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Nachricht vom 25.12.2011    

Elisabeth Steinhard: Leben in zwei Kulturen

Die Kontakte nach Indonesien lebendig halten ist ein Anliegen von Elisabeth Steinhard. Sie wurde dort geboren, kam als Kind in den Westerwald, ging zurück in ihr Geburtsland und lebt heute in Kirburg. Das Dekanat Bad Marienberg unterstützt eine Bildungseinrichtung für Jugendliche sowie die Kindergottesdienstarbeit der Simalungun-Batakirche in Nordsumatra.

Elisabeth Steinhard lebt in zwei Welten. Foto: Sabine Hammann-Gonschorek

Kirburg (shg) Elisabeth Steinhard lächelt, wenn sie von den Indonesiern erzählt. Wie fröhlich sie seien, wie gastfreundlich, wie wenig sie klagen. Ganz anders als die Westerwälder, sagt Steinhard. "Aber Basalt wird eben langsam warm", lacht sie, in Anspielung auf das Westerwälder Gestein.
Elisabeth Steinhard ist trotz der großen Unterschiede in beiden Kulturen zuhause. Geboren wird sie 1941 in einem Internierungslager in Indonesien. Damals heißt das Land noch Niederländisch-Indien und war eine holländische Kolonie. Durch den Zweiten Weltkrieg wird Steinhards Familie, ihr Vater, der Pfarrer und Missionar war, ihre Mutter und ihre beiden älteren Geschwister inhaftiert.
"Als Kind habe ich nur Hunger und Stacheldraht erlebt", sagt Elisabeth Steinhard ohne Bitterkeit. Erst 1946 kann der Vater, 1947 der Rest der Familie ausreisen. Der Vater nimmt 1948 eine Pfarrstelle in Kirburg im Westerwald an.
Künftig – auch heute noch - Elisabeth Steinhards Heimat. In den folgenden Jahren verschwendet Elisabeth Steinhard wenig Gedanken an das Land ihrer Geburt.

Doch zwei Jahrzehnte später hört sie, dass die Rheinische Mission Missionare für Indonesien suchte. Sie entschließt sich 1967 zur Ausreise als Missionsschwester nach Nordsumatra, zusammen mit einer weiteren Deutschen. Dort gründet sie das erste Mädcheninternat, in dem bis heute 100 Mädchen ausgebildet werden. Ab 1972 ist sie alleine in Indonesien, die Mitschwester musste nach Hause reisen. "Danach konnte ich deutsch nur noch mit meinem Hund sprechen", erzählt Steinhard. "Aber einen Vorteil hatte es, so lernte ich die Sprachen schnell".

Steinhard spricht nicht nur die Amtssprache Indonesisch, sondern auch die Sprache der Region, in der sie lebte, Simalungun, und noch zwei weitere Stammessprachen. 1993 kommt Steinhard in den Westerwald zurück und arbeitet 10 Jahre in der Altenheimseelsorge des Dekanats Bad Marienberg. Nebenher - und bis heute - engagiert sie sich in der evangelischen Frauenarbeit.
Im Westerwald förderte sie den schon bestehenden Kontakt zwischen der indonesischen Simalungun-Batakkirche (GKPS) und dem Dekanat Bad Marienberg. Im Zuge dieser Partnerschaft unterstützt das Dekanat Bad Marienberg das "Drop out Center" in Pamatangsiantar. Das ist eine Einrichtung, durch die jugendliche Schulabbrecher über eine kurze handwerkliche Ausbildung eine Chance auf einen beruflichen Einstieg erhalten.
"In Indonesien gibt es keinen zweiten Bildungsweg. Als Schulabbrecher kann man, auch wenn es völlig unverschuldet war, etwa durch Krankheit keinen Abschluss mehr machen", erzählt Elisabeth Steinhard. Im "Drop-out Center" können die jungen Erwachsenen mehrere Berufe erlernen, wie Automechaniker oder Näherin.
Als zweites Projekt unterstützt das Dekanat die Kindergottesdienstarbeit der Simalungun-Batakkirche.




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Da beide Schwerpunkte im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit liegen, wird 2012 eine achtköpfige Delegation mit überwiegend jungen Erwachsenen aus der Jugendarbeit der Gemeinden des Dekanats Bad Marienberg die Partnerkirche in Indonesien besuchen. Das Ziel ist Kontakt und Begegnung zwischen jungen Menschen der beiden Kirchen, um Beziehungen zwischen ihnen entstehen zu lassen. Diese Beziehungen sollen eine verjüngte und breitere Basis in der Unterstützung der indonesischen Partner ermöglichen.
"Die jungen Erwachsenen sollen sich mit den Gastgebern in Nordsumatra über kirchliche, religiöse und gesellschaftliche Fragestellungen austauschen können und Verständnis für ihre kulturellen Unterschiede entwickeln", sagte Elisabeth Steinhard.
Sie hat die Menschen in ihrer zweiten Heimat inzwischen unzählige Male besucht. Erst Ende November 2011 ist sie von einem mehrwöchigen Aufenthalt zurückgekehrt. "Die Indonesier nehmen sich sehr viel Zeit und hören uns zu, aber sie erwarten dasselbe auch von uns. Erst wenn man ihnen lange genug zuhört, erfährt man etwas über sie, über ihr Inneres, das sie nach außen immer verbergen.“ (shg)


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