Werbung

Nachricht vom 06.03.2012    

Nachhaltiges "grünes" Wachstum ist möglich

Die Zukunft ist Grün und nachhaltiges Wachstum ist möglich. Professor Dr. Martin Jänicke führte den Teilnehmern des 8. Forums für Wirtschaftsethik vor Augen, dass ein Wirtschaftswachstum andere politische Entscheidungen erfordert und ein Umdenken. Bereits 8 Prozent des Umsatzes der deutschen Industrie sind im Umweltsektor erwirtschaftet worden.

Der renommierte Forscher und Politikberater Prof. Dr. Martin Jänicke sprach beim 8. Forum für Wirtschaftsethik in Montabaur. Fotos: Sabine Hammann-Gonschorek

Montabaur. Grünes Wirtschaftswachstum war das Thema des 8. Forums Wirtschaftsethik in Montabaur. Der bekannte Politikberater und Gründungsdirektor des Forschungszentrums für Umweltpolitik der Freien Universität Berlin, Professor Dr. Martin Jänicke, informierte die rund 100 Teilnehmer des Forums in der Bürgerhalle des alten Rathauses über die aktuelle Politik-Debatte um den Begriff „Grünes Wachstum“ (Green Growth).

Damit gemeint ist insbesondere ein umwelt- und ressourcenschonendes Wirtschaftswachstum, das ökologisch erwünscht und erforderlich ist. Zuvor hatte Landrat Achim Schwickert die Anwesenden begrüßt. In seinem Vortrag machte Professor Jänicke zunächst auf die Probleme der bisherigen Wachstumspolitik der Industrieländer aufmerksam. „Das ressourcenorientierte Wachstum des 20. Jahrhunderts ist in Zukunft nicht mehr möglich, da uns die Rohstoffe ausgehen“, erläuterte Dr. Jänicke.

Und Wachstum politisch vergrößern zu können – das sei ein ganz übler Trugschluss. Beispiel dafür sei die Europäische Union, die ihr Wachstumsziel von 3 Prozent jüngst aufgeben musste. Auch sei es nicht zutreffend, dass ein höheres Wachstum strukturelle Probleme, wie Haushaltsdefizite, Rentenfinanzierung und Armut lösen könne. Allerdings sei es ebenso eine Illusion zu glauben, dass ein Nullwachstum der Wirtschaft die ökologischen Probleme lösen würde.
Dr. Jänicke plädierte in seinem Vortrag anhand zahlreicher Studien für ein niedriges, aber umweltverträgliches und ressourcenschonendes, Wachstum von einem Prozent pro Jahr: “Nachhaltiges Wachstum ist möglich.“



Dabei ging er auf zahlreiche Umwelthemen, wie den Klimawandel, Teuerung der Rohstoffe, Abfallverwertung und erneuerbare Energien ein. „Atomkraft hatte den Wettbewerb schon vor Fukushima verloren“, erläuterte Dr. Jänicke, „da erneuerbare Energien sich auf Dauer als billiger erweisen.“ Er plädierte für politische Entscheidungen, um einen stärkeren Innovationsdruck für „Grünes Wachstum“ zu erzielen.
Da Deutschland auf diesem Gebiet weltweit führend sei, sei vom politischen Willen der Akteure abhängig, ob Deutschland seine Zukunftschancen verschlafe oder ausbaue. 2007 wurden bereits ca. 8 Prozent des Umsatzes der deutschen Industrie im Umweltsektor erwirtschaftet. Die beiden Schlüsselindustrien Auto- und Maschinenbau kamen dagegen nur auf 3 Prozent bzw. 2 Prozent. Bei der, an den Vortrag anschließenden lebhaften Diskussion brachten die Teilnehmern des Forums Wirtschaftsethik unter anderem die Skepsis zum Ausdruck, dass wirtschaftliches Handeln noch zu lange und noch zu sehr die vorhandenen Ressourcen verbrauchen werde.

Das Forum Wirtschaftsethik wurde im Jahr 2005 von der katholischen Erwachsenenbildung Westerwald-Rhein-Lahn, dem evangelischen Pfarramt für gesellschaftliche Verantwortung im Dekanat Bad Marienberg und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Westerwaldkreises gegründet. Es ist eine jährlich stattfindende Veranstaltung zu wirtschaftsethisch relevanten Themen und setzt sich für eine breitere Auseinandersetzung der Öffentlichkeit mit Fragen der Wirtschaftsethik ein. (shg)



Lesen Sie gerne und oft unsere Artikel? Dann helfen Sie uns und unterstützen Sie unsere journalistische Arbeit im Westerwaldkreis mit einer einmaligen Spende über PayPal oder einem monatlichen Unterstützer-Abo über unseren Partner Steady. Nur durch Ihre Mithilfe können wir weiterhin eine ausgiebige Berichterstattung garantieren. Vielen Dank! Mehr Infos.



Lokales: Montabaur & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

.: Neu bei Instagram :. => @kuriere_news

Weitere Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
 

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Nikolaus begeistert rund 100 Kinder bei Aktion der Versicherungsagentur Kisters

Rund 100 Kinder warteten in Hellenhahn-Schellenberg gespannt auf den Nikolaus. Die Versicherungsagentur ...

Weihnachtszauber in Montabaur wurde feucht, aber dafür sehr fröhlich eröffnet

Trotz Nieselregen fand die Eröffnung des Weihnachtszaubers in Montabaur statt und zog zahlreiche Besucher ...

Abschlussveranstaltung zum Hochwasserschutzkonzept in Ransbach-Baumbach

Die Verbandsgemeinde Ransbach-Baumbach arbeitet an einem umfassenden Konzept zur Vorsorge gegen Hochwasser ...

Waffelverkauf auf dem Großen Markt Montabaur: Unterstützung für Trostjanez

Die Deutsch-Ukrainische Gesellschaft Montabaur plant eine Aktion zur Unterstützung der ukrainischen Partnerstadt ...

Historisches Lagerbuch kehrt nach Bretthausen zurück

In der Gemeinde Bretthausen sorgt ein Fund für große Freude: Ein fast 150 Jahre altes Bestandsverzeichnis ...

Gemeinsam helfen: Tafelprojekt der Nelson-Mandela-Schule Dierdorf setzt ein soziales Zeichen

Am Samstag (22. November) setzte die Nelson-Mandela-Schule Realschule plus Dierdorf ein Zeichen des sozialen ...

Weitere Artikel


Dr. phil. Franz Alt bezog Stellung zur Energiewende

Der bekannt Journalist referierte vor 250 begeisterten Zuschauern in Oberhonnefeld. Das Wirtschaftsforum ...

Fitness-Studio Go21 unterstützt Großmaischeider Wettkampfsportler

Tischtennisspieler des TTC Maischeid legten Ball und Schläger zur Seite und stiegen aufs Rad

Großmaischeid. ...

Hans-Peter Krämer verabschiedet

Fast 48 Jahre lang stand Hans-Peter Krämer im Dienst der Bundesagentur für Arbeit. Seit 1981 wirkte Krämer ...

Vom "Krimi-Dinner" bis zu "Jugger"

Beim Tag der "Jugend-Mitarbeitenden" aus sechs evangelischen Dekanaten in Herborn waren Vertreterinnen ...

BUND startet Projekt "Wiesenbotschafter"

Das Projekt "Wiesenbotschafter" des BUND Rheinland-Pfalz startet mit reger Beteiligung im Forstlichen ...

Die Frau sollte vor der Biogasanlage kommen

Jahrestreffen der Landwirtschaft für die Kreise Neuwied, Altenkirchen und Westerwald – Fachjournalist ...

Werbung