Werbung

Nachricht vom 27.09.2023    

Erste positive Bilanz zu Schulgesundheitsfachkräften nach landesweitem Ausbau

Mit zwei Schulgesundheitsfachkräften (SGF) fing 2018 alles an. Heute sind 26 "Schulkrankenschwestern" an ebenso vielen Grundschulen in Rheinland-Pfalz im Einsatz für mehr Gesundheit, mehr Teilhabe und mehr Chancengleichheit.

(Symbolbild: Pixabay)

Mainz/Region. Sie leisten erste Hilfe bei Not- und Unfällen, verabreichen Medikamente, unterstützen chronisch erkrankte Schülerinnen und Schüler, sind Ansprechpartnerinnen und Vertrauenspersonen und können so psychische Auffälligkeiten früh erkennen. Das Projekt wird fortlaufend evaluiert und ist in den letzten eineinhalb Jahren schrittweise gewachsen. Auf einer Fachtagung wurden erste Ergebnisse des Modellprojektes vorgestellt.

„Mit dem Modellprojekt nehmen wir verstärkt die Kinder in den Blick, die unter schwierigeren sozioökonomischen Bedingungen leben, stärkeren gesundheitlichen Risikofaktoren ausgesetzt sind und über geringere Bewältigungsressourcen verfügen. Damit knüpfen wir an die sehr positiven Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie zum Einsatz von Schulgesundheitsfachkräften an zwei Schulen in Mainz an“, sagte Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig in ihrer Begrüßung. „Diese positiven Effekte zeigen sich nun auch im Rahmen der Ausweitung des Projekts auf 26 Grundschulen, die das Bildungsministerium finanziert: Erste Rückmeldungen aus den Schulen deuten darauf hin, dass Fehlzeiten zurückgehen und sich bessere Lernvoraussetzungen und Bildungserfolge einstellen. Die Schulgesundheitsfachkräfte sind bereits nach kurzer Zeit als wichtiger Teil der multiprofessionellen Teams an ihren Schulen unentbehrlich. Ich danke allen Partnerinnen und Partnern, dass sich dank ihres Engagements die Schulgesundheitspflege bereits in so kurzer Zeit etablieren konnte.“

Mehr Integration und Chancengleichheit
Das Modellprojekt „Schulgesundheitsfachkräfte“ des Ministeriums für Bildung Rheinland-Pfalz, der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) und der Universitätsmedizin Mainz hat die verbesserte Integration von Kindern mit chronischen Erkrankungen in Grundschulen, die Stärkung der Bildungsteilhabe und die Reduzierung gesundheitlich bedingter Chancenungleichheit zum Ziel. Schulgesundheitsfachkräfte sind examinierte Gesundheits- und (Kinder-)Krankenpflegekräfte. Sie verfügen über langjährige Berufserfahrung im klinischen Bereich und durchlaufen zu Beginn ihrer Tätigkeit eine berufsbegleitende Weiterbildung in der Schulgesundheitspflege.

Die positive Einschätzung ihrer Arbeit wurde in den Fachvorträgen bestätigt. Prof. Dr. Catharina Maulbecker-Armstrong von der Technischen Hochschule Mittelhessen betrachtete das neue Berufsbild „School Nurse“ bundesweit aus wissenschaftlicher Perspektive – insbesondere im Hinblick auf Wirksamkeit und ökonomische Effekte.



Prof. Dr. Michael S. Urschitz, Kinderarzt und Epidemiologe am Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) der Universitätsmedizin Mainz, erläuterte die Bedeutung von chronischer Krankheit für den individuellen Bildungserfolg. Seine „ikidS-Studie“ hatte 2018 ergeben, dass Kinder mit chronischen Erkrankungen bereits am Ende der ersten Klasse in den schulischen Kernfächern Lesen, Schreiben, Mathematik, Naturwissenschaft und Sozialkompetenz deutlich zurückliegen. Diese Ergebnisse hatten den Ausschlag dafür gegeben, die ersten beiden Schulgesundheitsfachkräfte in Mainz zu etablieren und die Effekte ihrer Arbeit zu beobachten.

Entlastung für Schulpersonal
Dr. Michael Eichinger von der Universitätsmedizin Mainz, der das Projekt aktuell wissenschaftlich evaluiert, konnte bei der Fachtagung berichten, dass sich das Schulpersonal der beteiligten Schulen in Rheinland-Pfalz durch die Gesundheitsfachkräfte entlastet fühlt und Unsicherheiten im Umgang mit Unfällen und Erkrankungen zurückgegangen sein dürften. Die Befragung der Eltern wird zurzeit abschließend ausgewertet und in den nächsten Monaten veröffentlicht.

Ein Film, der die Schulgesundheitsfachkräfte im Arbeitsalltag begleitet und unterschiedliche Akteure in den Schulen zu Wort kommen lässt, zeigt aber schon eine eindeutige Tendenz: Schülerinnen und Schüler fühlen sich bei den „Schulkrankenschwestern“ mit ihren großen und kleinen gesundheitlichen Problemen gut aufgehoben, und die Eltern sind beruhigt, weil sie sich bei gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf die fachliche Versorgung ihrer Kinder in der Schule verlassen können.

„Die Arbeit der Schulkrankenschwestern ermöglicht den Kindern eine stärkere Konzentration auf den Lernstoff. Gesundheit ist eine wichtige Voraussetzung für einen langfristigen Bildungserfolg“, sagte der Geschäftsführer der LZG, Dr. Matthias Krell. „Darum ist die Arbeit der Schulgesundheitsfachkräfte ein Beitrag zur Gesundheitlichen Chancengleichheit und zugleich auch ein Beitrag dazu, im Schulalltag Bildungs- und damit soziale Chancen zu verbessern. Die starke Nachfrage von Schulen und Eltern sowie die hohe Zufriedenheit bei den Kindern bestätigen, dass der Weg der Schulgesundheitspflege zukunftsweisend ist.“ (PM)


Feedback: Hinweise an die Redaktion

WW-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Zwei Autofahrer in Rennerod unter Drogeneinfluss gestoppt

In Rennerod gerieten am 16. März zwei junge Autofahrer bei Verkehrskontrollen ins Visier der Polizei. ...

Sechs Unfälle durch Schnee und Hagel im Raum Westerburg

Am 16. März führten plötzliche Wetterumschwünge im Raum Westerburg zu mehreren Verkehrsunfällen. Innerhalb ...

Ein Name so zart wie ihr Kern: Mäuschen wartet auf ihre Herzensmenschen

Die Sonne blitzt über den Zaun des Tierheims in Ransbach-Baumbach und taucht den Hof in ein warmes Licht. ...

"Brass Band Hessen" gab ein mitreißendes Konzert in Westerburg

Johannes Schmidt vom Kulturbüro der Verbandsgemeinde Westerburg hatte das richtige Näschen, als es ihm ...

Einbruch in Caritas-Werkstätten in Rotenhain: Täter entkommen unerkannt

In der Nacht zum 16. März brachen zwei unbekannte Täter in die Caritas-Werkstätten in Rotenhain ein. ...

Kleintransporter-Unfall bei Straßenglätte in Nister-Möhrendorf

Ein automatischer Notruf alarmierte die Einsatzkräfte am frühen Montagmorgen (16. März 2026). In Nister-Möhrendorf ...

Weitere Artikel


Theaterfreunde Jedermann aus Dernbach präsentieren ihr neues Stück

Auch wenn noch vielerorts Ferienstimmung herrscht: Die Theaterfreunde Jedermann arbeiten aktuell intensiv ...

Musikkirche: Gottesdienst mit Cappella Taboris in Hilgert

Anlässlich der Anschaffung eines Spinetts lädt die Musikkirche am Sonntag, 15. Oktober, um 10 Uhr zu ...

Saisonauftakt der Westerwald Volleys gegen Karlsruhe erfolgreich

Erstes Spiel und zugleich erstes Heimspiel der Westerwald Volleys - so startete das Dritt-Liga-Team um ...

Schwerer sexueller Missbrauch in der VG Wirges vor Gericht

Vor der 10. Strafkammer des Landgerichts Koblenz begann der Prozess gegen einen Mann aus der Verbandsgemeinde ...

Neitersen: Ausreißer ist wieder da - 12-jähriger Ukrainer erneut gefunden

Nachdem der 12-jährige Ausreißer Maksim K. bereits einmal verschwunden war und auf dem Weg nach Bad Ems ...

Handwerksnachwuchs kämpft sich mit Spitzenleistungen zum Landesentscheid

Die besten Absolventen der Gesellenprüfungen treten traditionsgemäß im Herbst zu den Berufswettbewerben ...

Werbung