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Nachricht vom 23.02.2012    

Windkraftgegner und Windkraftbefürworter gehen an die Öffentlichkeit

Bürgerinitiative Gegenwind Lautzert-Oberdreis kritisiert Eile des Verfahrens

Oberdreis. Wie es scheint, spalten die neuesten Pläne der Verbandsgemeinde Hachenburg die Bürger in Oberdreis und Lautzert. Der Nachbarkreis war auf die Orte Berod (Kreis Altenkirchen) und Oberdreis (Kreis Neuwied) zugekommen und hatte sie darüber informiert, dass die VG Hachenburg das Grenzgebiet zu den beiden Ortsgemeinden auf Tauglichkeit für die Windkraft untersuchen will. Sie hatte angefragt, ob die beiden Gemeinden sich beteiligen wollen.

Hierzu gab es eine Informationsveranstaltung in Berod (WW-Kurier berichtete). An diesem Abend wurde auch verkündet, dass die Bürger der Gemeinden Berod und Oberdreis zu dem Vorhaben befragt werden sollen. Dieser Termin wurde auf den kommenden Sonntag, den 26. Februar 2012 festgelegt.

Die Gruppe „Bürgerinitiative Gegenwind Lautzert/Oberdreis e. V.“ argumentiert: „Der Ortsbürgermeister und seine sieben Getreuen im Rat wollen sich vom Bürger den Blankoscheck, den Freibrief geben lassen - für einen Einstieg in eine weitreichende Verunstaltung der Höhenzüge um uns herum. Nur wenige Wochen liegen zwischen dem ersten Bekanntwerden der neuen Pläne und der Befragung. Eine äußerst merkwürdige Eile! Von echter Bürgernähe kann keine Rede sein - in unseren Dörfern gab es keine einzige Info-Veranstaltung.“

Die Ratsmitglieder, die für die Beteiligung am Verfahren der Verbandsgemeinde Hachenburg gestimmt haben, halten dagegen: „Dies ist keine Aufgabe, die wir uns freiwillig gesucht haben. Jetzt müssen wir uns erneut dem Thema stellen, denn die VG Hachenburg ist aktiv geworden. Unsere inhaltliche Haltung zur Windenergie hat sich nicht geändert, das Verfahren hierzu soll jedoch anders verlaufen. Wir möchten die Bürger befragen, ob wir mit den Nachbargemeinden gemeinsam eine größere Waldfläche auf ihre Tauglichkeit für den Betrieb von Windrädern untersuchen lassen sollen.“

Die Bürgerinitiative bemängelt weiter das „Fehlen von konkreten Informationen über Details der geplanten Anlage“. Dem halten die Befürworter entgegen: „Letztlich geht es elementar darum, ob wir die Planung aktiv, auch mit unserem ablehnenden Gutachten von 2007, begleiten und somit die Eignung der Gesamtfläche betrachtet wird, oder ob wir nur von außen auf die Planung und eventuell später auf die Windräder unserer Nachbarn schauen.“



Harry Neumann vom BUND Westerwald begrüßt grundsätzlich die Energiepolitik der Landesregierung und den Ausbau der Windenergie. Zu der in Fragen kommenden Gesamtfläche sagte er gegenüber dem WW-Kurier: „Wir werden auf Grund der in Oberdreis vorliegenden Gutachten genau beobachten, dass bei den geplanten Windanlagen der Naturschutz und die artenschutzrechtlichen Aspekte beachtet werden.“

In einem Punkt stimmen die Kontrahenten überein: Sie fordern die Bevölkerung auf, sich an der Abstimmung am Sonntag in den Bürgerhäusern von Berod, Lautzert und Oberdreis von 9.00 Uhr bis 15.00 Uhr zu beteiligen.

Hier nochmals die konkrete Fragestellung für die Abstimmung in Oberdreis:
„Sind Sie dafür, dass sich die Ortsgemeinde Oberdreis an den Gutachten und bei Eignung an den Planungen und der Umsetzung eines gemeinsamen Windparks mit den Ortsgemeinden Wahlrod, Welkenbach und Rossbach aus der Verbandsgemeinde Hachenburg beteiligt?“ Wolfgang Tischler



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