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Nachricht vom 18.12.2011    

Stegskopf als Naturschutzgebiet sichern

Der BUND im Westerwaldkreis und im Kreis Altenkirchen und der kreisverband Bündnis 90/Die Grünen fordern die sofortige Sicherung des ehemaligen Truppenübungsgeländes für den Naturschutz. Ein "Natur- und Kulturzentrum Hoher Westerwald" biete Chancen für den Erhalt einer besonderen Artenvielfalt.

Der Truppenübungsplatz Stegskopf ist Lebensraum für geschützte Tier- und Pflanzenarten. Foto: Immo Vollmer

Kreis Altenkirchen. BUND und Bündnis 90/Die Grünen fordern die sofortige Sicherung des Stegskopfs für den Naturschutz. Auf dem letzten öffentlichen Treffen des Grünen-Kreisverbandes im Alten Bahnhof in Herdorf stellten Wolfgang Stock (BUND Altenkirchen) und Harry Neumann (BUND Westerwald) ihr Konzept eines „Natur-und Kultur-Zentrums Hoher Westerwald“ als zivile Nachnutzung des Truppenübungsplatzes Stegskopf vor.
Für den BUND stellt das 2000 Hektar große Gelände für viele geschützte Tier- und Pflanzenarten kostbare und einzigartige FFH-Lebensräume dar. Die durch langjährige militärische Nutzung eingeschränkte zivile Nutzung habe Rückzugsräume für seltene Arten geschaffen, von denen viele auf der Roten Liste stünden. Deshalb sei eine Veräußerung zur gewerblichen Nutzung mit den Zielen des Naturschutzes und mit dem rechtlichen Status als Natura2000-Gebiet unvereinbar. Das Natur-und Kultur-Zentrum solle nicht nur die Möglichkeit bieten, Natur zu erleben und zu erfahren, sondern auch die kulturelle Identität des Westerwaldes zu stärken. Stock erinnerte an so weltberühmte Namen wie Friedrich Wilhelm Raiffeisen und August Sander. Durch die gute verkehrliche Anbindung könne das Zentrum eine touristische Ausstrahlung von Limburg bis zum Siebengebirge am Rhein haben.

Um den gewerblichen und wirtschaftlichen Begehrlichkeiten zuvorzukommen, fordert der BUND von der bündnisgrünen Umweltministerin Ulrike Höfken, die sofortige Unterschutzstellung des Stegskopfgeländes.

In der anschließenden Diskussion bekundeten die Bündnisgrünen ihre grundsätzliche Unterstützung dieses Projektes, gaben aber auch zu bedenken, dass eine energetische Nutzung, sprich Windkraft, nicht ausgeschlossen werden dürfe. Friedrich Hagemann: „Die Klimakrise stellt alle anderen derzeitigen Probleme in den Schatten. Die Erderwärmung wird, wenn sie nicht eingedämmt werden kann, nicht nur zu weltweiten Verteilungskämpfen, sondern auch zu dem größten Artensterben seit Millionen von Jahren führen.“ Deshalb warne er davor, einen Gegensatz zwischen Naturschutz und Klimapolitik zu konstruieren.
Wolfgang Stock und Harry Neumann hielten dem entgegen, dass der Schutz der Atmosphäre nicht gegen den Schutz der Biosphäre ausgespielt werden dürfe. Nach dem Gutachten des Frauenhofer Instituts gebe es genügend Flächen für Windenergie außerhalb der Natura2000-FFH- und Vogelschutzgebiete, sodass das Ausbauziel der Landesregierung nicht gefährdet sei. Es müssten auch weiterhin freie Landschaftsbestandteile ohne gewerbliche Überprägungen geben. Ebenso seien die Empfehlungen des Bundesamtes für Naturschutz „Windenergieanlagen über Wald“ zu berücksichtigen.
Alle Beteiligten waren sich schließlich einig, dass eine übergeordnete Planung auf der Ebene der Regionalplanung mit einem dauerhaften und tragbaren Nutzungskonzept entwickelt und klare Ausschluss- und Vorrangkriterien für Windkraftanlagen aufgestellt werden müssten. Die Entscheidung alleine den Kommunen zu überlassen führe zu einem unkoordinierten Auswuchs und zu einer unnötigen Belastung der Landschaft.
Kreisfraktionssprecher Gerd Dittmann versprach, das Anliegen des BUND bei Landrat Michael Lieber und den anderen Kreistagsfraktionen vorzubringen mit dem Ziel, ein differenziertes Vorgehen auch mit den Nachbarkreisen zu entwickeln.
Kreisvorstandssprechein Elisabeth Emmert schlug vor, das Thema Konversion von Militärgeländen in RLP insgesamt mit grünen Vertretern auf Landesebne zu diskutieren.


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