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Nachricht vom 21.03.2025    

Steigende Zahl von Körperverletzungen: Weißer Ring zieht Bilanz in Rheinland-Pfalz

Zum Tag der Kriminalitätsopfer präsentiert der Landesverband des Weißen Rings in Rheinland-Pfalz seine aktuelle Bilanz. Die Opferschutzorganisation berichtet von einem Anstieg bei Fällen von Körperverletzung und Sexualdelikten.

Weißer Ring - Außenstelle Mainz. Foto: Helmut Fricke/dpa

Mainz. Beim Weißen Ring in Rheinland-Pfalz melden sich immer mehr Opfer von Körperverletzungen. Im Jahr 2024 registrierten die Beraterinnen und Berater 445 Fälle, wovon ein Fünftel auf häusliche Gewalt entfiel, wie Sabine Bätzing-Lichtenthäler, Landesvorsitzende und SPD-Landeschefin, in Mainz mitteilte. Körperverletzungen machten 38 Prozent der Fälle aus, während es bei Sexualdelikten 301 Fälle gab, was 26 Prozent entspricht. Zusammen ergeben diese Delikte fast zwei Drittel der Beratungsfälle (64 Prozent). Zum Vergleich: 2023 waren es 345 Fälle von Körperverletzung und im Jahr 2022 insgesamt 341 Fälle - jeweils 36 Prozent. Bei Sexualdelikten halfen die Beraterinnen und Berater 2023 in 313 Fällen (29 Prozent), während es 2022 noch 251 Fälle waren (27 Prozent).

Stalking nimmt ebenfalls zu. "Beim Stalking und Nachstellungen erleben wir auch von Jahr zu Jahr leichte Steigerungsraten", sagte Bätzing-Lichtenthäler. Im Jahr 2024 wurden zehn Prozent der Fälle (116) als solche gemeldet, verglichen mit 95 Fällen im Vorjahr und 88 im Jahr 2022. Trickbetrügereien, wie der Enkeltrick, waren die vierthäufigste Ursache für Beratungen im Jahr 2024. "Wir sind für die Opfer da", betonte Bätzing-Lichtenthäler. "Unsere Mitarbeiter hören erst mal einfach zu, geben Beistand und beraten dann." Betrugsopfer stünden oft unter dem Druck, sich rechtfertigen zu müssen, insbesondere wegen Spam.




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Im vergangenen Jahr erhielten die Opfer mehr als 365.529 Euro an Unterstützung, eine Zunahme gegenüber den Vorjahren (2023: rund 277.000 Euro, 2022: mehr als 231.000 Euro). Diese Hilfen umfassen vor allem Gutscheine für Rechtsberatungen, finanzielle Soforthilfen und Beratungsschecks für Psychologen, um schnell Termine bei Traumaambulanzen zu erhalten.

Der Weiße Ring wirbt verstärkt um Mitglieder, da er keine staatlichen Zuschüsse erhält und auf Mitgliedsbeiträge, Spenden sowie gerichtliche Geldauflagen angewiesen ist. In Rheinland-Pfalz engagieren sich derzeit 125 Frauen und 78 Männer ehrenamtlich in 27 Außenstellen. Zwei Drittel der Opfer sind Frauen. Der Altersdurchschnitt der Beratenden liegt bei 58 Jahren. Die Mitgliederzahl ist nach Corona deutlich gesunken und liegt bei rund 2.680. Ziel ist es, in den nächsten 10 bis 15 Jahren wieder das Niveau von 2018 mit gut 3.000 Mitgliedern zu erreichen. (dpa/bearbeitet durch Red)


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