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Nachricht vom 17.03.2025    

Erfahrungen aus der Pandemie: Jugendvertreter in Rheinland-Pfalz ziehen Bilanz

Colin Haubrich und Pascal Groothuis, ehemalige Landesschülersprecher in Rheinland-Pfalz, blicken auf ihre prägenden Erfahrungen während der Corona-Pandemie zurück. Als Jugendliche übernahmen sie Verantwortung und mussten sich mit Herausforderungen wie Hassnachrichten auseinandersetzen.

Colin Haubrich und Pascal Groothuis. (Foto: Boris Roessler/dpa)

Mainz. Die Corona-Pandemie hat das Leben vieler junger Menschen nachhaltig beeinflusst, so auch das von Colin Haubrich und Pascal Groothuis. Die beiden wurden im Alter von 15 und 16 Jahren zu Landesschülersprechern in Rheinland-Pfalz gewählt und vertraten die Stimmen von Hunderttausenden Jugendlichen. "Wir sind im Amt erwachsen geworden", sagt Groothuis rückblickend.

Als das Virus vor fünf Jahren die Welt veränderte, waren Maskenzwang und Schulschließungen gravierende Maßnahmen. Anfangs herrschte fast eine "Corona-Euphorie", da Klassenarbeiten verschoben wurden und Schüler zu Hause bleiben konnten, berichtet der mittlerweile 21-jährige Groothuis. Doch nach Monaten ohne Klassenfahrten und Geburtstagsfeiern kippte die Stimmung. Bestärkt von seinen Lehrern wurde er aktiv, ebenso wie Haubrich, der auf einem Gymnasium in Betzdorf war und nicht tatenlos zusehen wollte: "Ich hatte das Gefühl, dass viel über die Schulen gesprochen wird, aber nicht mit den Schülern."

Beide lernten schnell, wie man politische Forderungen durchsetzt und regelmäßig mit Landespolitikern verhandelt. "Wir haben uns als LSV (Landesschülervertretung) ganz klar für eine Impfpflicht ausgesprochen", erzählt Haubrich. Dies führte zu Anfeindungen, sogar Morddrohungen. "Ohne Humor wäre es nicht gegangen", so Groothuis. Beide betonen, dass kritische Nachfragen von Schülern kamen, Hassnachrichten jedoch nur von Erwachsenen.



In ihren regelmäßigen Treffen mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Bildungsministerin Stefanie Hubig erhielten sie einen Intensivkurs in Landespolitik. "In der Hochphase der Pandemie bin ich vier-, fünfmal in der Woche nach der Schule nach Mainz gefahren", berichtet Groothuis. Der Austausch mit der Politik sei intensiv gewesen, doch manchmal hatten sie das Gefühl, dass es bei Treffen mit Fraktionsvertretern nur um ein Foto ging.

Trotz der Herausforderungen profitieren beide von ihren Erfahrungen bis heute. Haubrich wird im Frühjahr bei der SPD-Landtagsfraktion arbeiten, Groothuis strebt eine Karriere als Lehrer an. Für sie bleibt die Aufarbeitung der Pandemie für Schulen ein wichtiges Anliegen. "Corona hat sehr vielen jungen Menschen die Jugend gestohlen. Die kann man nicht auf Knopfdruck nachholen", fasst Groothuis zusammen.

(dpa/bearbeitet durch Red)


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