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Nachricht vom 07.04.2024    

Buchtipp: „Das Böse in mir“ von Tina Hüsch & Ulrich Heidenreich

Von Helmi Tischler-Venter

In den neuesten drei Bändchen mit passenden dunklen Einbänden präsentiert Tina Hüsch ihre dunkle, teuflische Seite. Für „Das Böse in mir“ findet die Bad Marienberger Wundertütenpoetin in Ulrich Heidenreich einen kreativen Partner-Teufel als Unterstützung. Beide lassen ihre inneren Gefühle sichtbar werden und lieben es, zu polarisieren und zu provozieren.

Foto: Wolfgang Tischler

Bad Marienberg/Dierdorf. Wer sich auf die Künstler einlässt, erfährt, dass das Böse in den Menschen nicht zwangsläufig schlecht ist. „Es bringt eine gewisse Würze ins Leben und hilft, Herausforderungen mit einem Augenzwinkern zu meistern.“

„Ich mag das Teufelchen in mir.
Mag seine Ideen, die ihm nie ausgehen.
Mag seine endlose Kreativität,
mit der es ganz viel Schabernack sät.
Mag, wie es sich verhält
Und den Ärger der Welt abbestellt.
So mag ich den kleinen frechen Kerl,
denn er ist mein Sonnenschein,
durch das Piksen seiner Hörner kommt viel Freude rein.
So liebe ich mein Sein.“

Die Poeten machten die Erfahrung: „Manchmal muss man ein bisschen bösartig sein, nur so kommt wieder Klarheit rein. Manchmal muss man das Teufelchen freilassen, dann gibt es nichts zu spaßen. Manchmal kann man nur so die Reißleine ziehen und vor dem eigenen Groll entfliehen.“

Dazu muss man gnädig zu seinen Fehlern stehen:
„Kleine Fehler“
Ich liebe kleine Fehler,
da sie mir gelingen
und mich stetig weiterbringen.
Mir neue Chancen zeigen
Und die Angst in mir vertreiben.
Würd es sie nicht geben,
wär ich nie so weit gekommen,
meine Wege wären verschwommen,
ich hätte nie das Ziel erklommen.
Kleine Fehler, ich liebe euch,
denn nur mit euch bin ich komplett perfekt.
Ich bin so froh, hab ich’s gecheckt!

Auch Kracksack und Arschgeige sollte man als gemütsreinigende Charakterseiten zulassen: „Ich bin nicht musikalisch, doch Arschgeige kann ich schon. Das brauch ich für den kompletten Hohn. Kann mir so schön arschige Gedanken machen und das Dunkel meines Seins bewachen. So fehlts mir zwar fürs Klavier, doch zum arschig geigen bin ich hier und es wächst in mir das Tier zum Stier.“

Gedichte wie zum Beispiel „Das kleine Seelchen“, „Egoistischer Narzisst“, oder „Man kann sie nicht alle töten“ liest man kopfnickend. Unbestritten zutreffend ist auch die Aussage: „Wenn jeder wüsste, was jeder dächte, und davon mal nur das Schlechte, würde jeder jeden verachten und niemand mehr mit dem anderen lachen. Wenn jeder von uns gläsern wär, dann gäb’s ein riesiges Scherbenmeer.“



In dem Bändchen „Schimpfatlas meiner Schmähgedichte“ zeigt Tina Hüsch, dass Dunkelheit ihre hellen Schattenseiten hat. Gossensprache und Flüche bieten ein Ventil für das Innenleben, jedoch sollte man immer einige Regeln beachten. Damit niemand ernsthaft verletzt wird, sollte man „vermeiden, Schimpfworte direkt gegen Personen zu richten, sondern sie mehr als Ausdruck von Frustration und Unzufriedenheit verwenden.“

Jeder kennt die vernichtende Wirkung böser Worte:
„Böse Worte können stechen,
böse Worte können brechen
still dein kleines Herz entzwei.
Böse Worte wollen quälen,
böse Worte woll‘n erzählen
von aller Pein in dieser Welt.
Böse Worte sind wie Feinde,
wollen immer nur das eine.
Ernähren sich von Traurigkeit
Und leben dort,
wo kein Glück je bleibt.“

„Freundschaften“, die Seelenleid erzeugen, muss man zum Selbstschutz beenden. Tina ermutigt, sich gegen Dösbaddel, Vollhirsche, Eierköppe, Flachpfeifen und andere nervenraubende Mitmenschen zur Wehr zu setzen, damit das eigene Lachen nicht erstickt.

In diesem Sinn arbeitet auch das Büchlein „Teufelei meiner dunklen Seiten“. Es zeigt die Möglichkeiten von Poesie und Frevelei. „Wenn man einmal verstanden hat, dass man sich für seine Gefühle nicht schämen muss, hat die Seele genügend Widerstandskraft gesammelt, um auch in der Finsternis des Lebens das Licht eines neuen Anfangs zu erkennen.“

Alle Bücher „Wundertütenpoet“ sind erschienen bei Books on Demand:

Teufelei meiner dunklen Seiten, ISBN 9783756837076

Schimpfatlas meiner Schmähgedichte, ISBN 9783743174894

Das Böse in mir, ISBN 9783758300493 (htv)


Mehr dazu:   Buchtipps  
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