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Pressemitteilung vom 23.11.2024    

Mittelgebirgslandwirte fordern Flexibilität bei der Gülleausbringung zur Ammoniakreduktion

Ab Februar 2025 müssen Landwirte Gülle nach bestimmten Vorschriften ausbringen. Doch viele Mittelgebirgslandwirte fordern mehr Flexibilität bei der Technikwahl, um emissionsarm zu arbeiten und gleichzeitig den praktischen Bedürfnissen ihrer Betriebe gerecht zu werden.

Bildquelle: Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

Hachenburg. Mit dem Inkrafttreten der neuen Vorschriften zur bodennahen, streifenförmigen Gülleausbringung wird ein weiterer Schritt zur Reduzierung von Ammoniakemissionen gemacht. Für die Rinderhaltenden Landwirtschaftsbetriebe in den Mittelgebirgsregionen stellt diese Verpflichtung jedoch eine erhebliche Herausforderung dar. Die „Mittelgebirgsallianz“, ein Zusammenschluss von acht Kreisbauernverbänden aus dem Westerwald, Südwestfalen und dem Rheinland, hat sich zusammengefunden, um eine Alternative zur vorgeschriebenen Technik zu fordern. Ihr Anliegen: Die Möglichkeit, Gülle mit einem Trockensubstanzgehalt bis 4,6 % auch weiterhin mit der bewährten Breitverteilertechnik auszubringen, anstatt ausschließlich auf die bodennahe Ausbringung mit Schleppschuhtechnik umzusteigen.

Vorteile der Breitverteilertechnik für Mittelgebirgsbetriebe
Die Breitverteilertechnik ist bereits in vielen Betrieben vorhanden und stellt eine kostengünstige Alternative zur neuen Technologie dar. Die Landwirte argumentieren, dass viele von ihnen für die bodennahe Ausbringung auf externe Lohnunternehmen angewiesen wären, was zusätzliche Kosten und logistische Schwierigkeiten mit sich bringt. „Die Breitverteiler sind in allen Betrieben bereits vorhanden, während für die bodennahe Ausbringung mit Schleppschuhtechnik viele Betriebe auf Lohnunternehmen angewiesen wären“, erklärt Matthias Müller, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Westerwald.

Umweltschutz und Praxistauglichkeit vereinen
Neben der praktischen Relevanz für die Betriebe betonen die Landwirte auch die umweltschonende Wirkung der Technik. Bei trockenen Bedingungen besteht bei der streifenförmigen Ausbringung das Risiko, dass die Gülle nicht im Boden versickert, sondern als "Güllewürste" bei der Ernte wieder auftaucht und das Futter verunreinigt. Die Breitverteilertechnik ermöglicht eine effizientere Nutzung der Nährstoffe und trägt zur Vermeidung solcher Probleme bei.




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Erfolge und Unterstützung durch Politik
Die Forderung der Mittelgebirgslandwirte hat nicht nur in Rheinland-Pfalz Gehör gefunden. Auch das Landwirtschaftsministerium in Nordrhein-Westfalen hat die Zulassung der Technik für ein Jahr befristet genehmigt. Darüber hinaus gibt es in bestimmten Fällen Ausnahmeregelungen, die für kleinere Betriebe oder solche mit schwierigen Geländeanforderungen gelten. Diese Ausnahmen werden ebenfalls bei der zuständigen Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion beantragt.

Fazit und Ausblick
Die Diskussion um die Gülleausbringung zeigt, wie wichtig eine praxisnahe und flexible Umsetzung von Umweltschutzmaßnahmen für die Landwirtschaft ist. Die Mittelgebirgsallianz setzt sich weiterhin für eine Lösung ein, die sowohl den Anforderungen des Umweltschutzes gerecht wird als auch die Realität der landwirtschaftlichen Betriebe berücksichtigt. Auch wenn die Forderungen in Teilen umgesetzt wurden, bleibt abzuwarten, wie sich die Praxis der Gülleausbringung in den kommenden Jahren entwickeln wird. (PM/Red)


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