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Pressemitteilung vom 10.06.2024    

IHK-Geschäftsstelle Montabaur zieht Bilanz: Sechs Jahre Leitkammer Keramik

"Es ist gerade mal drei Jahre her, als uns im Sommer 2021 gelungen ist, erste bundeseinheitliche Abschlussprüfungen für fünf keramische Ausbildungsberufe zur Verfügung zu stellen", zieht Richard Hover, Geschäftsführer der IHK-Geschäftsstelle Montabaur, in diesen Tagen Bilanz zur Arbeit der sogenannten Leitkammer Keramik.

(Foto: privat)

Montabaur. Die Prüfungspraxis im Dualen Ausbildungssystem sieht zweimal im Jahr (Sommer und Winter) am gleichen Tag zur gleichen Zeit deutschlandweit für alle in einem Berufsbild zu Prüfenden einheitliche schriftliche Abschlussprüfungen vor. Die Unterlagen hierfür werden den Industrie- und Handelskammern (IHKs) von einer zentralen Stelle zur Verfügung gestellt, wobei diese wiederum von Ausschüssen, die mit Expertinnen und Experten des jeweiligen Berufsbildes besetzt sind, erstellt werden. Hover erläutert: "Bei den bekannten Berufen wie Kaufmann/-frau für Büromanagement, Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Industriemechaniker oder Zerspanungsmechaniker mit hohen Fallzahlen ist das logistisch von diesen zentralen Einrichtungen gut machbar." Anders stelle sich dies jedoch bei vergleichsweise selten nachgefragten Berufsbildern mit sehr spezifischen Prüfungsinhalten dar - wie beispielsweise den keramischen Ausbildungsberufen.

Um auch dort eine bundeseinheitliche Prüfung anbieten zu können, wird von der Dachorganisation der IHKs, der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) in Berlin als Koordinierungsstelle, im Bundesgebiet nach Kammern Ausschau gehalten, die aufgrund der Branchenstruktur vor Ort eine entsprechende Expertise vorweisen können. Diese erstellen dann als sogenannte Leitkammer die Prüfungen. "Mit Blick auf die keramischen Berufsbilder in unserer Region kamen neben anderen Kammern auch wir dafür infrage, die Aufgabe einer Leitkammer zu übernehmen", erläutert Regionalgeschäftsführer Hover wie es 2018 dazu kam, in der IHK-Geschäftsstelle Montabaur den Aufbau einer Leitkammer für Prüfungen in den keramischen Ausbildungsberufen zu starten.

Auf Nachfrage erläutert Hover, warum bundeseinheitliche Prüfungen Sinn machen: "Ganz einfach, weil es sich um staatlich anerkannte Berufsbilder handelt und da ist sicherzustellen, dass zum Beispiel der angehende Prüftechnologe Keramik, der seine Ausbildung im sächsischen Meißen absolviert, über die gleichen Qualifikationen und hohe Ausbildungsqualität verfügt wie sein Pendant in Höhr-Grenzhausen. Das muss standortunabhängig bundeseinheitlich abgeprüft werden." Schließlich sei bei einem Arbeitsplatzwechsel vom einen in das andere Bundesland zu gewährleisten, dass der Mitarbeiter auch am neuen Arbeitsplatz seiner Aufgabe gerecht werde. Vor den ersten bundeseinheitlichen Prüfungen im Sommer 2021 wurden von Prüfungsausschüssen vor Ort tendenziell regionalspezifische Prüfungen erstellt. "So konnte es sein, dass man im sächsischen Meißen eher bezogen auf Porzellan hin prüfte, während im Saarland oder hier bei uns der Schwerpunkt vielleicht auf sogenanntem Steinzeug und dessen Materialeigenschaften lag", meint Hover.




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Die Arbeit einer Leitkammer
"Unser kleines Team in Montabaur arbeitet mit rund 40 ehrenamtlich für uns aktiven Experten aus Unternehmen der Branche und Berufsbildenden Schulen des gesamten Bundesgebiets zusammen. Diese sind in Arbeitskreisen und Fachausschüssen zur Erstellung von Aufgaben und Verabschiedung von Prüfungen tätig", so Hover. So werden in fünf Berufsbildern - Industriekeramiker der Fachrichtungen Anlagen-, Verfahrens-, Modell- und Dekorationstechnik sowie Prüftechnologen Keramik - für die jährlich im Sommer und Winter bundesweit stattfindenden schriftlichen Abschlussprüfungen die zu lösenden Aufgaben erstellt, von Montabaur aus organisiert und koordiniert. Positiver Nebeneffekt sei laut Hover, dass es durch die Leitkammeraktivitäten in der Keramikbranche in Sachen Ausbildung und zwischen den in diesem Bereich lehrenden Berufsbildenden Schulen aktuell in Deutschland noch nie einen engeren Austausch beziehungsweise eine intensivere Kommunikation gegeben habe. Hier sei ein sehr aktives Netzwerk entstanden.

Digitalisierung hilft
Mit Blick auf die Anfänge der Leitkammer-Tätigkeit resümiert Hover: "Zum Glück war es von Beginn an unser Ziel, alles so digitalisiert wie möglich zu gestalten. Das half uns während der Zeit der Pandemie so sehr, dass wir innerhalb von wenigen Tagen auf Online-Sitzungen der Gremien umschalten konnten. Damit waren wir am Ende deutlich schneller und flexibler, als es mit den zunächst vorgesehenen Präsenzsitzungen möglich gewesen wäre."

Mit Unterstützung von Datenbank-Software und Intranet-Systemen habe man zusammen mit den ehrenamtlich besetzten Gremien einen Pool von mittlerweile 2.000 Aufgaben aufgebaut. Seit 2021 konnten für die genannten Berufsbilder 45 Prüfungssätze erstellt werden. Plante man anfangs noch, für den Sommer 2021 testweise mit einer ersten bundeseinheitlichen Prüfung in einem Berufsbild zu starten, konnten den IHKs in Deutschland zu diesem Prüfungstermin tatsächlich in allen Berufsbildern Prüfungen angeboten werden. Mit Blick auf die Zukunft meint Hover abschließend: "Wir setzen unsere Arbeit mit Unterstützung der ehrenamtlichen Gremien auf Bundesebene fort, um noch mehr Aufgaben zu erstellen und Abschlussprüfungen anbieten zu können. Wir verstehen uns als Dienstleister für die Branche im Auftrag guter Ausbildung." (PM)


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