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Nachricht vom 16.03.2023    

Nach 24 Jahren: Klaus Müller übergibt Bürgermeisterposten der VG Selters an Oliver Götsch

Von Wolfgang Rabsch

Eine ausgesprochen würdevolle Feier durften über 300 Gäste in der Burghalle von Hartenfels erleben. Dort wurde die Amtsübergabe des Chefsessels in der Verbandsgemeinde Selters zelebriert: Nach 24 Jahren übergab der bisherige Amtsinhaber Klaus Müller den Schlüssel zum Rathaus an seinen Nachfolger Oliver Götsch.

Nach 24 Jahren übergibt Klaus Müller (links) das Bürgermeisteramt der VG Selters an Oliver Götsch abgelöst. (Fotos: Wolfgang Rabsch)

Hartenfels. Es folgte eine Veranstaltung, die den Emotionen freien Lauf ließ, die von Weit- und Ausblick geprägt war, aber auch mit humoresken Anekdoten und Sprüchen für viel Gelächter und beste Unterhaltung im Saal sorgte. Tobias Haubrich, der Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Selters, stellte einmal mehr unter Beweis, dass er nicht nur als Brand - und Katastrophenschutzinspekteur des Westerwaldkreises die Belange der Feuerwehren vertritt, sondern auch als gewiefter, schlagfertiger Moderator eingesetzt werden kann.

Tobias Haubrich begrüßte die Gäste und eröffnete die 107. Sitzung des Verbandsgemeinderates während der Ägide von Klaus Müller. Der noch amtierende Bürgermeister betrat unter dem Beifall des Auditoriums die Bühne und nahm seine letzte Amtshandlung vor, die Ernennung und Vereidigung von Oliver Götsch als seinem legitim gewählten Nachfolger. Zunächst überreichte Müller seinem Nachfolger die Ernennungsurkunde und gratulierte herzlich, anschließend erfolgte durch ihn die Vereidigung.

Nachdem der offizielle Verwaltungsakt beendet war, überreichte Müller symbolisch die Schlüssel für das Rathaus der Verbandsgemeinde, um zu dokumentieren, dass dort ein neuer Hausherr eingezogen ist. Alina Götsch, die Ehefrau des neuen Bürgermeisters, wurde ebenfalls auf die Bühne gebeten, dort nahm sie die Glückwünsche des Altbürgermeisters entgegen, der sie mit einem wunderschönen Blumenstrauß erfreute.

24 Jahre Ära Klaus Müller
Tobias Haubrich ließ anschließend 8766 Tage oder 24 Jahre unter der Ära Klaus Müller als Bürgermeister Revue passieren. "Klaus, Du hast immer sauber gearbeitet und nachhaltig gewirtschaftet. Ich darf an dieser Stelle Albert Einstein zitieren, der einst sagte: Persönlichkeiten werden nicht durch schöne Reden geformt, sondern durch Arbeit und eigene Leistung. Dein Lebensrhythmus wird sich ab morgen entscheidend ändern, denn wenn du sonst morgens um 6 Uhr aufgestanden bist, um dich für die Arbeit herzurichten, stehen jetzt deine drei Enkelkinder auf der Matte und verlangen von dir, dass du mit ihnen spielen sollst", so Tobias Haubrich.

Anschließend erhielt Klaus Müller aus den Händen von Tobias Haubrich seine Entlassungsurkunde als VG-Bürgermeister. Eine große Ehre wurde Klaus Müller zuteil, als er aus den Händen von Herbert Franz, dem Beisitzer der VG Selters im Kreisfeuerwehrverband, die Deutsche Feuerwehr-Ehrenmedaille in Gold überreicht bekam. Bei dieser Gelegenheit erhielt auch Neu-Bürgermeister Oliver Götsch die Grundausstattung der Feuerwehr, nämlich Einsatzjacke und Helm.

Landrat Achim Schwickert fand für Klaus Müller ebenfalls nur lobende Worte und dankte ihm für eine äußerst ergiebige Zusammenarbeit. Dabei erwähnte Schwickert vordergründig, wie es durch große Kraftanstrengungen seitens der Verbandsgemeinde Selters und dem Westerwaldkreis gelang, dass Schüler auf der gymnasialen Oberstufe ihr Abitur erlangen können. Oliver Götsch bot der Landrat die Weiterführung der guten Zusammenarbeit an und war guter Dinge, dass diese mit der VG Selters fortgeführt wird. Wörtlich wandte sich der Landrat an den neuen Bürgermeister: "Herr Götsch, Sie wollten das Amt, jetzt hamses! (auf Hochdeutsch: Jetzt haben Sie es)".

Grüße und Danksagungen zum Abschied
Es folgten weitere Grußadressen und Gratulationen, verbunden mit guten Wünschen für die Hauptpersonen des Abends. Nach Landrat Schwickert ergriff Aloiyius Söhngen als Vorsitzender des Gemeinde- und Städtebundes das Wort und hielt seine Rede zum Vergnügen der Besucher auf Wäller Platt. Nach Michael Merz, dem Bürgermeister der VG Ransbach-Baumbach, folgte Andre Philippi, der als Ortsbürgermeister von Maxsain die Ortsbürgermeister der VG Selters vertrat. Im Hinblick auf die vielen Geschenke, die Klaus Müller zum Abschied erhielt, kalauerte Philippi: "Vom Gemeinde- und Städtebund hast du eine große Urkunde erhalten, ohne Scheck. Von den Ortsgemeinden erhältst du eine kleine Urkunde, aber dafür einen großen Scheck".



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Hanno Steindorf, der als Vertreter der Fraktionen im VG-Rat sprach, meinte, da Müller sich 24 Jahre um den Haushalt in der VG Selters gekümmert habe, müsse er nun genug Erfahrung haben, um seiner Frau zu Hause im Haushalt zu helfen. Weitere Redner waren Annette Comes, die in Marienrachdorf die Grundschule leitet, sowie Wolfgang Klaus, jahrelanger Wegbegleiter von Klaus Müller als Büroleiter der Verwaltung, und Melina Haubrich, die Personalratsvorsitzende der VG Selters. Polizeipräsident Karl Heinz Maron aus Koblenz ließ es sich nicht nehmen, als letzter Dienstvorgesetzter von Oliver Götsch, dessen loyale und transparente Zusammenarbeit im Polizeipräsidium Koblenz hervorzuheben und ihm für seine neue Aufgabe Glück und Erfolg zu wünschen. Als letzter Gratulant sprach Werner Eiser für die ehemaligen Ortsbürgermeister der VG Selters und dankte dem scheidenden Bürgermeister.

Standing Ovations zum Abschied
Klaus Müller danke in seiner letzten Rede als VG-Bürgermeister allen, die ihn auf seinem langen Weg begleitet hatten. An erster Stelle erwähnte Müller seine Familie, ohne die Unterstützung seiner engsten Angehörigen hätte er seiner Meinung nach das Amt so lange nicht ausüben können. Besondere Erwähnung fand die Tatsache, dass es ab 2019 möglich ist, auch Dank der gute Zusammenarbeit mit dem Westerwaldkreis, bei der IGS in Selters das Abitur zu erreichen.

Klaus Müller: "Ich weiß, dass sich das Amt des Bürgermeisters bei Oliver Götsch in guten Händen befindet, so wie es auch der eindeutige Wählerwillen wünschte. Es war mir eine Ehre, 24 Jahre Bürgermeister gewesen zu sein". Standing Ovations und minutenlanger Beifall verabschiedeten endgültig den sichtlich gerührt wirkenden Ex-Bürgermeister von seinem politischen Amt.

Vorschusslorbeeren für Oliver Götsch
"Ich bin froh, dass ist nun endlich los geht", so begann Oliver Götsch seine Antrittsrede und fuhr fort: "Ich werde das Amt mit Freude und Respekt ausüben. Dank bin ich Klaus Müller schuldig, der mich einige Zeit auf dieses Amt vorbereitet und eingearbeitet hat. Für die Mitarbeiter in der Verbandsgemeinde werde ich immer ein offenes Ohr haben und sicherlich in einigen Bereichen neue Impulse und neue Wege einleiten. Ohne meine Familie und deren rückhaltlose Unterstützung wäre es mir nicht möglich gewesen, dieses Amt zu erreichen". Nach seiner Rede wurde Oliver Götsch mit großem Beifall von der Bühne begleitet, diesen Beifall kann man auch als Vorschusslorbeeren betrachten.

Tobias Haubrich hatte das allerletzte Wort, als er die 107. VG-Ratssitzung schloss und zum Feiern ins Foyer der Burghalle einlud. Musikalisch begleitet wurde die Feier zur Amtsübergabe von der Musikgruppe der IGS Selters. (Wolfgang Rabsch)


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