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Pressemitteilung vom 14.06.2024    

Diakonie Westerwald wünscht sich finanzielle Allgemeinbildung

Finanzielle Allgemeinbildung von klein auf fordern die Schuldner- und Insolvenzberaterinnen der Regionalen Diakonie im Westerwald. "In einer auf Konsum ausgerichteten Welt muss der Umgang mit Geld, Handy und Internet gelernt werden", sagt Sozialpädagogin Sarah Jansson. So könne unter anderem dem Verschuldungsrisiko begegnet werden.

(Symbolbild: Hilke Wiegers)

Westerwaldkreis. Die Schuldner- und Insolvenzberaterinnen Sarah Jansson, Gabriele Müller und Nicole Büchner äußern sich anlässlich der Aktionswoche Schuldnerberatung 2024, zu der die Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV) vom 10. bis 14. Juni aufgerufen hat. "Buy now - Inkasso später" lautete das Motto der Aktionswoche. "Viel zu viele, auch junge Menschen, unterschätzen das Risiko, das von scheinbar so verlockenden Angeboten ausgeht, jetzt etwas im Internet zu bestellen und es später zu bezahlen. Das Risiko, den Überblick zu verlieren und in eine Schuldenfalle zu geraten, ist bei diesen Angeboten extrem hoch", sagt Gabriele Müller.

Für betroffene Haushalte - dazu zählen auch viele junge Menschen - ist es wichtig, wieder einen Überblick über die finanzielle Situation zu bekommen und eine gute Budgetplanung zu erstellen, wenn sie aus der Schuldenfalle herausmöchten. "Das ist kein einfacher Weg, der auch die Schuldnerberatungsstellen vor große Herausforderungen stellt. Daher fordern auch wir Schuldnerberaterinnen der Regionalen Diakonie im Westerwald neben einer finanziellen Allgemeinbildung von klein auf viel mehr Transparenz bei ,Buy now, pay later`-Angeboten", sagt Nicole Büchner.

Mit den vielen verschiedenen Finanzierungs- und Zahlungsmöglichkeiten der Anbieter verschwimmt für die Käuferinnen und Käufer die Grenze zwischen Rechnungskauf und Ratenfinanzierung. Die Zahlung läuft dann häufig über Drittanbieter, bei denen mit dem Kauf unter Umständen sogar ein Kredit abgeschlossen wird. "Das wird so jedoch im Kaufprozess nicht klar kommuniziert, und das kritisieren wir vor allem", sagt Sarah Jansson. "Auch Angaben zu anfallenden Zinsen und Gebühren gibt es häufig nicht.

Transparenz bei Zinsen und Kosten im Zusammenhang mit solchen Geschäften dürfen nicht im Kleingedruckten stehen, sie müssen für alle verständlich unmittelbar vor dem Bezahlprozess erfolgen. Da muss der Gesetzgeber tätig werden." Sarah Jansson ist sich sicher, dass auf diese Weise viele Menschen vor der Schuldenfalle bewahrt werden können.
Und wenn - unter anderem durch "Buy now, pay later"-Angebote - Menschen in die Verschuldung geraten seien, müssten sie einen Zugang zur Schuldnerberatung haben. "Der darf nicht abhängig sein von örtlichen Regelungen, daher fordern wir einen Rechtsanspruch auf Schuldnerberatung für alle", so Gabriele Müller weiter. Zudem müsse es eine dauerhaft finanzierte Präventionsarbeit geben, die Schuldnerberatungsstellen leisten könnten.



"Vorbeugen ist hier besser als heilen, es erspart vielen Menschen die drohende Armut. Und wenn Menschen in diese Situation kommen, muss vor allem Soziale Schuldnerberatung gestärkt werden", sagt Nicole Büchner. "Sie verfolgt einen ganzheitlichen Beratungsansatz und unterstützt Überschuldete bei ihrer wirtschaftlichen und psychosozialen Stabilisierung - was auch einen volkswirtschaftlich messbaren Mehrwert bedeutet."

Weitere Infos zur Schuldnerberatung der Diakonie: Telefon 02663-94300 oder info.westerwald@regionale-diakonie.de.

Im Detail: Videos der Diakonie klären über Schulden auf
Die Diakonie Hessen hat eine Reihe mit Erklärvideos veröffentlicht, in der Themen wie Schulden, Insolvenz und Inkasso anschaulich und leicht verständlich erläutert werden. Die Videos widmen sich unter anderem den Fragen, was eine Schuldnerberatung macht, was bei einem Brief eines Inkasso-Unternehmens zu tun ist oder was ein Insolvenzverfahren bedeutet. Zu sehen sind die kurzen Filme in deutscher, türkischer und arabischer Sprache auf dem YouTube-Kanal der Diakonie Hessen. (PM)


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