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Nachricht vom 15.09.2023    

IHK-Arbeitsgemeinschaft: Gemeinsam handeln gegen den Fachkräftemangel

Zum Ausbildungsstart 2023 können die Industrie- und Handelskammern in Rheinland-Pfalz eine gute Nachricht verkünden: Mehr als 12.000 junge Menschen haben sich für eine duale Ausbildung in Rheinland-Pfalz entschieden, das sind 8,4 Prozent und damit gut 1.000 Auszubildende mehr als im Vorjahr. Doch es gibt ein „Aber“.

(Symbolbild: Pixabay)

Koblenz/Ludwigshafen/Mainz/Trier. "Der Fachkräftemangel ist eine der größten Herausforderungen für rheinland-pfälzische Betriebe", sagt Arne Rössel, Hauptgeschäftsführer der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz und der IHK Koblenz. "Auch wenn das neue Ausbildungsjahr mit einem Plus gestartet ist, gibt es überall im Land mehr offene Ausbildungsplätze als Bewerber. Wir müssen jetzt gemeinsam handeln - nur so können wir die Zukunftsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandortes sichern." Jeder Dritte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Rheinland-Pfalz werde innerhalb der nächsten 15 Jahre in den Ruhestand wechseln. "Auf dieses Problem müssen zügig Lösungen folgen, damit die Wirtschaft handlungsfähig bleibt", stellt Rössel klar.

Auch deshalb schreiben die Industrie- und Handelskammern den Aktionsplan Fachkräfte fort, den sie zum Jahresbeginn 2023 an den Start gebracht haben, um die Wirtschaft aktiv mit konkreten Angeboten zu unterstützten. Dieser richtet sich an Unternehmen, Schulen, Politik und die Fachkräfte selbst. Schließlich bleibt der Fachkräftemangel das Top-Geschäftsrisiko für Betriebe: Begünstigt durch Demografie und aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen schaltet die Ampel bei nahezu allen rheinland-pfälzischen Unternehmen von Gelb auf Rot. Unternehmen haben daher vermehrt Schwierigkeiten bei der Besetzung von Stellen, stellen die Industrie- und Handelskammern fest. Das gelte besonders in technischen Berufen und Berufsbildern, die einen Aus- oder Weiterbildungsabschluss und damit berufspraktische Kompetenzen erfordern.

Fachkräftesicherung fängt bei der Ausbildung an
Auch deshalb ermutigt Dr. Jan Glockauer, Hauptgeschäftsführer der IHK Trier, zum Karriereweg über die berufliche Bildung: "Der Start ins Berufsleben - und die Fachkräftesicherung - fängt bei der Ausbildung an und wird mit der Weiterbildung fortgesetzt. Dabei zeigt uns die steigende Zahl von Absolventen im Bereich der Höheren Berufsbildung, dass unsere Maßnahmen wirken und es uns gelingt, Menschen jeder Altersklasse zu qualifizieren." So konnten die IHKs im Bereich der Höheren Berufsbildung ein Plus von 8 Prozent gegenüber 2022 verbuchen. Hinzu kommt: Mehr als 90 Prozent der Teilnehmer würden sich wieder für den gleichen Abschluss entscheiden, bei mehr als 60 Prozent hat sich der Abschluss in mehr Verantwortung oder einer finanziellen Steigerung bemerkbar gemacht. "Menschen mit einem Aus- oder Weiterbildungsabschluss sind die am stärksten nachgefragten Fachkräfte", stellt Glockauer fest.

Doch das allein reicht nicht, machen die IHKs deutlich. "Um den Fachkräftebedarf zu decken, müssen wir an vielen Stellen gleichzeitig ansetzen - umso wichtiger ist es, dass der Anteil ausländischer Beschäftigter am rheinland-pfälzischen Arbeitsmarkt stetig steigt", sagt Dr. Tibor Müller, Hauptgeschäftsführer der IHK für die Pfalz. Demnach ist die Zahl ausländischer Auszubildender im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 5,1 Prozent gestiegen. Die IHKs unterstützen bei der Anwerbung von Fachkräften und Auszubildenden durch Rekrutierungsprogramme, das Netzwerk der Auslandshandelskammern, Beratungsangebote für Unternehmen, beispielsweise zum komplexen Fachkräfteeinwanderungsgesetz und durch die Welcome Center. Im Jahr 2023 bilanzieren die rheinland-pfälzischen IHKs rund 600 Beratungskontakte zu dem Thema.



"Ganze Branchen wie Hotellerie und Gastronomie oder die Industrie sind bei der Besetzung ihrer Ausbildungsplätze zunehmend auch auf Zuwanderung angewiesen", macht Müller deutlich. So geben etwa 30 Prozent der Betriebe an, keine Bewerbungen mehr zu erhalten. "Ausländische Beschäftigte sind längst eine relevante Gruppe für den Arbeitsmarkt in unserem Bundesland geworden, mit steigender Tendenz." In den vergangenen zehn Jahren habe sich der Anteil ausländischer Beschäftigter von 7 auf 14 Prozent verdoppelt - das sind rund 210.000 Menschen in Rheinland-Pfalz.

Gemeinsam Handeln
Die IHKs werben über den Aktionsplan Fachkräfte für gemeinsames Handeln. Das fängt schon in der Schule und beim zentralen Thema der Berufsorientierung an, unterstreicht Lisa Haus, Sprecherin Fachkräftesicherung der IHKs in Rheinland-Pfalz und Geschäftsführerin der IHK für Rheinhessen: "Vielen Schülerinnen und Schülern fehlen wirtschaftliche Grundkenntnisse - das erschwert den Start in die Ausbildung für die Auszubildenden und die Unternehmen." Auch im Studium werde unabhängig von der Studienwahl häufig ökonomisches Basiswissen vorausgesetzt. "Gleichzeitig sind Frauen und Männer nach wie vor nicht in gleichem Umfang berufstätig, in Führungspositionen sind Frauen nach wie vor stark unterrepräsentiert - nur knapp jede dritte Führungskraft in Deutschland war 2022 eine Frau." An beide Themen knüpft das Bildungsprojekt startup@school an, dass in Rheinland-Pfalz in diesem Jahr an 30 allgemeinbildenden Schulen läuft - beteiligt sind 50 Partnerunternehmen und mehr als 1.700 Schülerinnen und Schüler. Im Rahmen des Projekts gibt es speziell einen Workshop unter dem Motto "Mädels in die Chefetagen", der Schülerinnen Karrieremöglichkeiten und Chancen der dualen Berufsausbildung zeigt und sie mit Frauen in Führungspositionen in Kontakt bringt.

Was die IHKs tun:

* Menschen über Aus- und Weiterbildung befähigen
* Unternehmen beraten
* Bei der Anwerbung von Fachkräften / Auszubildenden aus dem Ausland unterstützen
* Selbständigkeit fördern
* Potenziale in allen Lebenslagen heben

(PM)



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