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Nachricht vom 11.02.2025    

IG Metall warnt vor Deindustrialisierung - Rheinland-Pfalz im Fokus

Der Umbau der deutschen Industrie schreitet nur langsam voran. Die IG Metall fordert mehr Innovationen und sieht auch den Staat in der Pflicht, für mehr Dynamik zu sorgen.

Produktionsstart des chinesischen Batterieherstellers CATL. Foto: Michael Reichel/dpa

Frankfurt/Main. Die IG Metall schlägt Alarm: In Deutschland droht ein schleichender Abbau industrieller Strukturen. Jörg Köhlinger, Chef des Gewerkschaftsbezirks Mitte, äußerte seine Besorgnis über eine mögliche Deindustrialisierung. Im Bezirk Mitte, der die Länder Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen umfasst, planen laut einer Betriebsratsumfrage 36 größere Unternehmen den Abbau von insgesamt 14.100 Arbeitsplätzen.

Hauptgründe für diese angespannte Situation sind neben hohen Energiekosten und drohenden Handelskriegen auch die mangelnde Innovationsfähigkeit der inländischen Arbeitgeber, so Köhlinger. Diese würden häufig Arbeitsplätze verlagern, anstatt innovative Produkte und nachhaltige Arbeitskonzepte zu entwickeln. Besonders in der Automobilbranche hängen noch immer 7 von 10 Industriebetrieben im Bezirk vom Verbrennermotor ab, während wichtige Kompensationsprojekte mit neuen Arbeitsplätzen ausbleiben.

Köhlinger verwies auf gescheiterte Ansiedlungen wie die von Wolfspeed und SVolt im Saarland sowie Verzögerungen beim geplanten ACC-Batteriezellenwerk in Kaiserslautern. Eine Ausnahme bilde die Ansiedlung des chinesischen Batterieherstellers CATL bei Erfurt. Der Gewerkschafter fordert eine aktive Industriepolitik, bei der öffentliche Fördermittel an Tariftreue und lokale Produktionsanteile gekoppelt werden müssen.



Die IG Metall ruft Unternehmen und Politik zu milliardenschweren Investitionen auf. In den kommenden zehn Jahren seien mindestens 60 Milliarden Euro jährlich notwendig. "Es ist nicht zu spät umzusteuern, aber die nächste Legislaturperiode wird absolut entscheidend sein", betonte Bezirkschef Köhlinger. Dies werde die IG Metall bei einem bundesweiten Aktionstag am 15. März deutlich machen, bei dem Frankfurt einer von fünf Kundgebungsorten ist. Auf dem Opernplatz erwartet die Gewerkschaft mindestens 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. (dpa/bearbeitet durch Red)


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