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Nachricht vom 07.11.2011    

Plädoyer für mehr Kontakt zwischen Schule und Pfarrer

Religionsunterricht an Schulen wird zuweilen von den Pfarrern, den Schulen und den Kirchengemeinden kritisch gesehen. Diese Arbeit gehört auch zum Dienstauftrag von Gemeindepfarrern. Jeder Pfarrer mit ganzer Stelle muss in der Regel vier Stunden in der Woche unterrichten. Die Kommunikation zwischen Schule und Kirche stand ganz oben auf der Tagesordnung der 11. Dekanatssynode.

Die Synodale tagte in Liebenscheid.

Liebenscheid. Religionsunterricht von Gemeindepfarrern war das Schwerpunkthema der fünften Tagung der 11. Dekanatssynode des Dekanates Bad Marienberg in Liebenscheid. Die Synodalen beschäftigten sich weiter mit der Stellensituation im Dekanat und dem kirchlichen Haushalt. Weitere Themen waren die Visitation und die Verwaltungsprüfung der Gemeinden, die beide im kommenden Jahr anstehen. Nach einer Andacht zum Reformationstag von Pfarrer Maic Zimmermann begrüßte Präses Dietmar Köhler 40 gewählte Synodale und zahlreiche Gäste. Es folgten die Berichte des Präses und des Dekans zum Zeitraum seit der letzten Synodensitzung im Februar.
Bei seinem Vortrag zum Schwerpunktthema der Synode plädierte Dr. Christoph Meyer vom Kirchlichen Schulamt in Mainz für einen lebendigen Gesprächskontakt zwischen den Pfarrern und der Schulleitung. „Einsätze in der Schule sind eine Lebensader für unsere Gemeinden, “ sagte Meyer. Vor diesem Hintergrund sei es unverständlich, dass Pfarrer häufig vom Schuldienst befreit werden wollen. Auch in den Kirchengemeinden sei man sich zu wenig bewusst, was der Schuleinsatz wert sei. Nicht erst seit der Ganztagsschule werde Schule fälschlich als Konkurrenz zu Bildungsangeboten der Kirche gesehen, erläuterte Meyer. Er sprach damit auch die Konfirmandenarbeit an, die häufig im Terminplan der Schüler kaum noch Platz findet.
Einen weiteren großen Raum in der Synode nahm auch die derzeitige und kommende Personaldiskussion im Dekanat ein. In einem Bericht von Prodekan Uwe Herman wurde deutlich, dass in der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) kontrovers darüber diskutiert wird, wie dem demographischen Wandel, Kirchenaustritten und einer schlechteren Finanzausstattung der Kirche zu begegnen sei. Für die Bemessung von Pfarrstellen werden zwei Kriterien angelegt, die Fläche des zu betreuenden Gebietes und die Zahl der Kirchenmitglieder. Pfarrer Herman plädierte dafür, bei der Kürzung von Stellen im Blick zu behalten, wo das Dekanat und die Gemeinden inhaltlich hin wollen. Bei der Verteilung von Stellen müsse auch die übergemeindliche Arbeit weiter gewährleistet werden.
Damit wandte sich die Diskussion den beiden halben Stellen für Erwachsenbildung und für Gesellschaftliche Verantwortung im Dekanat zu. Beide Stellen werden in Kürze vakant. Der Referent für Erwachsenenbildung Karl Schmidt geht in Altersteilzeit. Pfarrerin Ivonne Heinrich, die das Pfarramt für Gesellschaftliche Verantwortung betreut, wird Ende des Jahres eine Stelle als Gemeindepfarrerin im Dekanat Kronberg antreten. Prodekan Herman informierte darüber, dass beide Stellen in Kürze neu ausgeschrieben werden. Dabei soll auch eine Kombination beider Stellen sowie eine Kombination mit je einem halben Gemeindepfarramt möglich sein. Damit wolle der DSV eine möglichst große Anzahl geeigneter Bewerbungen erreichen, erläuterte Herman.
Pfarrerin Monika Kramer aus Willmenrod kritisierte, dass auch im Hinblick auf die Schularbeit, noch keine Lösung für den Erlebnisraum Bibel im Haus der Kirche in Westerburg gefunden sei. Die halbe Stelle für die Betreuung des Erlebnisraumes, die Führungen von Schulklassen und anderen Gruppen beinhaltet, wird mit dem Weggang von Karl Schmidt von Seiten der Kirchenverwaltung wegfallen.
Stephan Kessler lieferte einen kurzen Bericht vom Förderverein des Evangelischen Gymnasiums in Bad Marienberg. 2010 habe der Förderverein der Schule rund 15.000 Euro zum Beispiel für die Ausbildung von Schulsanitätern, für die Blechbläserklasse und die Erweiterung der Bibliothek zur Verfügung stellen können. Präses Köhler berichtete über die Stiftung des Evangelischen Gymnasiums, dessen Stiftungskapital bei der Gesamtkirche angelegt ist. Ausschüttungen aus den Erträgen werden ebenso wie die Gelder des Fördervereins für die Ausstattung der Schule verwendet.
Ein Anliegen der neuen Pröpstin Annegret Puttkammer ist der Besuch aller Dekanatssynoden in Nord Nassau. So begrüße sie auch die Mitglieder der Bad Marienberger Synode. In einer kurzen Ansprache berichtete sie von ihrer Heimatstadt Velbert, die für die Herstellung von Schlüsseln bekannt ist. Sie führte aus, ein Schlüssel sei ein Christushinweis, da Christus das Leben eröffne. Außerdem habe ein Schlüssel ein Profil, ebenso wie die Gemeinden in der Propstei Nord Nassau erkennbare Profile hätten. Wichtige Anliegen seien ihr, mit Schlüsseln Türen zu öffnen, etwa zu katholischen Gemeinden oder zu Arbeitnehmern und Arbeitgebern. „Es ist wichtig, da wo wir getrennt sind, zusammen zu kommen,“ sagte Pröpstin Puttkammer.
Dekan Martin Fries berichtete über die anstehende Visitation der Gemeinden. Geplant ist, dass Delegationen des Nachbardekanats Selters im Herbst 2012 die Kirchengemeinden besuchen. Im Jahr darauf wird dann ein Gegenbesuch von Delegationen aus dem Dekanat Bad Marienberg bei Selterser Gemeinden erfolgen. Teil der von der Kirchenleitung vorgeschriebenen Visitation ist, dass die Kirchenvorstände der Gemeinden über ihre Ausrichtung Stellung nehmen. Die Visitation solle aber möglichst Ressourcen schonend durchgeführt werden, erklärte Fries. Die Verwaltungsfachkraft des Dekanats, Anke Dieckmann, erteilte in einem kurzen Redebeitrag Auskunft über die ebenfalls im kommenden Jahr anstehende Verwaltungsprüfung in den Kirchengemeinden.
Ernst-Robert Daub lieferte einen Bericht von der Kirchensynode der EKHN in Weilburg. Er informierte unter anderem über die Neuausrichtung der Öffentlichkeitsarbeit in der EKHN und die Einstellung des Mitgliedermagazins „Echt“. Über neue Medien wie die „Impulspost“, die Stärkung der Gemeindebriefe und die Entwicklung der Kirchenauftritte im Internet werde nachgedacht. Die Jahresrechnung 2010 in Höhe von 974.613 Euro wurde einstimmig angenommen. Die Prüfung hatte keine Beanstandungen ergeben. Darin enthalten ist der Betrag von 84.795 Euro aus dem Dekanatsonderfond. Diese Summe war bei Feststellung des Haushaltes noch nicht berücksichtigt worden, da die Auflösung des Fonds erst auf der Herbstsynode 2010 beschlossen wurde. Die nächste Tagung der Dekanatssynode Bad Marienberg wird am 23. März 2012 in Unnau stattfinden.



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