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Pressemitteilung vom 04.03.2024    

Landwirtschaftliche Herausforderungen: Grüne und Kreisbauernverband Westerwald im Dialog

Vertreter des Kreisbauernverbandes Westerwald und des Kreisvorstandes von Bündnis 90/Die Grünen KV Westerwald haben sich zu einem fruchtbaren Austausch getroffen, um über die Herausforderungen und Chancen für die Landwirtschaft im Westerwaldkreis zu sprechen.

Markus Mille (Geschäftsführer BWV), Kevin Ferdinand-Nebgen (Vorstandsmitglied B90/Die Grünen); Ine Schmale (Vorstandsmitglied B90/Die Grünen); Hans-Georg Schmidt (Vorstandsmitglied BWV) Matthias Müller (Kreisbauernvorsitzender). (Foto: Sarah Schell-Hahn)

Hachenburg. Das Treffen folgte einem geplanten, aber durch Demonstrationen unterbrochenen Dialog beim Neujahrsempfang des grünen Kreisverbandes. Zu Beginn machten beide Seiten deutlich, dass Proteste grundsätzlich zu einer Demokratie gehören, aber gleichzeitig hierzu immer auch ein konstruktiver Dialog gehört. Kreisbauernvorsitzender Matthias Müller, Vorstandsmitglied Hans-Georg Schmidt und Geschäftsführer Markus Mille diskutierten rund zweieinhalb Stunden offen und konstruktiv mit den grünen Vorstandsmitgliedern Sarah Schell-Hahn, Ine Schmale und Kevin Ferdinand-Nebgen über die Herausforderungen und Möglichkeiten für die Landwirtschaft im Westerwald. Hierbei wurden grundsätzliche Themenfelder wie die wirtschaftliche Situation und die zukünftige Ausrichtung der Landwirtinnen und Landwirte in der Grünlandregion Westerwald diskutiert.

Keine Versiegelung von landwirtschaftlichen Flächen
Ein zentraler Konsens bestand in der Überzeugung, dass die Versiegelung von landwirtschaftlichen Flächen durch Überbauung auf ein geringstmögliches Maß reduziert werden müsse. Soweit zum Ausbau erneuerbarer Energien auf Photovoltaikanlagen gesetzt werde, stimmten beide Seiten überein, dass die Nutzung versiegelter Flächen wie Dachflächen, Parkplätze und Industriebrachflächen ausgeschöpft sein müsste, ehe wertvolle Landwirtschaftsflächen hierfür genutzt werden sollten.

Die Überlegung der Grünen zur Agriphotovoltaik, also der kombinierten Nutzung von landwirtschaftlichem Anbau und gleichzeitigem Betrieb von PV-Anlagen, sahen die landwirtschaftlichen Vertreter derzeit im Westerwald als nicht praxistauglich. Einigkeit bestand jedoch wieder bei der Einschätzung, dass die Speicherung von grünem Strom bei hoher Sonneneinstrahlung ein wichtiger Schritt sei, um mit weniger PV-Flächen auszukommen.




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Sichtbarkeit erhöhen
Alle Teilnehmer des Gesprächs sprachen sich dafür aus, dass die Sichtbarkeit regionaler landwirtschaftlicher Betriebe und ihrer Produkte erhöht werden müsse. Dazu eigne sich insbesondere die Direktvermarktung landwirtschaftlicher Produkte ebenso wie die Schaffung von Kontaktmöglichkeiten mit Verbrauchern beispielsweise bei Hoffesten oder Schulbesuchen, die ermöglichten, moderne Landwirtschaft mit allen Sinnen zu erleben.

Unterschiedliche Ansichten wurden bei der Frage der Wölfe im Westerwald deutlich. Während die Bauernvertreter wegen des Konfliktes mit der Weidetierhaltung deutliche Bedenken gegen eine Wiederansiedlung äußerten, befürworteten die Grünen das vom Land betriebene Wolfsmonitoring und -management. Diese verschiedenen Sichtweisen zeigten, dass die Umsetzung europäischer Biodiversitäts- und Renaturierungsstrategien auf landwirtschaftlichen Flächen mit komplexen Vorgaben und Zielen verbunden ist.

Die Gespräche betonen den Wert des offenen Dialogs und der Bereitschaft, unterschiedliche Sichtweisen auszutauschen. Alle Teilnehmer lobten am Ende des Gesprächs den konstruktiven Austausch und wollen diesen in Zukunft fortsetzen. (PM)


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