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Nachricht vom 11.04.2024    

Der April macht was er will: Wird auch Migräne durchs Wetter beeinflusst?

RATGEBER | Für viele Migränepatienten ist klar: Das Wetter, genauer gesagt abrupte Wetterwechsel, wie sie im April häufig sind, lösen das „Gewitter im Kopf“ aus. Neben emotionalem Stress, hormonellen Schwankungen sowie unregelmäßigem Schlaf und ausgelassenen Mahlzeiten, gilt das Wetter als einer der Hauptauslöser von Migräne.

KI basiertes Bild

Wie entsteht Migräne?


Migräne ist eine komplexe neurologische Erkrankung, deren genaue Ursache bis heute nicht geklärt ist. Man geht aber davon aus, dass sowohl genetische als auch Umweltfaktoren – die sogenannten Trigger – bei der Entstehung beteiligt sind. Etwa 15 Prozent der Deutschen sind betroffen, Frauen dreimal so häufig wie Männer.¹ Bei den Betroffenen kommt es zu einer überaktiven Reizverarbeitung und zu Entzündungsreaktionen im Gehirn. Eine Migräne zu behandeln ist nicht einfach. Neben einer Akutbehandlung gibt es auch eine vorbeugende Behandlung für Menschen, die vielfach betroffen sind. Damit sollen Häufigkeit und Schwere der Migräneanfälle durch chemische Veränderungen im Gehirn reduziert werden.

Wie fühlt sich Migräne an?


Migräne ist nicht einfach nur ein Kopfschmerz, sondern ein äußerst belastendes Leiden, das das tägliche Leben stark beeinträchtigen kann. Betroffene beschreiben die Schmerzen oft als lähmend intensiv. Der Schmerz ist pulsierend und pochend und tritt meist einseitig im Augenbereich auf. Bei körperlicher Bewegung wird er schlimmer. Zusätzlich zu den extrem starken Kopfschmerzen können weitere Symptome auftreten, wie Übelkeit und Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit und manchmal auch Sehstörungen, im Rahmen der sogenannten Aura.

Normale tägliche Aktivitäten sind in der Regel nicht mehr möglich, wobei das Ausmaß der Symptome unterschiedlich sein kann. „Wie fühlt sich Migräne an?“ – diese Frage lässt sich also nicht pauschal beantworten, das ist je nach Migräneart sehr unterschiedlich. Manche Betroffene leiden etwa unter starkem Schwindel, während andere im Vorfeld Doppelbilder sehen.

Wie lange dauert Migräne?


Die Dauer variiert von mehreren Stunden bis hin zu mehreren Tagen. Mit bestimmten Medikamenten wie zum Beispiel den sogenannten Triptanen kann ein Anfall verkürzt werden. Auch Ruhe tut Betroffenen gut. Wie lange eine Migräne dauert, hängt auch davon ab, wie schnell und effektiv sie behandelt wird und welche individuellen Faktoren die Auslöser waren. Eine gründliche Erfassung dieser Faktoren kann helfen, die optimale Behandlung zu bestimmen und die Dauer zukünftiger Attacken zu minimieren.

Was tun bei Migräne?


Wer einen Migräneanfall hat, benötigt Ruhe und sollte die Möglichkeit haben, alle Reize abzuschalten, zum Beispiel in einem abgedunkelten Raum. Es gibt Patienten, die durch die Einnahme von gängigen Schmerzmitteln Erleichterung erfahren, bei schwereren Anfällen ist ein Triptan notwendig. Kühlende Kompressen auf der Stirn und im Nacken sowie ausreichend Flüssigkeit können ebenfalls zur Linderung beitragen.

Kann ein Wetterwechsel Kopfschmerzen und Migräne auslösen?


Es gibt einige Studien, die auf einen Zusammenhang zwischen Wetter und Migräne hindeuten. Auslösende Bedingungen für Migräne können ein plötzlicher Anstieg der Temperaturen um mehr als 5 Grad, Föhnwetter, starker Wind und Änderungen des Luftdrucks, insbesondere von Tief- auf Hochdruckwetter, sein.

Nicht alle Betroffenen reagieren auf Wetterwechsel mit Kopfschmerzen – im Gegenteil, laut dem Migräne Radar sind es sogar nur 4 Prozent.² Ist das Wetter aber einer der Trigger, dann bedeutet das, dass dadurch möglicherweise auch ein Anfall ausgelöst wird. In einem solchen Fall kann die Aufmerksamkeit auf das Wetter dazu beitragen, Migräneanfälle vorherzusehen und entsprechende Vorkehrungen zu treffen, um die Auswirkungen zu minimieren.

Wie kann ich einer Migräne aufgrund des Wetters vorbeugen?


Migränepatienten stehen vor der Herausforderung, sich auf Wetterbedingungen einzustellen, die ihre Anfälle beeinflussen. Dabei gibt es einige Vorkehrungen, die getroffen werden können, um die Auswirkungen zu reduzieren. Zunächst einmal ist es ratsam, frühzeitig die Wettervorhersagen zu überprüfen, um im Voraus über bevorstehende Wetterwechsel informiert zu sein. Dadurch ist es möglich, sich besser auf Kopfschmerzen vorzubereiten. Das Führen eines Migränetagebuchs kann dabei helfen, Zusammenhänge zu erkennen und entsprechend präventive Maßnahmen zu ergreifen.

Migräne: Dem Wetter ein Schnippchen schlagen


Sogenannte Biowetter-Karten oder Migräne-Wetterkarten bieten einen Überblick über das potenzielle Auftreten von Migräneanfällen in Verbindung mit Wetterbedingungen. Sie können beispielsweise anzeigen, wann bestimmte Wetterereignisse wie Gewitter oder hohe Temperaturen das Migräne-Risiko erhöhen könnten. Diese Vorhersagen dienen als Hinweis darauf, wie ein Wetterwechsel sich auf Kopfschmerzen auswirkt und ermöglichen es einigen Patienten, sich entsprechend vorzubereiten.

An Tagen mit extremen Wetterbedingungen, wie starkem Wind oder plötzlichen Temperaturschwankungen, sollten sich Betroffene möglichst drinnen aufhalten und körperliche Anstrengung im Freien vermeiden. Wichtig sind jetzt neben Ruhe regelmäßige gesunde Mahlzeiten und ausreichend Flüssigkeit. Bei der ersten Frühlingssonne ist das Tragen einer Sonnenbrille ein guter Tipp, um eine Reizüberflutung zu vermeiden. Auch wer in den Urlaub fährt, sollte bedenken, dass der Körper sich in den ersten Tagen an die neuen klimatischen Bedingungen anpassen muss und ihm etwas Zeit geben. (prm)

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¹ BARMER. Barmer Doc Sebastian: Wie fühlt sich Migräne an? 2024.
² „Hochschule Hof Migräne Radar: Neue Projektergebnisse liegen vor“. Idw-online.de, https://idw-online.de/de/news?print=1&id=682658. Zugegriffen 4. April 2024.



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