dass die fast dreistündige Veranstaltung ein wichtiger Impuls in diese Richtung war.


Lokales: Hachenburg & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

WW-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Musikvereine in Rheinland-Pfalz setzen Zeichen für Demokratie

Der Landesmusikverband Rheinland-Pfalz unterstützt die Initiative "Demokratie sowieso!" des Deutschen ...

Landesmusikgymnasium Rheinland-Pfalz begrüßt neue Schüler

Am 11. August starteten 58 neue Fünftklässler ihre Schullaufbahn am Landesmusikgymnasium Rheinland-Pfalz. ...

Brotdosen: So bleiben Lebensmittel im Schulalltag frisch und beliebt

Viele Eltern kennen das Problem: Die Brotdose kommt oft unberührt aus der Schule zurück, und wertvolle ...

Queer-Jugendtreff in Montabaur: Ein sicherer Ort für Austausch und Freizeit

Im Haus der Jugend in Montabaur hat sich ein neuer Treffpunkt für Jugendliche der LGBTQIA+-Community ...

25 Jahre Engagement für die Verbandsgemeinde Hachenburg

Julia Schäfer feiert ein besonderes Jubiläum: Seit 25 Jahren ist sie eine feste Größe in der Verwaltung ...

Straßensanierung in Nistertal: Vollsperrung der K 61 geplant

Der Landesbetrieb Mobilität Diez plant eine umfassende Sanierung der Kreisstraße K 61 in Nistertal. Die ...

Weitere Artikel


Der neue Held der Sahara kommt in den Westerwald

Die 17. Reihe "Musik in alten Dorfkirchen startet mit "Bombino", dem jungen Tuareg aus dem Niger, ...

Das Miteinander der Generationen kreativ gestaltet

„jugend creativ“ anno 2012: Hauptthema des diesjährigen internationalen Jugendwettbewerbs war die Frage ...

Tankbetrüger flüchtete als Geisterfahrer über die A3 vor der Polizei

Wilde Verfolgungsjagd endete vor der Kirche in Isenburg – 22-jähriger Slowene in grünem Polo ließ sich ...

Konzert-Premiere mit Weltstar Erika Geldsetzer am Freitag

Das Landesjugendorchester (LJO) Rheinland-Pfalz befindet sich im Vorbereitungs-Endspurt für die Konzert-Premiere ...

Nadine Reuber erhielt Dirigentenstab

Das Frühjahrskonzert im Bürgerhaus Mörsbach des Musikvereins Brunken begeisterte mit einem abwechslungsreichen ...

Für Fahrt nach Brüssel jetzt anmelden

Für die geplante Fahrt nach Brüssel der Europa-Union Westerwald gibt es noch einige freie Plätze. Die ...

Werbung