Werbung

Nachricht vom 15.11.2011    

Heimatkundler waren dem Ursprung der Wäller Namen auf der Spur

Professor aus Leipzig: Namen können als Friedhof der Wörter zu Zeugen der Geschichte werden

Hachenburg. Beim 16. Heimatkundlertreffen des Westerwaldkreises und des Westerwald-Vereins auf Schloss Hachenburg gab Namensforscher Professor Jürgen Udolph (Rosdorf) den 120 Teilnehmern einen Überblick über die Bedeutung und Herkunft von Gewässer-, Orts- und Flurnamen im Westerwald und machte ihre Rolle als Zeugen der Geschichte deutlich.

„Wir wissen heute oft nicht mehr, was in den Namen steckt“, so Udolph. „Eben weil wir die Sprache, die Aufschluss über die Bedeutung des Namens geben könnte, heute gar nicht mehr kennen. Denn wir verändern die Sprache, ohne es zu merken“, erklärt der Namensforscher.

Und während einzelne Wörter der gesprochenen Sprache im Verlauf der Jahrhunderte auch aussterben können, bleiben die Namen erhalten, können als „Friedhof der Wörter“ zu Zeugen der Geschichte werden – gerade für Heimatforscher eine spannende Angelegenheit.

Deshalb gab der anerkannte und mittlerweile weithin bekannte Namensforscher den Heimatkundlern einige wertvolle Tipps, wie Namensforschung auch auf eigene Faust zu einer machbaren Aufgabe wird. Dazu präsentierte Udolph, Onomastiker (Namenkundler) und emeritierter Professor an der Universität Leipzig, auch die wichtigsten Standardwerke, die für die Erforschung der geografischen Namen im Westerwald unerlässlich sind.

Während seines Vortrags ging Udolph, der seit März dem Zentrum für Namensforschung in Leipzig vorsteht, immer wieder auf Anregungen und Fragen aus dem Publikum ein. Zum Beispiel beim Ortsnamen Merkelbach, der nach älteren Quellen auf einen Personennamen zurückgeführt wird. Nach neueren Erklärungen meint „Merkel“ aber einfach mundartlich den Eichelhäher. Auch Atzelgift hat seinen Namen von einer „giftenden“ (schreienden) Atzel (Elster).

Der Name Streithausen könnte tatsächlich von einem alten Rechtsstreit herrühren, meinte Udolph, zeigte sich aber selbst von dieser Erklärung noch nicht so wirklich überzeugt.
Überhaupt räumte der Forscher mit einigen althergebrachten Meinungen auf. So stellte er fest, dass entgegen der landläufigen Meinung gar nicht so viele geografische Namen einen germanischen oder gar keltischen Ursprung haben.




Stellenanzeigen | WesterwaldJobs

Hilfskraft (m/w/d) Wohnstätte Flammersfeld

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

LKW-Fahrer (m/w/d)

Westerwald-Brauerei H. Schneider GmbH & Co. KG
57627 Hachenburg

Gruppenleitung (m/w/d) in der Werkstatt

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Gruppenleitung (m/w/d) Vollzeit in der Werkstatt

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57537 Wissen

Hauswirtschaftskraft (m/w/d) für Wohnstätte

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

⇒ Mehr Westerwald Jobs entdecken    |    ⇒ Stellenanzeige schalten


Allerdings gibt es auch im Westerwald sogar Namen, die auf eine vorgermanische (Beispiel: Eisenbach) oder gar indogermanische Quelle (wie Lahn und Nister) hinweisen. Dabei bleibe die Deutung, wie bei letzterem, immer noch schwierig. Bei allem hochwissenschaftlichem Anspruch schaffte es der Referent immer wieder durch den einen oder anderen witzigen Bezug, dass der Spaß bei den Zuhörern nicht zu kurz kam.

Nach dem Vortag zur Geschichte der Namen wurden beim 16. Wäller Heimatkundlertreffen wieder einzelne Projekte heimischer Regionalforscher einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt. Die reichten von veröffentlichten Büchern über aktuelle Forschungsprojekte bis hin zu besonderen Angeboten.

Die Begrüßung und Moderation der Tagung hatte Achim Schwickert in seiner neuen Doppelfunktion als Westerwälder Landrat und Vorsitzender des Westerwald-Vereins übernommen. Kreis und Verein sind Veranstalter des jährlichen Treffens, für das neue Themen gesucht werden.


Lokales: Hachenburg & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

WW-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Kultur


Jazzklänge im Keramikmuseum - ein Abschiedskonzert

Am 25. Oktober lädt der Freundeskreis der Kreismusikschule zu einem besonderen Jazzkonzert ins Keramikmuseum ...

Tango trifft Westerwald: Ein musikalischer Abend in Höhr-Grenzhausen

Am 25. Oktober lädt das Jugend-, Kultur- und Bürgerzentrum "Zweite Heimat" in Höhr-Grenzhausen zu einem ...

Musikalisches Abendlob in Horhausen: Ein Abend zwischen Dunkel und Licht

Die Katholische Kirchengemeinde St. Petrus Neustadt Horhausen lädt am 25. Oktober 2026 zu einem besonderen ...

Solo-Performance über Menstruation und Menopause in Höhr-Grenzhausen

Katharina Heißenhuber zeigt am 29. Oktober 2026 das Solo-Theaterstück "There will be no blood" im Jugend-, ...

Fiesta Latina in Bendorf unterstützt Kinder und Jugendliche in Ecuador

Musik, Tanz und Spezialitäten aus verschiedenen Ländern des amerikanischen Kontinents stehen am 31. Oktober ...

Kneipenfestival Montabaur lockt mit Live-Musik

Am Samstag, 7. November 2026, wird Montabaur erneut zum Schauplatz des beliebten Kneipenfestivals. Zahlreiche ...

Weitere Artikel


Geburtstagskind Petry schießt die Bären zum Heimsieg

Eishockey-Regionalliga: EHC Neuwied schlägt Moers mit 5:1 – Am Wochenende ist die Tabellenführung möglich

Neuwied. ...

Grüne setzen weiter auf Kommunikation

Bundestagsabgeordnete will sich für die Bewilligung weiterer Mittel einsetzen - Hilfe auch aus Mainz ...

HwK und IHK verleihen "Hochschulpreis der Wirtschaft"

Zum dritten Mal soll im Frühjahr der "Hochschulpreis der Wirtschaft" von HwK und IHK Koblenz verliehen ...

Brigitte Struif spricht die Sprache der Farbe

Die Westerwald Bank in Hachenburg zeigt Werke von Brigitte Struif. Die Hachenburger Malerin stellt ihre ...

Führerschein mit 17 wird immer beliebter

„Normale“ Führerscheine ab 18 im Westerwaldkreis werden zur Minderheit.
Da Rheinland-Pfalz zu den Vorreitern ...

WEKISS gründet zwei neue Selbsthilfegruppen

Die Westerwälder Konakt- und Informationsbörse (WEKISS) ruft demnächst zwei neue Selbsthilfegruppen ins ...

Werbung