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Nachricht vom 04.05.2023    

Zweckverband Wasserversorgung Kreis Altenkirchen feiert 50-jähriges Jubiläum

Von Katharina Behner

Anlässlich "50 Jahre Zweckverband Wasserversorgung Kreis Altenkirchen" fand am Mittwoch (3. Mai) eine Feierstunde im Kulturwerk in Wissen statt. Auf dem Programm standen Rückblick und Ausblick. Welche Bedeutung Talsperren für die aktuelle und zukünftige Trinkwasserversorgung in Zeiten des Klimawandels haben, wurde im Hauptvortrag des Abends deutlich.

Der WKA feierte sein 50-jähriges Jubiläum im Kulturwerk. Von links: Uwe Moshage, Helmut Stühn, Lothar Scheuer, Wolfgang Treis, Erwin Manz, Berno Neuhoff und Dirk Baier. (Fotos: KathaBe)

Wissen/Region. "Rückblickend betrachtet, eine erstaunliche und kluge Leistung und ein fortschrittliches Projekt (...)", sagte Wissens Bürgermeister Berno Neuhoff gleichzeitig Verbandsvorsteher des WKA anlässlich des 50-jährigen Bestehens des "Zweckverbandes Wasserversorgung Kreis Altenkirchen" (WKA).

Im Jahr 1972 wurde der WKA gegründet. Die im selben Jahr geschlossene Verwaltungsvereinbarung zwischen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz machte es dem Aggerverband überhaupt möglich, das wertvolle Gut Trinkwasser aus der Wiehltalssperre nach Rheinland-Pfalz in den Kreis Altenkirchen zu liefern. Noch im gleichen Jahr trat der WKA dem Aggerverband bei. Der erste Spatenstich für die Leitungsstrecke Reiferscheid - Bürrdenbach folgte sodann im Jahr 1973. Im Bericht "Wo kommt eigentlich das Wasser im Kreis Altenkirchen her?" gingen wir bereits auf die Historie des WKA ein.

Mit Hingabe für das Trinkwasser
Auch im Namen seines Stellvertreters, Helmut Stühn, des Geschäftsführers der Stadtwerke Wissen, Dirk Baier und des technischen Prokuristen, Manuel Kaiser hieß Neuhoff die geladenen Gäste herzlich willkommen. Darunter Staatssekretär Dr. Erwin Manz (Mainzer Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität), Wolfgang Treis (Präsident der SGD Nord), Dr. Uwe Moshage (Vorstand Aggerverband) sowie Professor Dr. Lothar Scheuer, als Hauptreferenten des Abends und bis Ende 2022 im Vorstand des Aggerverbandes tätig. Unter den weiteren Gästen fanden sich Vertreter aus heimischer Politik und Wirtschaft.

Als nicht selbstverständlich bezeichnete Neuhoff die Tatsache, dass die Talsperren derzeit voll mit Wasser in hervorragender Qualität seien. "Wir leben bisher in der Wasserkomfortzone und haben das Glück, dass wir Talsperrenwasser zur Trinkwasserversorgung nutzen können", so der Verbandsvorsteher. Neuhoff dankte allen Menschen, die mit Hingabe und der Unterstützung des Aggerverbandes hierfür Sorge tragen. Ebenso dem Land für finanzielle Unterstützung. Diese sei auch für anstehende Zukunftsaufgaben unabdingbar und damit Wasserpreise dabei nicht explodieren.

Guter Wasserabnehmer - Sicherer Wasserversorger
Grußworte richteten auch Manz, Treis sowie Moshage an die Gäste. Wie schon Neuhoff, hob Manz die Weitsicht der Gründer des WKA hervor und nannte die Trinkwasserversorgung der Zukunft eine "Löwenaufgabe", die ins Zentrum des Tuns zu stellen sei. Bei der Versorgung mit dem wichtigsten Lebensmittel "Trinkwasser" gewännen Verbundlösungen wie die des WKA mit dem Aggerverband in Zukunft an Bedeutung, so die Meinung von Treis.

Moshage stellte fest, dass der WKA der größte Wasserabnehmer mit rund 5,4 Millionen Kubikmeter Wasser im Jahr sei - betonte dies mit den Worten "Wir haben einen guten Wasserabnehmer und Sie haben einen sicheren Wasserversorger" und dankte für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.




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Die sichere Wasserversorgung konnte Lothar Scheuer als Hauptreferent in seinem Vortrag "Die Bedeutung der Talsperren für die aktuelle und zukünftige Trinkwasserversorgung vor dem Hintergrund des Klimawandels" bekräftigen. Talsperren seien ein Teil der Lösung der Probleme, die sich aus dem Klimawandel ergeben, so Scheuer und beleuchtete deren Wichtigkeit von Hochwasserschutz bis hin zur Gewinnung des Rohwassers für die Trinkwasserversorgung.

Klimawandel muss zur Wasserwende führen
Rund 70 Trinkwassertalsperren befinden sich im Bereich der Mittelgebirge in Deutschland, da in den Mittelgebirgsregionen keine günstige Versorgung mit Trinkwasser durch Grundwasser möglich sei, erläuterte Scheuer. Auch beleuchtete er die Entwicklung des Wasserverbrauchs pro Person, der seit etwa 2013 geringfügig angestiegen sei. Dazu hatte Neuhoff bereits in seiner Begrüßungsansprache den Wunsch nach einem bewussteren und nicht so verschwenderischen Umgang mit Trinkwasser geäußert.

Beim Aspekt Wasserverlust von lediglich 6 Prozent konnte Scheuer die gut gepflegte Wasserinfrastruktur in Deutschland hervorheben. Dagegen gehen in Spanien rund 25 Prozent des aufbereiteten Wassers auf dem Weg zu den Verbrauchenden verloren. Deutlich wurden die Zeichen des Klimawandels etwa im vorgestellten Dürremonitoring und der Temperaturentwicklung. Welche wasserwirtschaftlichen Konsequenzen der Klimawandel nach sich trägt, zeigte Scheuer ebenfalls auf.

Mit dynamischen Betriebsplänen werden aktuelle Gegebenheiten sowie Veränderungen durch den Klimawandel nicht zuletzt mittels der Prinzipen von TASK (Talsperren Anpassung Strategie Klimawandel) vorausschauend begegnet. Dahinter steckt unter anderem das Ziel, Trockenperioden frühzeitig zu erkennen und die Betriebsregeln so anzupassen, das die Trinkwasserversorgung nicht gefährdet wird. Dabei spielen als Datenbasis etwa Niederschlags-, Abfluss- sowie Gütemodelle eine Rolle.

Deutlich machte Scheuer in seinem Vortrag, dass der Klimawandel in der Schlussfolgerung zur "Wasserwende führen muss". Anpassungskonzepte, ein Übergang vom Sicherheits- zum Risikodenken bis hin zur Beachtung der Konsequenzen durch die neue Trinkwasserverordnung stehen auf dem Zukunftsprogramm der Talsperren, wenn es um die Trinkwasserversorgung geht. "Die Talsperren sind dabei ein Teil der Lösung und nicht das Problem", schloss Scheuer seinen interessanten Vortrag.

Angestoßen auf weitere 50 Jahre WKA wurde gemeinsam, wie sollte es anders sein, mit einem Glas kühlem Trinkwasser aus der Wiehltalsperre. Für einen stimmungsvollen musikalischen Rahmen des Jubiläums am Flügel des kulturWERKs sorgte die Pianistin und Musikpädagogin Esther-Hannah Hucks von der Kreismusikschule Altenkirchen. (KathaBe)


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